Gedanken zum Evangelium: 27. Sonntag im Jahreskreis
Der Weinberg, der mir anvertraut ist

Wir sind eingeladen, am Reich Gottes mitzubauen. Wir arbeiten ja nicht nur in Gottes Weinberg – wir sind sein Weinberg!.
  • Wir sind eingeladen, am Reich Gottes mitzubauen. Wir arbeiten ja nicht nur in Gottes Weinberg – wir sind sein Weinberg!.
  • Foto: iStock / piola666
  • hochgeladen von Der SONNTAG Redaktion

Matthäus 21, 33–42.44.43

Immer wieder wird in der Bibel das Reich Gottes mit einem Weinberg verglichen. Dieses Bild war den Menschen der damaligen Zeit wohl besonders zugänglich. Ein Weinberg bedeutet viel harte Arbeit, bringt aber auch große Freude. Wie ein Weinberg ist uns das Reich Gottes anvertraut – das bedeutet auch, dass Gott von uns Rechenschaft darüber fordern wird.

Die Gleichnisse Jesu sind manchmal nicht einfach zu verstehen. Sie wollen bildlich veranschaulichen, was dem Verstand allein schwer zugänglich ist. Daher lassen sie uns ab und zu ratlos zurück und brauchen Erklärung. Das heutige Gleichnis war mir dagegen schon als Kind (vermeintlich) sonnenklar. Ich erinnere mich genau daran, als ich es zum ersten Mal in der Kirche hören durfte. Für mich war sofort klar, dass der Gutsbesitzer Gott selbst ist, der seinen Weinberg dem Volk Israel anvertraut. Die Knechte, die er schickt, sind die Propheten, die schlecht behandelt und ermordet werden.

Schließlich schickt er sogar seinen eigenen Sohn, also Jesus. Doch auch auf ihn hören sie nicht, sondern werfen ihn hinaus und bringen ihn um. Soweit, so klar – Jesus spricht hier also über sich selbst!

Nicht so ganz klar war mir damals, wie die Winzer durch den Mord des Sohnes an sein Erbe kommen wollten. Würde nicht der Gutsbesitzer kommen, ihnen den Weinberg wieder wegnehmen und sie alle bestrafen? Darauf läuft es in der Geschichte ja auch hinaus. Ich konnte mir als Kind nicht vorstellen, dass jemand so dumm wie diese Winzer sein könnte. Heute weiß ich, dass auch mir dieser Weinberg anvertraut ist; dass auch ich eine Winzerin bin; und dass Gott auch von mir Rechenschaft fordern wird für meinen Umgang mit seinem Weinberg, seinen Knechten und seinem Sohn.

Es ist kein Zufall, dass das Reich Gottes in der Bibel so oft mit einem Weinberg verglichen wird. Einen Weinberg anzulegen, ist harte Arbeit. Man muss ihn umgraben und bewässern, ihn bewachen und vor wilden Tieren schützen, die Reben beschneiden, die Trauben lesen... Doch für all diese Mühen wird man mit einem unglaublichen Geschenk belohnt: Wein, dem biblischen Symbol für die Freude! Wir sind eingeladen, am Reich Gottes mitzubauen.

Wenn wir das gewissenhaft und gerecht tun und uns immer vor Augen halten, wem gegenüber wir verantwortlich sind, dann sind wir auch eingeladen, an dieser Freude teilzuhaben. Wir arbeiten ja nicht nur in Gottes Weinberg – wir sind sein Weinberg!.

Impuls

Inspiriert vom Evangelium

  • Was bedeutet es für mich ganz konkret, in Gottes Weinberg zu arbeiten?
  • Wie gehe ich mit den anderen Menschen um, die mit mir am Reich Gottes arbeiten?
  • Wenn ich daran denke, vor Gott Rechenschaft ablegen zu müssen, dann…
Evangeliumskommentar als PDF

Evangeliumskommentar als PDF

Autor:

Franziska Madl aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen