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„Forchtenstein ist meine Traumstelle geworden“

Der Bischof mit den Geehrten.
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Mit einem großen Fest verabschiedete sich Pfarrer Aby Matthew Puthumana Ende August von der Pfarre Forchtenstein. Nach 17 Jahren als Pfarrer feierte er gemeinsam mit Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics, Vertretern von Gemeinde und Vereinen, Angehörigen, Freunden und zahlreichen Gläubigen die heilige Messe. Anschließend fand eine Agape im Klosterinnenhof.

„Es ist Zeit, Auf Wiedersehen zu sagen“, meinte Pfarrer Aby Matthew Puthumana bei seinem Abschiedsfest in der Pfarrkirche Forchtenstein. Unter den Ehrengästen waren Bürgermeister Alexander Rüdiger Knaak, Vizebürgermeister Oliver Biringer, die ehemalige Bürgermeisterin und langjährige Kontaktperson zur Gemeinde Friederike Reismüller, Landespolizeidirektor Martin Huber sowie Johann Schöll vom Weinritterorden, Legat Mattersburg-Forchtenstein.

Auch Angehörige von Pfarrer Aby waren angereist: Ein Bruder, ein Neffe und eine Nichte des Bruders kamen aus Amerika, ein weiterer Neffe aus Deutschland.

Die heilige Messe leitet Pfarrer Aby gemeinsam mit Diakon Josef Leitner. Bischof Ägidius J. Zsifkovics hatte einen Ehrenplatz an den Stufen zum Altarraum. Johannes Leitner spielte die Orgel, Joe Fass und Josef Spuller begleiteten auf der Gitarre. In den Fürbitten wurde für das Wirken von Pfarrer Aby gedankt und um Gottes Segen für seine künftigen Aufgaben gebeten. Dazu wurde jeweils ein Symbol überreicht und vor dem Altar platziert.

In seiner Predigt stellte Bischof Zsifkovics drei Fragen: Woher kommt Pfarrer Aby? Was hat er in Forchtenstein gewirkt? Und was bleibt von ihm?

Aby komme aus Indien, „dem Land, wo der Pfeffer wächst“. Den „Pfeffer des Evangeliums“ habe er zunächst in Kerala und seit 2002 auch bei den Menschen im Burgenland ausgestreut. Nach seinen Stationen in den Pfarren Mattersburg, Pinkafeld und Eisenstadt-Oberberg sei er seit 2008 Pfarrer in Forchtenstein. Dabei habe Aby versucht, „die richtige Mischung beim Pfeffern“ zu finden – als guter, menschenfreundlicher, liebenswürdiger und charmanter Seelsorger, der auch die Geduld habe, auf die Wirkung der Aussaat zu warten. Das Evangelium habe er nicht mit großen Reden verkündet, sondern vor allem durch sein schlichtes und glaubwürdiges Priestersein vorgelebt.

Aby stamme aus Kerala, was übersetzt „Land der Kokosnuss“ bedeute. Als Priester habe er manche „Nuss zu knacken“ gehabt und dies auch geschafft. Bereits in Indien habe er erreicht, dass zu seiner Pfarre eine Straße gebaut wurde. Auch die harte Nuss einer neuen Sprache und Kultur in Österreich habe er geknackt. Mit seinen Projekten habe er sich als „großartiger Baumeister“ und als Zeuge Jesu Christi bewiesen, der sich bedingungslos, wie Petrus, zu Jesus bekenne und Schwierigkeiten meistere, die seine Vorhaben gefährden.

Aby sei bemüht gewesen, in Forchtenstein das Evangelium und den Glauben an Jesus Christus zu wecken, lebendig werden zu lassen und Spuren zu hinterlassen, „dass man auch in Zukunft erkennt: ‚Hier haben Christen gelebt‘“.

Seine südindische Heimatpfarre trage einen Namen, der übersetzt „Goldener Berg“ bedeute. Sie sei durch viele geistliche Berufungen und eine lebendige Gemeinde mit tiefem christlichem Glauben tatsächlich ein „goldener Berg“ für die Diözese Kanjirappally. Aby habe sich bemüht, auch aus Forchtenstein einen „Goldenen Berg“ des lebendigen christlichen Glaubens zu machen. Das zeige sich an der Vielfalt der Kirchenbesucher, an der großen Schar von Ministranten, an den Vertretern des öffentlichen Lebens und der Vereine, der Feuerwehren und des Musikvereins sowie an Kirchenbesuchern von Jung bis Alt. Aby habe es verstanden, die verschiedenen Charismen anzusprechen und zu aktivieren.

Auch die zahlreichen sichtbaren Zeichen seines Wirkens nannte der Bischof: den Kirchenplatz mit dem Glockenspiel, den Meditationshof, die Jesus-Skulptur, das Kreuz auf der Rosalia, das Tor zum Frieden beim Urnenfriedhof, die Heilige Stiege und den neuen Kreuzweg. Aby habe all dies initiiert, „aber nicht für sich getan, sondern für die Pfarre, für euch, für uns alle“. Die Einrichtungen blieben, während er gehe. Es liege nun an den Bürgern der Pfarre, sie zu bewahren, weiterzuführen und die Früchte der Aussaat zu ernten, damit Forchtenstein ein „Goldener Berg“ der Diözese Eisenstadt bleibe.

