Sternsingen 2022
Im Einsatz für eine bessere Welt

Für viele Menschen ist es sehr wichtig, dass die Sternsinger den weihnachtlichen Segen für das neue Jahr bringen. Das hat auch die positive Resonanz auf die letzte Sternsingeraktion gezeigt.
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Die Heiligen Drei Könige bringen die weihnachtliche Botschaft zu den Menschen. Es geht um ein friedliches Miteinander und Solidarität mit den Ärmsten dieser Welt.
Im Mittelpunkt der Sternsingeraktion 2022 steht die Unterstützung indigener Völker im brasilianischen Regenwald.

von Simone Oblak-Seyer

Ab dem 27. Dezember 2021 machen sich Caspar, Melchior und Balthasar wieder auf den Weg, um den Menschen hierzulande den Segen für das neue Jahr zu überbringen. Die Friedensbotschaft reicht aber auch weit in die Welt hinein: Die von den Heiligen Königinnen und Königen gesammelten Spenden kommen rund 500 Projekten in Afrika, Asien und Lateinamerika zugute. Im Mittelpunkt der Sternsingeraktion 2022 steht die Unterstützung indigener Völker im brasilianischen Regenwald.Die Sternsingerinnen und Sternsinger verkünden die weihnachtliche Botschaft von der Geburt Jesu. Ihm nachzufolgen, führt zu sinnvollem Leben und friedlichem Miteinander. Diese Nachfolge bedeutet auch Solidarität mit den Ärmsten und respektvollen Umgang mit der Schöpfung. Beim Sternsingen – einer der größten entwicklungspolitischen Spendenaktionen Österreichs – füllen die Heilige Königinnen und Könige einen alpenländischen Brauch mit Leben und setzen sich so für unsere Mitmenschen im globalen Süden ein. Rund 500 Sternsingerprojekte werden jährlich in Armutsregionen der Welt gefördert.

Indigene brauchen Verbündete
Inhaltlicher Schwerpunkt der Sternsingeraktion 2022 ist die Unterstützung indigener Völker, die seit Tausenden von Jahren von und mit dem Amazonas-Regenwald leben. Sie sind der Überzeugung, dass Pflanzen, Tiere, Gewässer und Mineralien den Menschen gleichwertig sind und beschützen Wälder, Flüsse und das Klima. Die Indigenen in Amazonien stehen jedoch vor einer Reihe von Herausforderungen und die wohl größte ist aktuell die Zerstörung des Regenwaldes. Das Abholzen und Abbrennen des Regenwaldes – etwa für den Anbau von Soja als Futtermittel für Massentierhaltung, Weideflächen für den Rindfleischexport, die Produktion von Palmöl, Möbel aus Teakholz und Mahagoni oder für den Abbau von Gold für Münzen als Geldanlage, Eisenerz für Autos und Bauxit für Aludosen – führt dazu, dass die dort lebenden Gemeinschaften nicht nur Land und Nahrungsgrundlagen verlieren, sondern auch systematisch ihrer Kulturen beraubt werden.
Mit dem schwindenden Regenwald schwinden auch Artenvielfalt und CO2-Speicher. Umso wichtiger ist es daher, indigene Gemeinschaften in ihrem Kampf um den Erhalt des Regenwaldes zu unterstützen. Die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, arbeitet eng mit dem Indigenenrat der Brasilianischen Bischofskonferenz (CIMI) zusammen. Dessen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben über viele Jahre eine Basis des Vertrauens zu den indigenen Gemeinschaften aufgebaut und unterstützen diese darin, ihre Rechte auf geschützte Territorien, Selbstbestimmung, wirtschaftliche Unabhängigkeit, Bildung sowie Gesundheitsversorgung einzufordern und umzusetzen.

Regenwald schützt Weltklima
Werden die Rechte der Indigenen gestärkt, ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung ihres Überlebens und zum Fortbestand des Regenwaldes geleistet. Und wird der Regenwald als „grüne Lunge der Erde“ erhalten, schützt dies auch unser Weltklima. „Ich glaube, dass wir gesünder, nachhaltiger und harmonischer miteinander und mit der natürlichen Umwelt leben würden, wenn wir die Wälder und die ganze Natur so wie die indigenen Völker betrachten würden“, so Jussara Góes, Mitarbeiterin von CIMI.

Petition „Amazonien retten“
Mit der Unterstützung der Sternsingerprojekte allein ist es jedoch nicht getan – es bedarf noch mehr. Da europäische Unternehmen an der Ausbeutung des Regenwaldes beteiligt sind und sich Produkte, für die der Regenwald abgeholzt wird, auch in den Supermarktregalen in Österreich wiederfinden, braucht es eine Änderung der internationalen sowie nationalen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Gemeinsam mit anderen Organisationen hat die Dreikönigsaktion eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der die österreichische Bundesregierung unter anderem dazu aufgefordert wird, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, damit österreichische und europäische Unternehmen für ihre Lieferketten in Verantwortung genommen werden, um die Verletzung indigener Rechte im brasilianischen Regenwald zu verhindern und Amazonien und den Regenwald zu schützen. Nähere Informationen dazu sowie online unterschreiben auf www.amazonien-retten.at.

Sternsingen 2022
„Sternsinger haben den Auftrag, weihnachtliche Freude in die Häuser zu bringen!“, sagt Bischof Josef Marketz. Da die Sternsingeraktion von der Corona-Pandemie geprägt ist, werden alle Sternsingergruppen aufgerufen, bei ihrer solidarischen Tour der Nächstenliebe das von der Dreikönigsaktion in Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und Expert/innen erstellte Hygienekonzept umzusetzen. So ist die Gesundheit aller Besuchten und Beteiligten bestmöglich gesichert (laufend aktualisierte Infos dazu auf www.sternsingen.at/corona). Um auch in Zeiten der Pandemie allen Menschen den Segen für das neue Jahr zu bringen und um Menschen in den Armutsregionen der Welt zu unterstützen, wird die Sternsingeraktion der Katholischen Jungschar erneut auf verschiedene Art und Weise durchgeführt. So kommt der Sternsingergruß in manchen Pfarrgebieten etwa mit dem Pfarrblatt ins Haus oder er wird per Video zugeschickt. Wer online personalisierte Glück- und Segenswünsche verschicken möchte, ist eingeladen, dies über www.sternsingen.at/clickandbless zu tun.

Information
Aktuelle Infos:www.sternsingen.at/corona
www.kath-kirche-kaernten.at/sternsingen

Wer online personalisierte Glück- und Segenswünsche verschicken möchte, ist eingeladen, dies über www.sternsingen.at/clickandbless zu tun.

Kontakt:
Anneliese Michael
Diözesanreferentin der Dreikönigsaktion der Diözese Gurk, Tarviser Straße 30, Klagenfurt; Tel.: 0676/8772-2481
E-Mail: anneliese.michael@kath-kirche-kaernten.at

Autor:

Carina Müller aus Kärnten | Sonntag

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