Schloss Eckartsau und Nationalpark Donauauen
Geschichte atmen, Natur entdecken

Hinter dem Schlosspark, geht der Auwald praktisch gleich los. Verschiedene Routen kann man hier gehen – längere und kürzere.
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  • Hinter dem Schlosspark, geht der Auwald praktisch gleich los. Verschiedene Routen kann man hier gehen – längere und kürzere.
  • Foto: Andrea Harringer
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Unser vierter Ausflug führt uns zum Schloss Eckartsau und ein kleines Stückchen hinein in den Nationalpark Donauauen. Geschichte wollen wir atmen und Natur genießen. Und beide Wünsche erfüllen sich hier in einzigartiger Weise. Aber lesen Sie selbst.

Plötzlich, wie aus dem Nichts, schlängelt sie sich vor uns über den Weg: Eine kleine Ringelnatter. Und wenn ich sage klein, dann meine ich klein – kaum größer als 30cm. Normalerweise gehören Schlangen zu jenen Tieren, die mir ein bisschen eine Gänsehaut verursachen – diesen kleinen Kerl hier, finde sogar ich süß. Und Tobias? Na wahrscheinlich können Sie es sich gut vorstellen: er ist restlos begeistert. Erst recht, als die Schlange am Weg „stehen“ bleibt. Als würde sie uns einladen, sie zu beobachten. Eine Einladung, der wir natürlich folgen. Vorsichtig – keine Frage – um sie nicht zu erschrecken gehen wir ein paar Schritte näher. Nahe genug, um sie genau zu sehen, weit genug weg, um sie nicht zu bedrängen.

Schauplatz der Weltgeschichte

Damit, eine Schlange zu sehen, hatten wir wirklich nicht gerechnet. Eigentlich war ja der Plan gewesen, das Schloss Eckartsau, nahe Hainburg, zu besichtigen und dann auch noch eine Runde im Nationalpark Donauauen zu drehen, der gleich an den Schlosspark anschließt. Geschichtlicher Genuss gepaart mit Natur pur wenn Sie so wollen.

Das Schloss Eckartsau ist nämlich ein echter Geheimtipp für alle jene, die ein besonderes Interesse an österreichischer Geschichte haben. Hier taucht man ein in die bewegten Zeiten der Habsburger Monarchie – Kaiser Karl etwa suchte hier mit seiner Familie nach den Verzichtserklärungen im November 1918 Zuflucht.

Heute bietet das Schloss eine Reihe geführter Touren durch das Schloss und auch den sehenswerten Schlosspark. Täglich angeboten wird die Führung „Kaiser ohne Krone“. Für „Österreichs letztes Kaiserpaar“, „Kronluster und Stiefelknecht“ oder etwa eine Führung rund um den Schlosstümpel, die nicht täglich gemacht werden, muss man sich extra anmelden.

Gleich beim Eingang befindet sich zudem eine frei zugängliche Ausstellung zum Thema „Karl und Zita“. Allein hier erfährt man Aspekte über das Leben in Österreich zu dieser Zeit, die man vielleicht noch nie gehört hat. Darunter etwa, dass die österreichische Bevölkerung sich in der Not doch recht erfinderisch zeigte und etwa aus Kartoffelschalen Kuchen oder aus Haferflocken „Schnitzel“ gemacht hat.

„Tiergarten"

Hinter dem Schlosspark, geht der Auwald praktisch gleich los. Verschiedene Routen kann man hier durch die Au gehen – längere und kürzere. Da es heute wirklich sehr, sehr heiß ist, beschließen wir einfach mal drauflos zu gehen, jenen Wegen zu folgen, die uns gefallen und umzukehren, wenn wir nicht mehr können.

Aber der Weg, den wir einschlagen, lässt uns dann eigentlich gleich aufatmen – nach wenigen Metern sind wir mitten im Wald, es ist kühler hier, schattig und sehr feucht – ein wenig fühlt sich so an, wie im Regenwaldhaus im Tiergarten Schönbrunn.

Unzählige Schmetterlinge umkreisen uns. Das Handy hilft uns beim Versuch zu bestimmen, was es für Arten sein könnten. Die mit den blauen Flügeln könnten Bläulinge sein. Die mit den schwarzen Flügeln mit den weißen Punkten sind wahrscheinlich Weißfleck-Widderchen. Die grünlich bis gelblichen sind wohl Zitronenfalter.
Aber wir begegnen nicht nur Schmetterlingen, plötzlich kriecht ein riesiger brauner Käfer über den Weg. Wir „befragen“ wieder das Handy und es scheint so zu sein, dass es sich bei dem Käfer um ein Hirschkäferweibchen handelt. Liebenswürdiger Weise krabbelt es recht langsam und gibt uns so die Gelegenheit es näher zu betrachten. Wir gehen erst weiter, als das Tierchen sich in die Luft erhebt und davonbrummt.

Der Weg ist das Ziel

Tobias ist so richtig im Glück – zuerst das Schloss, das für mein geschichtlich enorm interessiertes Kind schon ein echtes Highlight war und jetzt dieser unfassbare „Tiergarten“ hier. Vor lauter schauen, was wir an Fauna noch entdecken können, kommen wir kaum weiter.

Das macht aber genau genommen auch nichts. Hier ist der Weg das Ziel. Wer „Meter machen“ möchte, ist hier falsch. Wer den Alltag hinter sich lassen möchte, genau richtig.

Urlaub im Kleinen

Autor:

Andrea Harringer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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