35 offene Wärmestuben
„In Wien soll kein Mensch frieren oder erfrieren“

Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner mit engagierten Mitarbeiterinnen der Wärmestube der Pfarre Lainz (Wien 13).
  • Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner mit engagierten Mitarbeiterinnen der Wärmestube der Pfarre Lainz (Wien 13).
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Die Caritas unserer Erzdiözese Wien hat eine erste Bilanz zur heurigen Winterhilfe gezogen: So ist die Anzahl der pfarrlichen Wärmestuben diesen Winter „so hoch wie nie zuvor“, sagt Generalsekretär Klaus Schwertner bei einem Pressegespräch in der Caritas-Wärmestube der Pfarre Lainz-Speising (Wien 13). Die kirchliche Hilfsorganisation rechnet bis zum Ende der kalten Jahreszeit mit rund 10.000 Besuchen von Menschen in Not an den insgesamt 35 Wiener Standorten – um fünf mehr als noch vor einem Jahr. Das Ziel der Caritas: „Im Winter soll kein Mensch auf Wiens Straßen frieren und erfrieren müssen.“ Seit 1. November steht zudem die Leitung des Caritas-Kältetelefons (01/480 45 53) offen, das bereits 2.722 Anrufe zählte. Das Kältetelefon ist noch bis 30. April 2020 rund um die Uhr erreichbar.

Meist prekäre Wohnsituationen

„Viele Menschen müssen sich entscheiden, ob sie sich etwas zu essen kochen oder einheizen“, erklärt Eva Maria Kaiser, Leiterin der Wärmestube der Pfarre Lainz-Speising. Gemeinsam mit etwa 30 Freiwilligen bewirtet sie jeden Freitag 55 bis 60 Personen mit Frühstück, Mittagessen und Jause. Wie in den meisten Wärmestuben sei der Großteil der Gäste zwar nicht wohnungslos, aber von prekären Wohnsituationen betroffen, so Kaiser. Oft mangle es bereits an Geld für Kleinigkeiten, wie Obst oder Taschentücher, sowie für warme Kleidung. Auch hier helfe die Pfarre mit Sachspenden aus.

Aufwärmen und eine warme Mahlzeit

Gemeinsam mit mehr als 800 Freiwilligen und Spendern habe die Caritas ein „möglichst dichtes Netz der Nothilfe quer über die ganze Bundeshauptstadt gespannt“. Neben den zusätzlichen Nachtnotquartieren gibt es seit 1. Dezember mit den Wärmestuben auch tagsüber die Möglichkeit, sich aufzuwärmen und eine warme Mahlzeit zu erhalten. Erstmals gibt es heuer auch eine eigene Wärmestube für junge, von Obdachlosigkeit betroffene Menschen. Mehr als ein Drittel der Menschen, die sich wegen akuten Wohnproblemen erstmals an die Caritas wenden, seien unter 30 Jahre alt, so Schwertner. Eine weitere Wärmestube im 22. Bezirk bietet Schutz- und Rückzugsmöglichkeiten speziell für Frauen; des Weiteren hat die Caritas auch die Sozial- und Rechtsberatung in den Wärmestuben ausgebaut.

Autor:

Stefan Kronthaler aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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