Interreligiöse Website erklärt 41 Feiertage
Grüß Gott – der Feiertags-Kalender

Was feiern Katholiken zu Epiphanie, woran erinnert Tu BiSchwat, das jüdische Fest der Bäume, was verstehen Alevitinnen und Aleviten unter „Hizir-Fasten“ und warum feiern manche orthodoxe Christen Weihnachten eine Woche später?

Seit drei Jahren erklärt eine interreligiöse Website 41 verschiedene christliche, jüdische oder muslimische Feiertage.

Ziel des Projekts ist es, „zwischenmenschliche Barrieren abzubauen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen“. Und man kann sich jeweils am Vorabend digital daran „erinnern lassen“.

Grüß Gott“: So „religionsneutral“ werden seit drei Jahren Besucher der von jungen Christen, Muslimen und Juden gestalteten Website feiertagsgruss.at begrüßt.

Initiiert wurde sie von der Kath. Jugend Österreich (KJÖ) und der Muslimischen Jugend Österreich (MJÖ), von der Evangelischen Jugend Österreichs (EJÖ) und den „Jüdischen österr. HochschülerInnen“, der Fachstelle „Kirche im Dialog“ der Erzdiözese Wien, der Metropolis von Austria und der Studierendengruppe „Café Abraham Wien“.

Das Ziel ist, Interessierten zu „zeigen, was und wie wir feiern“. Dazu wurden Feiertage ausgesucht, die der Autorengruppe am wichtigsten erschienen. Diese werden einzeln erklärt. Auf unterhaltsame Weise wird beschrieben, wie sie in den verschiedenen Religionsgemeinschaften begangen werden.

Zum Beispiele wird erklärt, dass beim Fest „Epiphanie“ das „Erscheinen“ der menschlichen Gegenwart Jesu in drei biblisch überlieferten Ereignissen gefeiert wird: Die Anbetung Jesu durch die Sterndeuter, seine Taufe im Jordan und sein erstes Zeichen bei der Hochzeit zu Kana, wo er Wasser in Wein verwandelte.

Am 15. Jänner feiern die Juden „Tu BiSchwat“, das jüdische Fest der Bäume! In der Torah wird der Mensch mit einem Baum in einem Feld verglichen. Starke Wurzeln, der Glaube und die Verbindung zum Allmächtigen bringen Früchte hervor. Heute ist Tu BiSchwat vor allem ein Tag, an dem sich Jüdinnen und Juden mit Umweltfragen auseinandersetzen.

Für die Alevitinnen und Aleviten in Österreich ist wiederum der 8. Februar von Bedeutung. Jeweils in der zweiten Februarwoche wird von Dienstag an drei Tage lang zu Ehren des heiligen Hızır, ihres unsterblichen Schutzpatrons, gefastet.

Später im Frühjahr, 2022 am 2. April, freuen sich Millionen von Musliminnen und Muslimen auf der ganzen Welt auf die Ankunft „eines Gastes, der sie ein Monat lang besucht und auf dessen Ankunft sie sich entsprechend vorbereiten“, jugendgemäß flott eingeleitet mit dem Titel „Let the Hunger Games begin ...“ Denn in den vier Wochen des Ramadan sollen Muslime fasten, um sich von weltlichen Begierden abzuwenden und stattdessen ihre Spiritualität in den Vordergrund zu stellen. Das bedeutet, von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken sowie Sex und Streitigkeiten zu verzichten – kein leichtes Vorhaben.

Für ein besseres Verständnis
Herzstück der Website ist ein für die drei abrahamitischen Religionen mit drei farbigen Symbolen versehener Kalender, der die Feste chronologisch ab Jahresbeginn auflistet. Um keine der Religionen zu bevorzugen, wurde nicht der Beginn des jeweiligen Kirchenjahres, sondern das weltliche Neujahrsfest gewählt. So folgt in der Übersicht erst der Schabbat, der wöchentlich wiederkehrende höchste jüdische Feiertag und dann das Fest „Erscheinung des Herrn“. – Ein vom Café Abraham Wien erstelltes Lexikon von A wie „Ablasshandel“ bis Z wie „Zedakah“ (hebräisch für „Wohltätigkeit“) ergänzt das Kalendarium.

Eine Erinnerung per App
Was die Website besonders spannend macht, ist ein Abonnement, das zeitgerecht an die wichtigsten Feiertage und –zeiten erinnert. Wobei man wählen kann, ob man jeweils am Vorabend Infos per Facebook, Instagram, Whatsapp oder per E-Mail erhalten will.

Oft wissen wir vielleicht noch, welcher Religion unsere Freunde, Mitschüler oder Nachbarn angehören, aber wie sie ihre Feste feiern, das ist meist echtes Insiderwissen. Mit dem Feiertagskalender wird diese Lücke gefüllt und wir lernen nicht nur übereinander, haben Respekt vor dem Glauben des anderen, sondern lernen auch voneinander.

Den Feiertagsgruß gibt es auch als Plakat und Grußkarte oder als WhatsApp-Abo für das Smartphone: feiertagsgruss.at

Autor:

Wolfgang Linhart aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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