Glaubenszeugnis
Ritterlich glauben, gerecht handeln, gemeinsam essen

Das Ritterliche des Deutschen Ordens drückt sich, so Martin Oppitz, heute in der Devise „Helfen und Heilen“ aus.
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Als Rechtsanwalt setzt sich Martin Oppitz mit der Frage auseinander: Was ist Gerechtigkeit? Im Deutschen Orden findet er Anregung für seinen Glauben und Gemeinschaft.

Der Anspruch, den Martin Oppitz an sich und seine berufliche Tätigkeit stellt, ist alles andere als klein: „Ich möchte dem Recht zum Durchbruch verhelfen. Das ist die tagtägliche Anforderung, vor der ich als Rechtsanwalt stehe.“

‚Recht‘ und ‚Gerechtigkeit‘ sind für Martin keine leeren Worte. Mit seiner Arbeit möchte der 55-Jährige dazu beitragen, dass sie auch für andere nicht zu bloßen Floskeln werden. „Meine rechtsanwaltliche Tätigkeit zwingt mich dazu, mich immer wieder neu mit der Frage auseinander zu setzen: Was ist Gerechtigkeit? Und wie kann man sie erreichen?“

Für Martin bedeutet das unter anderem, nur Aufträge anzunehmen, hinter denen er mit seinen persönlichen Werten stehen kann. „Ich würde nie eine Sache übernehmen, mit der ich mich nicht identifizieren kann.“

Seit 2019 im Deutschen Orden
Möglicherweise war Martins ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit letztendlich ausschlaggebend dafür, dass er sich vor zwei Jahren dem Deutschen Orden angeschlossen hat. „Ich wurde von Freunden gefragt, ob ich mir das nicht anschauen möchte“, erinnert sich der dreifache Familienvater.

Der Deutsche Orden, berichtet Martin, ist ein ehemaliger Ritterorden, der neben geistlichen Brüdern und Schwestern auch Laienmitglieder hat, die Familiaren genannt werden. „Das Ritterliche drückt sich heute in der Devise des Ordens aus: ‚Helfen und Heilen‘.

Früher wurde auch das ‚Wehren‘ betont, das wir heute als Versuch verstehen, Gerechtigkeit auch praktisch zu leben. Dazu tragen wir natürlich keine Schwerter mehr.“

Nicht im Hamsterrad
„Die Gemeinschaft mit ähnlich denkenden Menschen, die christliche Werte teilen – das hat mich von Anfang an sehr angesprochen“, sagt Martin. „Im November 2019 hatte ich meine Investitur, wurde also in den Orden aufgenommen.“

Im Deutschen Orden findet er Anregung und Austausch, die seinen Glauben inspirieren. „Ich bin nicht der Typ, der nur daheim im stillen Kämmerlein betet. Ich brauche die Interaktion mit anderen Menschen, Diskussionen, gemeinsame Aktivitäten.“

Auch wenn sein Herz für seinen Beruf schlägt, ist es Martin wichtig, sich regelmäßig kleine Auszeiten zu nehmen, „um mich nicht permanent im Hamsterrad abzustrudeln“.

Musikhören, Laufen, Gebet und Zeit mit seiner Frau und den drei jugendlichen Töchtern sind für ihn Gelegenheiten um abzuschalten. „Das familiäre Gespräch hat für mich etwas Kontemplatives. Gerade jetzt, wo die Kinder beginnen, flügge zu werden, ist das für mich eine Kraftquelle.“

Martin genießt vor allem die gemeinsamen Mahlzeiten mit seiner Familie. „Das ist zwar ganz alltäglich, aber sind nicht gerade diese gemeinschaftlichen Treffen in der Bibel etwas ganz Wesentliches?“

Das Ritterliche des Deutschen Ordens drückt sich, so Martin Oppitz, heute in der Devise „Helfen und Heilen“ aus.
Auch wenn sein Herz für seinen Beruf schlägt, ist es Martin wichtig, sich regelmäßig kleine Auszeiten zu nehmen, „um mich nicht permanent im Hamsterrad abzustrudeln“.
Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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