Ihre Story ist die Frohbotschaft

Sophie Lauringer und Roman Gerner: "Für die beste Story der Welt - nämlich das Evangelium - wollen wir ein breiteres Publikum erreichen."
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  • Foto: Stephan Schönlaub/Erzdiözese Wien
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Die Kirche muss die Vielfalt ihres Kommunikationsangebotes mit Umsicht ausbauen, besonders was den Bereich der digitalen Kompetenzen betrifft: Dafür haben sich die neue Chefredakteurin der "SONNTAG", Sophie Lauringer, sowie der seit einem Jahr amtierende Geschäftsführer des Medienhauses der Erzdiözese Wien, Roman Gerner, im Doppelinterview mit der Zeitschrift "Academia" des Österreichischen Cartellverbandes ausgesprochen. Beide sind bekennde Mitglieder in farbentragenden Verbindungen: Gerner im ÖCV, Lauringer in der Vereinigung der farbentragenden Studentinnen Österreichs.

Für die "beste Story der Welt" - nämlich das Evangelium - gelte es ein breiteres Publikum zu erreichen, so die beiden Medienverantwortlichen unter dem Titel: Online zu Gott.

Lauringer, seit März 2021 an der "SONNTAG"-Spitze, erklärte als ihr Ziel, mit der Zeitung mehr Menschen zu erreichen. Dies müsse nicht unbedingt mit einer Steigerung der Druckauflage verbunden sein, sondern könne auch dadurch gelingen, dass "mehr Menschen die Zeitung in die Hand nehmen oder indem wir mit unseren Inhalten auch andere Kanäle bespielen". Dass das wichtigste Druckmedium der Wiener Erzdiözese auch außerhalb des Kernbereichs der regelmäßigen Gottesdienstbesucher "mehr Breitenwirkung" bekommen sollte, erhoffte Gerner. Darauf müssten auch Themen und Inhalte abgestimmt werden.

Besonders bei den Online-Formaten muss sich die Kirche nach der Meinung des Geschäftsführers des Medienhauses, zu dem neben der Kirchenzeitung auch der Sender Radio Klassik Stephansdom sowie der Wiener Domverlag gehört, noch stärker als Anbieter etablieren. Klar sei nach über einem Jahr Corona-Pandemie, dass man etwa bei den Online-Gottesdiensten noch Kompetenz aufbauen müsse. Die Aufgaben seien dennoch komplexer als dies auf den ersten Blick erscheine. Gerner: "Technisch gut gemachte Fernseh- oder Videogottesdienste kosten Geld, sonst entsteht beim Betrachter nicht das Gefühl, wirklich Teil der Feiergemeinde zu sein."

Know-How aufbauen

Konkret müsse etwa darauf geachtet werden, dass "Technik, Raum und Liturgie gut zusammenpassen", betonte der von der Mediaprint, NÖ Pressehaus und Verlagsgruppe News zur Erzdiözese gewechselte Medienhaus-Chef. Die Kirche sei bemüht, fehlendes Knowhow rasch aufzubauen um die Inhalte selbst produzieren zu können, zumal sie über viele der benötigten Kompetenzen durchaus unter den eigenen Leuten verfüge. "Es gibt eine große Nachfrage und die sollten die Diözesen selbst bedienen", unterstrich Gerner. In Wien sei man derzeit dabei, ein gemeinsames Ziel zu bestimmen, ehe man im nächsten Schritt die eigenen Formate überprüfen und "vielleicht neukonzipierte Vehikel und Plattformen" überlegen wolle.

Ob es künftig "echte Internetpfarren" geben werde, die sich primär auf die Online-Seelsorge konzentrieren, wagte Gerner nicht zu prophezeien. Wichtig sei jedoch, den Dialog mit den Gläubigen zu stärken und mit ihnen auch online stärker in Kontakt zu treten, etwa durch Online-Foren als moderne Form des "Zusammenstehens" nach dem Gottesdienst. So könnten etwa Gebetsanliegen als Fürbitten vorab eingesendet werden, die dann verlesen werden, ebenso wie die bisher nach Radio- und TV-Messen eingerichtete Möglichkeit, im Anschluss mit einem Priester sprechen zu können, sich bewährt habe und schon zur Tradition geworden sei.

Das eine tun, das andere nicht lassen

Dennoch müsse die Digitalisierung im kirchlichen Bereich mit "Bedacht" erfolgen, da auch die klassischen Formate Aufmerksamkeit benötigten. Nach dem Motto "das eine tun und das andere nicht lassen" verwies Lauringer, die zuvor von der Öffentlichkeitsarbeit der Salesianer Don Boscos zur Erzdiözese gewechselt war, auf die Bedeutung der Präsenzgottesdienste: Der Empfang von Sakramenten wie etwa Beichte oder Taufe sei schließlich auf digitalem Weg schwer vorstellbar und auch die Online-Teilnahme an Gottesdiensten "kein voller Ersatz".

Beide Medienleute brachen eine Lanze für den Verkündigungsauftrag kirchlicher Publizistik. Freilich müsse man sich mit den in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierten heiklen Themen wie Zölibat, Sexualmoral und ethischen Fragen sowie auch der Lehrmeinung der Kirche dazu auseinandersetzen; primär laute ihre Aufgabe jedoch, "Geschichten aus der Kirche und aus dem Glaubensleben zu erzählen" und dabei das "Große", das oft im Verborgenen geschehe, vor den Vorhang zu holen, sagte Gerner, während Lauringer von der Verkündigung als "Berufung" sprach: "Wer, wenn nicht wir, soll freudig und selbstbewusst hinausgehen und den Menschen die Frohbotschaft erzählen?"

(KAP)

Autor:

Wolfgang Linhart aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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