Pfingsten heuer einmal anders
Begegnung zwischen Rap, Ballett und Orgelmusik

Philipp Michalitsch drückt als Freeman Vienna seine Begeisterung für seinen neu gefundenen Glauben in Form von Rap aus.
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  • Philipp Michalitsch drückt als Freeman Vienna seine Begeisterung für seinen neu gefundenen Glauben in Form von Rap aus.
  • Foto: Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
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Anlässlich des heurigen Pfingstfests veröffentlichte die Erzdiözese Wien am Pfingstsamstag, 22. Mai, um 17 Uhr ein Video, das aus einem musikalisch-künstlerischen Crossover-Projekt entstanden ist.

Freeman Vienna, ein christlicher Rapper, Konstantin Reymaier, Wiener Domorganist und die beiden Solotänzer der Vereinigung des Wiener Staatsopernballetts, Mischa Sosnovski und Iryna Tsymbal, interpretieren die Botschaft von Pfingsten durch das Aufeinandertreffen verschiedener musikalischer Welten: Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Zugänge zum Glauben begegnen einander, verstehen sich und finden miteinander Platz in der Kirche.

Die Botschaft von Pfingsten heute
Die Apostelgeschichte erzählt uns vom Pfingstereignis als ein für alle Beteiligten überwältigendes Erlebnis: Menschen unterschiedlicher religiöser Backgrounds und verschiedener Sprachen erleben das Wirken des Geistes Gottes und plötzlich steht das Verbindende vor dem Trennenden. Das Kommen des Heiligen Geistes, das wir zu Pfingsten feiern, schafft eine große Gemeinsamkeit und Einheit untereinander und wird als Geburtsstunde der Kirche gefeiert. Genau diese Botschaft soll mit dem Pfingstvideo musikalisch ausgedrückt werden: So unterschiedlich individuelle Zugänge zum Glauben auch sein mögen, so haben Menschen mit ihren zum Teil gegensätzlichen Prägungen alle Platz in der Kirche und können einander verstehen.

Die Solotänzer des Wiener Staatsopernballetts: Iryna Tsymbal mit Mischa Sosnovski
  • Die Solotänzer des Wiener Staatsopernballetts: Iryna Tsymbal mit Mischa Sosnovski
  • Foto: Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
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„In der Musik geht es ja darum, zuzuhören, aufeinander zu hören, die Unterschiede wahrnehmen und schätzen zu lernen. All das sind Fähigkeiten, die wir im Alltag, in zwischenmenschlichen Beziehungen und auch in der Kirche gut brauchen können. Es ist spannend, sich einzufühlen in jemanden und zu verstehen, wie er tickt. so beschreibt Domorganist Konstantin Reymaier die ungewöhnliche Begegnung im Stephansdom. "Einfach die Noten zu spielen genügt ja nicht, ich muss mich in die Musik hineinfühlen, in den Komponisten, in seine Welt und was er in seiner Musik gehört hat und das dem Zuhörer vermitteln.“

Tradition trifft auf Moderne
In diesem Video wird der Bogen von der langen Tradition der Kirchenmusik und des Orgelspiels zu einem jungen Rapper gespannt, der – genau wie der Organist – seine Freude am Glauben durch diese musikalische Form ausdrückt und dadurch andere begeistern möchte. Tradition trifft auf Moderne, wenn diese beiden musikalischen Genres nicht im Gegensatz zueinander stehen, sondern gemeinsam erklingen. „Ein musikalisches Crossover – ein Versuch, ein Wagnis – zwischen einem der profiliertesten Kirchenmusiker an der Orgel und einem jungen Rapper, einem Priester und einem, der ganz frisch die Liebe Gottes entdeckt. Gemeinsam mit einem Tanzpaar der Vereinigung Wiener Staatsopernballett nehmen sie die Herausforderung von Pfingsten an. Was rauskommt ist möglicherweise schräg… macht neugierig. Und ist definitiv nicht langweilig“, beschreibt Otmar Spanner, Produktionsleiter des Pfingstvideos, das Vorhaben.

Domorganist Konstantin Reymaier
  • Domorganist Konstantin Reymaier
  • Foto: Erzdiözese Wien/Stephan Schönlaub
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Begegnung mit offenem Herzen
Den Anstoß zu diesem Pfingstvideo gab eine Begegnung zwischen dem Priester und Domorganist Konstantin Reymaier und Philipp Michalitsch, der als Freeman Vienna seine Begeisterung für seinen neu gefundenen Glauben in Form von Rap ausdrückt. „Es war sehr schön für mich, Teil dieses Projekts zu sein und gemeinsam Musik zu schaffen – die Klänge der Riesenorgel mit den Texten eines Rappers und den Harmonien eines jungen Tontechnikers zu kombinieren. Ich bin immer daran interessiert, Neuland zu betreten und ganz andere Kunstformen kennenzulernen. Das Musikstück gemeinsam im Teamwork zu erarbeiten war eine neue spannende Aufgabe. Ich schaffe neue Musik ja sonst allein, so war das ein wichtiger Impuls für neue Ideen“, so Konstantin Reymaier über das Projekt.

Über den Glauben rappen
Voll Dankbarkeit und mit großem Respekt für all jene, die den Glauben über Jahrhunderte gelebt und weitergetragen haben, geht es um die Frage, wie heute der Glaube ausgedrückt und musikalisch interpretiert werden kann. Auch Philipp Michalitsch war inspiriert von der musikalischen Begegnung zweier Welten im Wiener Stephansdom: „Ich war erstaunt, dass sich aus den größten Konflikten um den Text ein unglaublicher Reichtum an Weisheit offenbart hat. Ich habe das Gefühl, jeder wurde dort belohnt, wo er in die eigene Schwäche gegangen ist und vertraut hat. Von Konstantin habe ich die Feindesliebe im Rap gelernt. Zorn, Arroganz und nur Fehler zu suchen, sogar Angriffe sind oft ein verdeckter Schrei nach Liebe. Das ist für mich der Heilige Geist, von Gott geliebt zu werden.“

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Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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