Begegnung – nicht nur im Zentrum
Wenn Ordensleute Begleiter werden

Für Sr. Doris Eder  (im Vordergrund) ist Wegbegleitung mitunter auch sehr konkret zu verstehen – wie hier bei einer Wanderung mit ihren Mitschwestern vor zwei Jahren.
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  • Für Sr. Doris Eder (im Vordergrund) ist Wegbegleitung mitunter auch sehr konkret zu verstehen – wie hier bei einer Wanderung mit ihren Mitschwestern vor zwei Jahren.
  • Foto: Medienbüro der Ordensgemeinschaften
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Ordenschristen wird eine besondere Kompetenz zugesprochen: Sie sind gute Begleiterinnen und Begleiter. Wer in einer schwierigen Situation steckt, oder wer Deutung und Sinn sucht oder wer seinen Glauben vertiefen möchte, kann sich an eine Seelsorgerin wenden. Dafür gibt es in Wien mehrere Möglichkeiten.
von Lisa Huber

Doris Eder ist Ordensfrau und unterrichtet in einer Wiener Volksschule: „Meine Rolle als Lehrerin empfinde ich nicht vordergründig als Wissensvermittlerin, sondern als Begleiterin“, sagt Eder. Ihr Anliegen ist es, die Volksschulkinder auf ganzheitliche Weise zu begleiten. Dass sie neben ihrem Beruf geistliche Begleiterin ist und Erwachsene begleiten darf, ist für sie ein guter Ausgleich.

„Es macht einen Unterschied, ob ich Kinder oder Erwachsene begleite, aber in der Haltung kann ich Parallelen ziehen: wachsen lassen, was da ist; Wegbegleitung und Hilfe anbieten; freilegen, was zum Leben kommen will“, sagt die ruhige Ordensfrau. Das sind auch die Anliegen von geistlicher Begleitung.

In diesen Gesprächen können Menschen erzählen, was sie im Leben und Glauben bewegt. Wer geistlicher Begleiter ist, hört aufmerksam und wohlwollend zu. Durch das Aussprechen kann Klärung und Unterscheidung gelingen.

Raum zum Reden
Wer einen Gesprächspartner sucht, um sich was von der Seele zu reden, ist auch in der Gesprächsinsel gut aufgehoben: Schwester Hermi Dangl ist Steyler Missionsschwester und leitet dieses Gesprächsangebot mitten in der Stadt. „Wer zu uns kommt, kann hier reden und findet einen Raum, wo er ernst genommen wird.

Das Sympathischste daran ist, dass man sich weder anmelden noch seinen Namen oder andere Daten preisgeben muss“, so Dangl. In die Gesprächsinsel, die an Werktagen geöffnet ist, kommen viele Menschen nur einmal, um Ballast abzuladen; manche bitten noch um ein zweites oder drittes Gespräch. „Und bei manchen sind wir ein Trittbrett, um anderswo therapeutische Begleitung zu erhalten“, sagt Dangl.

Was ist geistliche Begleitung?
„Manche suchen dezidiert nach geistlicher Begleitung, schauen dann auf der Website der Erzdiözese nach und landen bei mir“, sagt Schwester Doris Eder. Durch ihre eigene Erfahrung, gut begleitet zu werden, durch die Ausbildung zur geistlichen Begleiterin und durch ihre Gemeinschaft, wurde sie selbst zu einer Begleiterin.

„Bei den Helferinnen“, so heißt die Ordensgemeinschaft von Schwester Doris Eder, „ist es Teil unserer Sendung, für andere da zu sein.“ Die Gemeinschaft wurde in der Tradition des heiligen Ignatius gegründet. Dieser gilt als der Urvater der Exerzitien und der geistlichen Begleitung. „Während manche ganz dezidiert suchen, sind andere über Angebote wie die Guided Prayer Week zur Geistlichen Begleitung gekommen“, ergänzt sie. Die Guided Prayer Week ist ein Angebot des Quo vadis? mit verschiedenen Kooperationspartnern.

Das größte Geschenk: Zeit haben
Im Quo vadis?, dem Zentrum für Begegnung und Berufung der österreichischen Ordensgemeinschaften, arbeitet ein fast 20-köpfiges Team von Ordenschristen und -mitarbeitern. Untertags ist der Raum im Zwettlerhof, dem Durchgang hinter dem Stephansdom zur Wollzeile, ein Treffpunkt und ein Ort der Ruhe zugleich: Wer Stille, ein Gespräch oder Informationen zum geistlichen Leben sucht, ist dort richtig.

Abends ist das Zentrum ein kleines Veranstaltungslokal: Sie machen den reichen Schatz der Ordensspiritualität zugänglich. Das Team hat vor allem eines: Zeit für die Menschen in der Stadt.

Ein besonderes Augenmerk gilt den jungen Menschen, beispielsweise bei der Guided Prayer Week: Eine Woche lang werden junge Erwachsene von einem Team beim Gebet begleitet; jeden Tag wird eine Bibelstelle für jeden Einzelnen ausgewählt und es findet ein Begleitgespräch statt. Auf diese Weise erfahren junge Erwachsene, wie ein geistliches Leben Form annehmen kann. Doch auch bei einer Tasse Kaffee oder einem kurzen Gespräch zwischen Tür und Angel kann Begleitung gelingen. Das Quo vadis? wird von Lisa Huber geleitet.

Mehr Leben
„Am schönsten finde ich es, wenn ich spüre: Da ist jetzt wirklich Gott am Wirken, da wird was frei, lebendig“, sagt Schwester Doris Eder.

Ordensleute als Begleiter und Begleiterinnen sind offen für das Einbrechen Gottes in unsere Lebenswirklichkeit. „Wir wollen Menschen helfen, das freizulegen, was in ihnen angelegt ist, damit sie zu mehr Leben kommen“, so formuliert es Schwester Hermi Dangl.

Prominente Ordensleute: Christoph Kardinal Schönborn OP
Mi. 10 Feb. 2021 20:00 - 21:00

Pater Christoph Kardinal Schönborn ist wohl der bekannteste Ordensmann Österreichs: 1963 trat er in den Dominikanerorden ein. Stephan Hauser moderiert das Gespräch. Es findet im Quo vadis (ohne Publikum) statt. Sie sind eingeladen, dem Gespräch über seine Berufung auf Radio Klassik Stephansdom zu folgen: Live Stream | radio klassik.

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Jede Lebensgeschichte eines Menschen ist erzählenswert. Nicht ganz alltäglich sind Lebenserzählungen von Ordensleuten: Es geht um Berufung(en), Zweifel, Gemeinschaft und Lebensfreude. Im Quo vadis? interessiert man sich für diese Berufungsgeschichten. Bei einem Talk kommen prominente Ordensleute zu Wort. Dieses Mal ist Pater Christoph Kardinal Schönborn, der wohl bekannteste Ordensmann Österreichs zu Gast: 1963 trat er in den Dominikanerorden ein. Stephan Hauser moderiert das Gespräch. Es findet im Quo vadis? (ohne Publikum) statt. Interessierte sind eingeladen, dem Gespräch über seine Berufung auf Radio Klassik Stephansdom und im Livestream zu folgen.

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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