Gedanken zum Evangelium: 5. Sonntag der Osterzeit
Wer fragt, bekommt eine Antwort

Nur wer Fragen stellt, kann zu mehr Einsicht gelangen, kann eine Antwort finden, was ihn bewegt, und man soll Dinge in Frage stellen dürfen, wenn es in Glaubensfragen zu einer Starrheit kommt. Genauso ist es, wenn Kinder keine Fragen stellen, irgendetwas würde in ihrer Entwicklung nicht richtig laufen.
  • Nur wer Fragen stellt, kann zu mehr Einsicht gelangen, kann eine Antwort finden, was ihn bewegt, und man soll Dinge in Frage stellen dürfen, wenn es in Glaubensfragen zu einer Starrheit kommt. Genauso ist es, wenn Kinder keine Fragen stellen, irgendetwas würde in ihrer Entwicklung nicht richtig laufen.
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Johannes 14, 1–12

In der Zeit vor dem Smartphone und Google hat man, wenn man nach einer Straße oder einem Gebäude gesucht hat, einfach jemanden auf der Straße nach dem Weg gefragt. Außerdem: Fragen kostet ja nichts! – Diesen Satz kennen wir alle.

Jetzt haben wir alles auf dem Handy, um uns ans Ziel zu bringen, inklusive der Anzeige von Weg- und Zeitersparnis, und das Fragenstellen erübrigt sich damit auch.

Man will ja auch nicht für dumm gehalten werden, wenn man zu viele Fragen stellt. Auch in Glaubensfragen ist man oft zurückhaltend, man will ja nicht den Eindruck erwecken, dass man wenig davon versteht oder weniger gläubig ist. Dabei ist es das Gegenteil – wer Fragen hat, zeigt Interesse am Wort Gottes.

Nur wer Fragen stellt, kann zu mehr Einsicht gelangen, kann eine Antwort finden, was ihn bewegt, und man soll Dinge in Frage stellen dürfen, wenn es in Glaubensfragen zu einer Starrheit kommt. Genauso ist es, wenn Kinder keine Fragen stellen, irgendetwas würde in ihrer Entwicklung nicht richtig laufen.
Gerade im heutigen Evangelium – was wäre, wenn der Apostel Thomas an Jesus nicht die Frage gestellt hätte: „Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst.“ Vielleicht hätten wir dann nicht so eine Antwort und tiefe Einsicht von Jesus bekommen: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

Ich fuhr einmal mit dem Bus zu meinem Elternhaus. Da stieg ein junger Mann zu, der mir vom Gesicht her sehr bekannt war, aber ich wusste nicht, von woher ich ihn kannte. Plötzlich fiel es mir ein, ich kannte seinen Vater von unserer Jugendzeit, er hatte eine so große Ähnlichkeit mit ihm. – Im Unterschied zu den Menschen geht es bei Jesus nicht um äußerliche Ähnlichkeiten zum Vater, sondern er ist wie der Vater: „Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen.“

Obwohl die Apostel schon lange mit Jesu unterwegs waren, war das, was Jesus ihnen sagte, eine wirklich harte Nuss für sie. Man hört in dem Satz von Jesus sogar einen Vorwurf heraus, nämlich, dass sie das nicht erkannt haben, aber dass sie das zumindest auf Grund der Werke doch erkennen hätten müssen, dass er eins ist mit dem Vater.

Die Worte Jesu kratzen auch an unserer Fassade und die der Kirche, denn mit Worten wissen wir oft sehr gut umzugehen. Wir haben schnell Ratschläge und Lösungen bei der Hand, vor allem für andere Personen, und wenn so manche Dinge nicht funktionieren, wissen wir auch oft, woran es liegt. Aber mit Worten allein sind wir und die Kirche nicht glaubwürdig.

Der Hl. Johannes Bosco hat einmal gesagt: „Bemühe dich immer, durch die Taten zu zeigen, was du von anderen mit Worten verlangst.“ Ehrlich gesagt, ich muss mich jetzt bei der eigenen Nase nehmen.

Evangeliumskommentar als PDF
Autor:

Günter Mayer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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