Pflege: Eklatanter Fachkräftemangel
Kärnten fehlen Pflegekräfte

„Wir stehen vor einem eklatanten Mangel an Fachkräften. Der Markt ist sozusagen leer. Es dauert oft Monate, bis wir auf eine Ausschreibung hin Bewerbungen erhalten.“ Wenn man von einem Pflegenotstand spricht, so handelt es sich nicht um ein Zukunftsszenario, sondern um die Gegenwart, schildert Eva-Maria Wernig, Bereichsleiterin für Mobile Pflege in der Caritas Kärnten. Fehlten früher diplomierte Fachkräfte, so mangelt es heute bei allen Anbietern auch im Bereich anderer Dienstleistungen wie Heimhilfe.
Dabei ist der Höhepunkt noch gar nicht erreicht: „Wenn in wenigen Jahren die Babyboomer der 60er-Jahre pflegebedürftig werden, wird die Situation noch dramatischer“, weiß Wernig. Da werden neue Ausbildungsformen zwar helfen, aber einen wirklichen Ausweg aus der Misere bieten sie auch nicht: „Wir haben insgesamt viel zu wenig junge Menschen.“ Kärnten ist davon besonders betroffen, weil die Geburtenrate niedriger und die Überalterung viel höher ist als in anderen Bundesländern.
Ein spezielles Problem bietet sich noch für Pflegeheime und Mobile Dienste: Viele Mitarbeiter gehen ins Krankenhaus, weil dort die Bezahlung und die Karrierechancen besser sind.
Kritisch sieht Wernig auch die laufende öffentliche Debatte: Auf der einen Seite sei es gut, wenn Probleme aufgegriffen und beseitigt werden. Auf der anderen Seite wird aber das Image der Pflegeberufe dadurch verschlechtert.
Jene Menschen, die derzeit in Pflegeberufen arbeiten, seien hoch motiviert und machen ihre Arbeit aus Berufung, so Wernig. Problematisch sei aber, dass sie aufgrund des Fachkräftemangels nur wenig Zeit hätten, sich so umfassend für die Betreuten einzusetzen, wie sie gerne möchten.
Wie könnte eine Lösung des Problems aussehen? Wernig: „Es braucht unkonventionelle und kreative Wege, sonst ändert sich nichts.“

Autor:

Gerald Heschl aus Kärnten | Sonntag

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