Der Glöckner von Notre Dame
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Der Glöckner von Notre Dame im Theater der Jugend:  Frank Engelhardt als Quaismodo und Soffi Povo als Esmeralda beeindrucken auf der Bühne.
  • Der Glöckner von Notre Dame im Theater der Jugend: Frank Engelhardt als Quaismodo und Soffi Povo als Esmeralda beeindrucken auf der Bühne.
  • Foto: TdJ/ RitaNewman
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Mit Maske und Abstand ist der Theaterbetrieb auch in Corona-Zeiten möglich – und bleibt es hoffentlich auch in den kommenden Monaten. Am 20. Oktober hatte im Theater der Jugend Victor Hugos „Der Glöckner von Notre Dame“ unter der Regie des britischen Regisseurs Jethro Compton Premiere.

Inhaltlich gibt es durchaus Parallelen von Hugos Historien-Roman zur Gegenwart: „Der Glöckner von Notre Dame“ handelt zunächst vor allem von der Isolation des missgestalteten Quasimodo (sehr überzeugend: Frank Engelhardt) im Glockenturm der Kathedrale von Paris. Der von ihm schmerzhaft erlebte Mangel an Gemeinschaft und direkter menschlicher Kommunikation erinnert durchaus an das erzwungene social distancing in der Corona-Pandemie.

Die Handlung ist berühmt: Quasimodo verliebt sich in das Zigeunermädchen Esmeralda (erfrischend: Soffi Povo), aber auch sein Ziehvater, „Dompropst“ Frollo (Bernhard Majcen), und Captain Phoebus (Valentin Spät) haben ein Auge auf die alle mit ihrem Tanz verzaubernde junge Frau geworfen. Diese vor allem durch zahlreiche Verfilmungen berühmt gewordene Handlung ist in Wahrheit nur ein Strang des 1831 unter dem Originaltitel „Notre Dame de Paris. 1482“ erschienen literarischen Meisterwerks.

Durchaus packend arbeitet die Bühnenfassung von Jethro Compton die fatalen „Interessenskonflikte“ der drei Männer rund um das Mädchen und ihre dramatischen Folgen heraus. Berührend ist die sich entwickelnde Freundschaft zwischen den Ausgestoßenen: Dem durch die Glocken taub gewordenen Quasimodo und der die Freiheit liebenden „Zigeunerin“ Esmeralda.

Auch die Katholische Kirche betreffend greift der Stoff brisante Fragen auf: „Dompropst“ Frollo übt schweren Machtmissbrauch über seinen „Schützling“ Quasimodo aus, ebenso über Esmeralda und Phoebus und ist nicht bereit, sich seine eigenen Bedürfnisse einzugestehen – mit tragischen Folgen.

Fazit des SONNTAG: „Der Glöckner von Notre Dame“ ist immer eine Auseinandersetzung wert. Die Bühnenfassung im Theater der Jugend ist ein toller Impuls dazu.  
Alle Termine unter: tdj.at

Autor:

Agathe Lauber-Gansterer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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