Zeit für meinen Glauben
In der Pfarre fühle ich mich zuhause

Man lernt hier viel von den anderen – auch was die eigene Gottesbeziehung betrifft.
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  • Man lernt hier viel von den anderen – auch was die eigene Gottesbeziehung betrifft.
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Bei der Geburt ihres Kindes vor mehr als 35 Jahren fieberte die ganze Pfarrgemeinde mit. Seitdem hat Maria Kimm schon vieles in ihrer Gemeinde erlebt und weiß: Jeder hat hier seinen Platz.

Es gibt Kindheitserinnerungen, die sich ganz tief ins Gedächtnis und ins Herz einprägen. Die man auch vierzig, fünfzig oder sechzig Jahre später noch wie lebendig vor dem inneren Auge hat. Bei Maria Kimm ist es die Erinnerung an den Kirchenbesuch mit ihrem Vater, als sie ein kleines Mädchen ist. Sonntag für Sonntag besucht sie mit ihm und ihrem Bruder den Gottesdienst in einer Kirche in der Per-Albin-Hanssonsiedlung im zehnten Bezirk. „Ich weiß noch ganz genau, wie mein Papa neben mir gesessen ist und mir im Liederbuch gezeigt hat, wo wir gerade sind“, erzählt die ehemalige diözesane Angestellte. Mehr als sechzig Jahre ist das jetzt her.

Marias Glaubensweg nimmt in Favoriten seinen Anfang. In der Pfarre fühlt sie sich zu Hause, sie lernt dort einige Jahre später auch ihren Mann kennen. Mit ihm zieht sie in den 15.Bezirk, wo sie sich – pfarrlich gesehen – zuerst einmal „ein bissl heimatlos“ fühlt. „Und dann hat uns der Zufall oder besser gesagt der liebe Gott nach Schönbrunn-Vorpark geführt. Wir haben einen Kindergarten gesucht und ihn dort in der Pfarre gefunden.“

Ein Herz und eine Seele

Nicht nur den Kindergarten, sondern vor allem eine Gemeinde, die den Anspruch hat ‚ein Herz und eine Seele‘ zu sein, findet Maria mit ihrer Familie in Schönbrunn-Vorpark. „Dem damaligen Pfarrer war Gemeinde­bildung sehr wichtig, und auch die persönliche Entscheidung für Jesus. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.“

Maria erlebt sich in der Pfarre als Teil einer Gemeinschaft, die zusammen hält. Die in der Bibelrunde das Wort Gottes teilt und sich im Pfarrcafé über Alltägliches, über Freuden und über Sorgen austauscht. Man nimmt Anteil am Leben der anderen. Als Maria zum Beispiel zur Geburt ihres dritten Kindes im Krankenhaus ist, fiebert die ganze Gemeinde mit. „Meine Mutter hat meinem Mann am Telefon erzählt, dass schon alle aus der Pfarre angerufen haben und wissen wollten, wie es mir geht. Und dass sie für mich beten. Das zu wissen, hat mich durch die Geburt getragen.“ Auch nach einer Fehlgeburt sind die Pfarrmitglieder für Maria da. „Der Pfarrer und ganz viele Leute aus der Pfarre haben mich damals im Krankenhaus besucht. Die Frau neben mir im Zimmer war ganz erstaunt und hat gefragt: Sind das alles ihre Verwandten?“

Jeder bringt seine Talente ein

Maria schätzt die große Hilfsbereitschaft, die für viele in ihrer Pfarre selbstverständlich ist. So hat sie es etwa erlebt, als 2015 die vielen Flüchtlinge in Österreich angekommen sind. „Wir haben in der Pfarre ein Notquartier für sie gehabt. So viele Leute haben da mitgeholfen. Auch solche, die nicht jeden Sonntag in die Kirche kommen. Auch bei der Wärmestube der Caritas: Auf einmal sind Leute da, die mittun.“

Ihr gefällt, dass jeder seinen Platz hat und seine Talente einbringen kann. Und dass man – auch was die eigene Gottesbeziehung angeht – von den anderen lernen kann. „Ich habe früher zum Beispiel wenig mit der eucharistischen Anbetung anfangen können. Heute finde ich es schön, ruhig zu werden vor Jesus. Ich merke immer mehr: Mein Glaube ist nichts Statisches. Er entwickelt sich immer weiter.“

Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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