Gedanken zum Evangelium: Pfingstsonntag
Mut zur Wahrheit

Mit Hilfe des Heiligen Geistes, der in uns wirkt, können wir bezeugen, dass wir, trotz der Vielfalt der Sprachen und der Völker, ein Volk Gottes sind.
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Die Wahrheit zu sagen oder zu hören ist nicht immer einfach und stellt uns vor so manche Herausforderung. Es gibt auch verschiedene Redensarten über die Wahrheit: „Die Wahrheit an das Tageslicht bringen; mit der Wahrheit auf dem Kriegspfad sein; am Ende siegt die Wahrheit.“ Oder denken wir an die Eidesformel: „So wahr mir Gott helfe.“ Auch die Politik versucht die Wahrheit durch Untersuchungsausschüsse herauszufinden.

Das heutige Evangelium zum Pfingstfest zeigt uns, dass wir mit der Wahrheit und dem Zeugnisgeben verantwortungsvoll umgehen müssen. Denn die Wahrheit geht von Gott aus, und wir sind durch Jesus Christus zu Zeugen dieser Wahrheit aufgerufen.

Das bedeutet auch, dass wir uns auf die Suche nach der Wahrheit begeben und dabei auch die Erfahrung machen sollten, dass man nicht alles annehmen kann, was uns als Wahrheit präsentiert wird. Wenn es um den Wahrheitswillen geht, erfordert es Mut, nichts zu verschweigen, aber auch Mut, sich einzugestehen, dass man manchmal Wahrheit und Gerüchte nicht auseinandergehalten hat.

Es gibt Situationen, wo man die ganze Wahrheit nicht auf einmal verträgt oder einfach nur versucht, sie auszuhalten. Wir machen auch die Erfahrung, dass der richtige Zeitpunkt und der passende Ort hilfreich sein können, um jemanden die Wahrheit mitzuteilen.

Das war auch die Erfahrung der Apostel am Pfingsttag, die erst durch den Beistand des Heiligen Geistes ihre Angst überwinden konnten, bevor sie öffentlich auftraten (vgl. Apostelgeschichte 2,1-13).

Jesus, der unser Innerstes kennt, weiß, dass wir einen Beistand brauchen, der uns in die ganze Wahrheit einführt. Das bedeutet jetzt nicht, dass wir alle Glaubensinhalte und die Botschaft von Jesus vollständig verstehen müssen. Der Beistand des Heiligen Geistes ermöglicht uns, eine Antwort zu finden, wie das Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft gemäß der Botschaft Jesu gelingen kann, und dass wir Verkünder seiner Heilsbotschaft sind. „Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.“ (Römer 5,5)

Mit Hilfe des Heiligen Geistes, der in uns wirkt, können wir bezeugen, dass wir, trotz der Vielfalt der Sprachen und der Völker, ein Volk Gottes sind. Auch die Kirche wird danach beurteilt, wie sie gemäß des Heiligen Geistes lebt und handelt und wie sie die Botschaft Gottes verkündet.

Evangeliumskommentar als PDF
Autor:

Günter Mayer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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