Glaubenszeugnis
„Ich arbeite im Paradies“

Für mich sind Blumen ein Wunder der Natur, ein Geschenk, mit dem ich als Floristin arbeiten darf.
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  • Für mich sind Blumen ein Wunder der Natur, ein Geschenk, mit dem ich als Floristin arbeiten darf.
  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Wolfgang Linhart

Margarete Miskovics kam als Kind durch ihre Tante zum Ministrieren. Heute ist sie Pfarrgemeinderätin in Göttlesbrunn und Organistin und liebt als Floristin vor allem eines: Blumen.

Margarete Miskovics ist Pfarrgemeinderätin in Göttlesbrunn im Dekanat Bruck an der Leitha. Nach dem Studium der Ernährungspädagogik sattelte sie um und übernahm das elterliche Blumengeschäft. Blumen und Glaube, das passt gut zusammen, findet die 29-Jährige. Im Geschäft kommt sie mit den Leuten ins Reden, bei Erstkommunionen, auf Hochzeiten und Begräbnissen sorgt sie für den schönsten Blumenschmuck, in der Pfarre liegt ihr besonders die Kinder- und Jugendpastoral am Herzen.

Frau Miskovics, Blumenschmuck in der Kirche sieht schön aus, ist aber mehr als ein bloßes Aufhübschen des Kirchenraumes. Was können Blumen bei kirchlichen Feiern Ihrer Erfahrung nach alles ausdrücken?
Auf jeden Fall viel Liebe! Liebe für die Menschen, für die Gemeinde, für Jesus oder die Muttergottes, vor deren Altar man eine Vase mit Blumen aufstellt. Mit Blumen möchte man ein Ereignis besonders machen. Und es ehrt mich, dass ich als Floristin die Aufgabe bekomme, Feiern wunderschön zu gestalten. Ob es nun ein Trauergesteck für einen Sarg ist und damit ein letztes Geschenk, das man diesem Menschen geben kann, oder der Blumenschmuck bei einer Hochzeit oder einer Erstkommunion. Für mich sind Blumen ein Wunder der Natur, ein Geschenk, mit dem ich als Floristin arbeiten darf. Wenn der Blumenlieferant zu mir ins Geschäft kommt, erfüllt mich das immer mit großer Dankbarkeit, und ich denke mir oft: Ich arbeite in einem Paradies!

Zu den kirchlichen Feiern steuern Sie nicht nur die Blumen bei. Sie sind im Pfarrgemeinderat, helfen bei der Erstkommunion- und Firmvorbereitung, sind Organistin. Waren Sie schon immer mitten drin im Pfarrleben?

Ich bin durch meine Tante zum Ministrieren gekommen, und dann haben sich immer mehr Türen geöffnet. Als Kind und Jugendliche hatte ich nicht so viele Freunde, ich war immer ein bisschen eine Außenseiterin, da hat mir die Kirche viel Halt gegeben. Andere sind am Abend fortgegangen, ich war in der Kirche. Da hatte ich mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, wurde als Kirchenmaus bezeichnet und vor allem in der Pubertät oft gefragt, warum ich das alles mache.

Wie sind Sie damit umgegangen?
Mit der Zeit lernt man, da drüber zu stehen. Ich habe immer versucht, positiv auf die Leute zuzugehen. Ich bin ein offener Mensch und jemand, der das, was ihm gefällt, mit Leidenschaft macht. Da bin ich oft nicht zu bremsen.

Was sind für Sie die schönsten Momente im Pfarrleben?

Am schönsten finde ich die Arbeit mit den Kindern. Bei der Erstkommunionvorbereitung in diesem Jahr haben wir gemerkt, wie sehr sich die Kinder freuen, wenn sie wieder zusammen jausnen und singen dürfen. Das sind meine Lichtmomente. Oft muss ich schmunzeln, zum Beispiel wenn ein Kind den Pfarrer fragt, ob er sich alle Sünden, die gebeichtet werden, merkt. Und ein anderes darauf antwortet: Nein, die gehen sicher – wie die Oma immer sagt – beim einen Ohr rein, beim anderen raus. Die Erstkommunion ist auch immer sehr bewegend für mich. Die Kinder gehen einzeln nach vorne, während wir ein Lied singen. Zum Glück sitze ich dabei am Keyboard mit dem Rücken zu den Kindern, sonst könnte ich vor Rührung nicht spielen.

Autor:

Sandra Lobnig aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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