Von Senioren für Senioren: Cäcilia Havel
Was bedeutet fasten für mich?
- Cäcilia Hawel
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Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Was bedeutet fasten für mich: Besinnung auf das Wesentliche, Verzicht? Als Kind war die Fastenzeit für mich anstrengend und lange. Es war die Zeit des Verzichts auf so Manches, was Freude bereitete. Es war auch eine Zeit des schlechten Gewissens, wenn der Verzicht nicht gelang. Jetzt im Alter freue ich mich auf diese Zeit, weil es mir einen bewussten Verzicht ermöglicht und damit auch die Vorfreude, wenn der Genuss des Verwehrten wieder möglich wird.
Beim Nachdenken über das Verzichten im Leben wird mir erst bewusst, dass wir, indem wir Entscheidungen treffen, gleichzeitig auch auf etwas verzichten. Dieses Verzichten empfinden wir aber nicht negativ. Viele von uns engagieren sich in Vereinen oder sozialen Organisationen. Wir verzichten auf Zeit, die wir sonst für unsere eigenen Interessen nützen könnten. Dieser Verzicht bringt Hoffnung und Freude für andere. Aber auch wir werden beschenkt. So viel an Zuwendung und Dankbarkeit, die wir dadurch erhalten, macht unser Leben sinnvoll, froh und glücklich.
Für mich ist das Leben ein Geben und Nehmen, nicht nur in der Fastenzeit. Geben ist einfacher als Nehmen. Die, die annehmen müssen, weil sie selber auf Hilfe angewiesen sind, müssen oft auf Autonomie und Selbständigkeit verzichten. Verzichten wir, so werden wir auch reich beschenkt.
Ich wünsche mir für die nächsten Generationen, dass sie diesen wertvollen Verzicht als sinnstiftendes Lebensmotto erkennen. Nicht nur in der Fastenzeit, sondern immer.
Cäcilia Havel, Vorstandsmitglied der Seniorenpastoral
Von Senioren für Senioren ist eine monatliche Serie von „Kirche bunt“ in Zusammenarbeit mit der Seniorenpastoral der Diözese St. Pölten.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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