Der heilige Mohr Mauritius

Darstellung des hl. Mauritius als Mohr im Dom St. Mauritius, Magdeburg (um 1250)
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Heftig wird darüber diskutiert, ob die Mohrenapotheke, das Mohrenbräu oder die Mohrengasse umbenannt werden sollen. Hier ein Blick auf den heiligen Mauritius.

Mauritius stammte aus Oberägypten und lebt im dritten Jahrhundert, als dort das Christentum schon weit verbreitet war. Er war Anführer einer kampferprobten römischen Legion aus dem ägyptischen Theben. Ob er aus Zentral- oder Nordafrika stammte oder nicht, ist ebenso wenig geklärt wie seine Hautfarbe (auch wenn ihn El Greco als Weißen gemalt hat).

Tatsache ist jedenfalls, dass in früherer Zeit der Begriff „Mohr“ keine abwertende Bezeichnung war – man denke nur an König Melchior.

Die Legende erzählt, dass sich Mauritius zusammen mit seiner Legion geweigert habe, vor Beginn eines Feldzuges beim ca. 20 km nördlich des Genfer Sees gelegenen Agaunum, das heute Saint-Maurice heißt, den heidnischen Göttern und dem Standbild des Kaisers zu huldigen. Dies galt als Meuterei und Gotteslästerung und Mauritius wurde daraufhin als Rädelsführer enthauptet.

Die Christen unter den Bauern der Umgebung pflegten aber nach Abzug des römischen Heeres das Grab des fortan als Märtyrer verehrten Mauritius. Nach etwa hundert Jahren stand bereits eine Kirche über seinem Grab. Um 960 wurden seine Reliquien feierlich in den Dom St. Mauritius in Magdeburg gebracht.

Besonders ab dem 13. Jahrhundert blühte die Verehrung auf. Davon zeugt die große Zahl der Mauritius- und Moritzkirchen sowie die noch größere Zahl der Mauritius- und Mohrenwappen von Adelsgeschlechtern, Bistümern, Klöstern, Städten und Dörfern.

Seit dem 15. Jahrhundert ist der Mohrenkopf außerdem auch das offizielle Stadtwappen von Coburg. Es dürfte also durchaus einen wahren Kern haben, dass Mauritius der erste farbige Heilige Europas war.

Darstellung des hl. Mauritius als Mohr im Dom St. Mauritius, Magdeburg (um 1250)
Seit dem späten vierzehnten Jahrhundert dient der Heilige Mauritius, der Schutzpatron von Coburg, als ein Symbol der Stadt. Er kennzeichnet das Stadtwappen in der Form eines „Mohrenkopfes“ und überall in der Stadt können Statuen von ihm gefunden werden. Um das siebzehnte Jahrhundert herum gab es eine wesentliche Veränderung in den Darstellungen des Heiligen, da er sich von einem gepanzerten Ritter in einen edlen Wilden verwandelte. Elemente des letzteren kommen im Stadtwappen, das ansonsten über die Jahrhunderte einheitlich geblieben ist, weiterhin vor.
Autor:

Wolfgang Linhart aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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