Gedanken zum Evangelium: 7. Sonntag der Osterzeit
Immer mehr wie Du

Das unverwechselbare Kennzeichen der christlichen Gemeinde ist die Freude. Ohne sie gibt es keinen Glauben und keine Liebe.
  • Das unverwechselbare Kennzeichen der christlichen Gemeinde ist die Freude. Ohne sie gibt es keinen Glauben und keine Liebe.
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Jesus ist eins mit dem Vater. Er liebt den Vater und der Vater liebt Ihn. Das ist Gottes Name, sein Wesen: Liebe. Wir sind hineingenommen, haben Anteil im Heiligen Geist. Wir dürfen heranreifen zum vollen Mensch-Sein, zur Freude in Fülle. Und wir sind gesandt als „neue Menschen“. Menschen, in denen die Liebe lebendig ist. Menschen, die sich zu Gottes (Werk-)Zeugen machen lassen. Menschen, durch die Er die Welt verändert.

Vor zwei Wochen haben wir im Evangelium die schöne Beschreibung dieser Wahrheit gehört. Jesus spricht zu uns im Bild vom Weinstock (Jesus), den Reben (wir) und dem Winzer (Vater). Keiner bringt Frucht ohne den anderen. Jeder sei wesentlich, hat uns Papst Franziskus an jenem Sonntag ermutigt. Heute hören wir im Evangelium, wie Jesus zum Vater spricht. Wie Er den Vater bittet, ja anfleht, dass wir weiterhin Anteil haben am Glück, an der Fülle, auch nach der Himmelfahrt. Jesus bittet für jeden von uns. Er weiß: Tiefste Verbundenheit und Austausch mit Gott – das brauchen wir. Darin sind wir geborgen. Von dort her kommt wahre Fruchtbarkeit. Das ist unsere Bestimmung.

Meinen Alltag erlebe ich trotzdem auch anders. Er fühlt sich manchmal nicht nach Fülle an, sondern eher danach, „dass mir der Saft ausgeht“, um beim Bild des Weinstocks zu bleiben. Ganz besonders dann, wenn der „alte Mensch“ in mir wieder einmal hartnäckig versucht, es doch im Alleingang zu schaffen, gut zu sein und Gutes zu tun. Die Herausforderung ist, das zu merken, die Nähe Gottes zu suchen, sich neu von Ihm lieben und Ihn durch mich wirken zu lassen. Und dann staune ich und werde zum Zeugen dessen, was Er vollbringt. Liebe, Friede, Freude, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung (vgl. Gal 5,22) – die Früchte des Heiligen Geistes wachsen plötzlich wie von selbst in den Begegnungen des Tages. Und gemeinsam erfahren wir etwas von Seiner Fülle.

Ich liebe es, wie uns die Kirche den Weg zur Fülle führt. Zum Beispiel, dass wir Pfingsten nicht mit einer Festoktav feiern, wie Weihnachten und Ostern, sondern als „Fest der Sendung“. Hinein in unseren Alltag. Er ist ja die „Festzeit des Heiligen Geistes“!

Bereiten wir uns vor auf Pfingsten durch Gebet. Geben wir dem Heiligen Geist Raum in uns und in den Begegnungen mit den Menschen. Bitten wir Ihn, dass er kommt. Lassen wir uns lieben und lieben wir. So werden wir zu Seinen Zeugen. Immer mehr.

Vielleicht begegnen auch wir uns einmal. Sprechen Sie mich an. Das würde mich freuen. Hier im SONNTAG verabschiede ich mich von Ihnen. Dankbar für die vergangenen eineinhalb Jahre.

Impuls

inspiriert vom Evangelium

  • Spuren der Liebe Gottes in meinem Leben.
    Darauf richte ich meinen Blick.
  • Herausforderungen meistern.
    Dazu erbitte ich Gottes Heiligen Geist.
  • Begegnungen im Alltag.
    Dafür bleibe ich offen.
Evangeliumskommentar als PDF
Autor:

Barbara Ruml aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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