150 Jahre Krankenhaus der Barmherzigen Brüder
Nie aufhören, nach vorne zu blicken
- Dieser Ausschnitt aus einem kolorierten Holzstich zeigt eine alte Ansicht des Krankenhauses.
- Foto: Barmherzige Brüder/St. Veit
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„Menschen, die Geschichte schreiben“ – unter diesem Leitgedanken steht das 150-Jahr-Jubiläum des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in St. Veit an der Glan.
Ein treffender Titel, denn es waren immer Menschen, die dieses Haus aufgebaut und geprägt haben – oft unter schwierigen Bedingungen und getragen von einer klaren Haltung. Als 1876 die Entscheidung fiel, ein Krankenhaus in St. Veit/Glan in Kärnten zu errichten, war das keineswegs selbstverständlich. Der Orden der Barmherzigen Brüder brachte Erfahrung mit, doch jedes neue Haus bedeutete einen Neuanfang: Grundstück sichern, Finanzierung aufstellen, Vertrauen gewinnen. Die Idee dahinter geht auf den „Heiligen Johannes von Gott“ zurück: nicht nur behandeln, sondern den Menschen sehen.
Die Gründung des „Kronprinz-Rudolf-Hospitals“, wie es damals genannt wurde, erfolgte 1876 von Graz aus. Noch im selben Jahr wurde der Grundstein in der Spitalgasse in St. Veit an der Glan gelegt, und bereits am 9. Dezember 1877 der erste Patient aufgenommen. Von Beginn an war das Haus mehr als eine medizinische Einrichtung: ein Ort der Hilfe, unabhängig von finanziellen Möglichkeiten. Bis 1902 wurden 24.597 Patient:innen behandelt, über 22.700 davon unentgeltlich. Möglich war das durch den Einsatz der Ordensbrüder und die Unterstützung der Bevölkerung. 1905 standen bereits 76 Betten zur Verfügung.
- Diese Postkarte ist auf das Jahr 1911 datiert.
- Foto: Barmherzige Brüder/St. Veit
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Brüche und Neubeginn
1914 wurde das Krankenhaus elektrifiziert – ein entscheidender Fortschritt. Im Ersten Weltkrieg diente es als Reservespital, Abläufe mussten angepasst werden, vieles wurde improvisiert und funktionierte dennoch. 1926 folgte die Eröffnung der Frauenabteilung mit Unterstützung der Franziskus Schwestern im Bereich der Pflege. 1939 wurde das Krankenhaus enteignet, die Barmherzigen Brüder mussten das Haus verlassen. Nach 1945 begann der Wiederaufbau unter schwierigen Bedingungen. Bereits 1956 standen wieder 170 Betten zur Verfügung.
Zwischen 1973 und 1980 wurde das Krankenhaus umfassend modernisiert und auf 251 Betten erweitert. In den 1990er-Jahren folgten weitere Ausbauschritte: Ambulanzen wurden erweitert, Behandlungsbereiche modernisiert, der sogenannte „Zubau-Ost“ errichtet und die Intensivstation neu strukturiert.
Ein Meilenstein war 2004 die Eröffnung der ersten Palliativstation Kärntens. Sie steht beispielhaft für den Anspruch des Hauses, Menschen nicht nur zu heilen, sondern auch in schwierigen Lebensphasen zu begleiten. Frater Paulus Kohler vom Orden der Barmherzigen Brüder betont: „150 Jahre Krankenhaus St. Veit bedeuten 150 Jahre gelebte Hospitalität. Unser Auftrag ist heute derselbe wie damals: den Menschen in seiner Ganzheit wahrzunehmen und ihm mit Respekt und Zuwendung zu begegnen. Gleichzeitig sehen wir es als unsere Verantwortung, diesen Geist in eine moderne, zukunftsorientierte Medizin zu übersetzen.“
- Aktuelles Foto des Krankenhauses
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Blick nach vorne
Gesamtleiter Michael Steiner ergänzt: „In den vergangenen 30 Jahren haben wir dieses Haus Schritt für Schritt weiterentwickelt – baulich, medizinisch und organisatorisch. Entscheidend war dabei immer das Engagement unserer Mitarbeitenden. Sie sind es, die Qualität möglich machen und das Krankenhaus tagtäglich tragen.“ Die jüngsten Jahre zeigen die kontinuierliche Weiterentwicklung des Hauses. Neue Bereiche wie Endoskopie, OP-Zentrum, Intensivstation, radiologisches Schnittbildzentrum sowie der Ambulanzbereich für Gynäkologie und Geburtshilfe stehen für moderne Medizin auf hohem Niveau. Gleichzeitig wird in nachhaltige Energie investiert. Bis Juni 2026 werden rund 24 Millionen Euro – unterstützt vom Kärntner Gesundheitsfonds – in den Ausbau investiert. Das Jubiläum fällt damit in eine Phase aktiver Weiterentwicklung und unterstreicht den Anspruch, Geschichte fortzuschreiben.
Das Krankenhaus heute
Heute präsentiert sich das Krankenhaus als moderne Einrichtung mit klaren Abläufen und engagierten Teams. Gleichzeitig bleibt der zentrale Gedanke unverändert: Im Mittelpunkt stehen die Menschen, Patient:innen und jene, die hier arbeiten, Verantwortung übernehmen und die Zukunft des Hauses sichern.
Autor:Sonntag Redaktion aus Kärnten | Sonntag |
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