Der Bischof dankte Gott dafür, Pfarrer Aby als Mitbruder und Freund geschenkt zu haben, der Diözese Kanjirappally für die Entsendung und Aby dafür, dass er diesen Ruf angenommen habe. Als äußere Zeichen wurde Aby zum Ehrenkanonikus der Diözese und zum Koordinator der Partnerschaft der Diözesen Eisenstadt und Kanjirappally ernannt. Bischof Zsifkovics überreichte ihm dafür Brustkreuz und rotes Birett. Außerdem erhielt er eine Kopie der Marienstatue der Pfarrkirche Eisenstadt-Oberberg.

Bei der anschließenden Feier im Klosterinnenhof würdigten Johann Schöll vom Weinritterorden und Vizebürgermeister Oliver Biringer den scheidenden Pfarrer. Biringer überreichte ihm als persönliches Geschenk eine Badehose im Lederhosenstyle. Bürgermeister Alexander Rüdiger Knaak übergab eine Ehrenurkunde, eine goldene Ehrenmünze und ein Kochbuch mit burgenländischen Gerichten – ein „Erste-Hilfe-Buch“, wie es bei der Übergabe hieß.

Kuratorin Magda Rigler-Sauerzapf dankte Aby für unvergessliche Jahre harmonischer Zusammenarbeit; dafür, dass alle in der Pfarre Platz hätten und für seine Motivation, groß zu denken und Neues zu wagen. Sie würdigte ihn als Vorbild, das auch die Ideen anderer angenommen habe, und erinnerte an die vielen gemeinsamen Reisen. In seinen Abschiedsworten blickte Pfarrer Aby auf seine 17 Jahre in Forchtenstein zurück. Der Anfang sei schwierig gewesen, nachdem sein Vorgänger Pfarrer Rudolf Schlögl 23 Jahre hier Priester gewesen war. Viele hätten gefragt: „Was will der Inder hier?“ Bald habe er jedoch große Unterstützung und Wertschätzung erfahren. „Forchtenstein ist zu meiner Traumstelle geworden“, sagte Aby.

Ministrant:innen hatten einen entzückenden, indisch inspirierten Tanz aufgeführt.
  • Ministrant:innen hatten einen entzückenden, indisch inspirierten Tanz aufgeführt.
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Er dankte den Pfarrsekretärinnen, Ratsvikaren und Kurator:innen, Pfarrgemeinderät:innen und Helfern, Organisten und Gitarristen, Mesner:innen sowie einigen seiner engsten Pfarrmitarbeiter namentlich. Den Gläubigen dankte er für ihre Teilnahme an Messen und Festen, den Mitarbeitern in der Liturgie für neue Einrichtungen wie das Lichtermeer zu Allerseelen, die „Kinder der Fröhlichkeit“, die „Pol-sterlmesse“ für Kinder und die Fasten-frühmesse. Sein Dank galt ebenso den Vertretern der Gemeinde und der Vereine und dem Bischof für Lob und Kritik, Motivation und Hilfe.

Vor allem dankte er Gott für die wunderbaren 17 Jahre seines Wirkens in Forchtenstein, die für ihn von Freude geprägt gewesen seien. Er habe seine Aufgaben immer gern getan. Für alles, was war und noch kommt, wolle er dankbar sein. Forchtenstein solle nun den guten Weg auch ohne ihn weitergehen. Wenn man an ihn denke, solle man dies mit dem Gebet an die Gottesmutter, dem „Gegrüßet seist du Maria“, tun.

Im Rahmen des Abschiedsfestes wurden auch langjährige Pfarrmitarbeiter geehrt. Johann Eigner, langjähriger Mitarbeiter der Pfarre sowie Mitglied des Pfarrgemeinderates, des Wirtschaftsrates und des Wohnviertelapostolats, und Johann Strodl, langjähriger Pfarrmitarbeiter, früherer Pfarrgemeinderat, Mitarbeiter im Ausschuss Feste und Feiern und „Drehscheibe“ beim Pfarrfest sowie im Wohnviertelapostolat, erhielten die Verdienstmedaille der Diözese Eisenstadt in Silber. Magda Rigler-Sauerzapf erhielt den St. Martinsorden der Diözese in Silber. Sie ist seit 2017 Kuratorin und Pfarrgemeinderätin und arbeitet unter anderem in den Ausschüssen Wirtschaftsrat, Familie und Jugend sowie im Öffentlichkeitsausschuss und als Firmbegleiterin mit.

Bei der Agape sorgten von Johann und Ria Schöll gespendete Speisen, Mehlspeisen der Pfarrmitarbeiterinnen und Getränke der Pfarre für die Verköstigung. Die Ministranten gestalteten zu Ehren von Pfarrer Aby einen Tanz und bastelten ein Abschiedsbanner mit der Aufschrift „We will miss you“. (Deutsch: Du wirst uns fehlen.) Der Musikverein gestaltete einen festlichen Rahmen. Verwandte und Freunde aus Indien waren ebenfalls gekommen. Viele Gläubige nutzten die Gelegenheit, sich persönlich von Pfarrer Aby zu verabschieden.

ZVG / RED

Der Bischof mit den Geehrten.
Ministrant:innen hatten einen entzückenden, indisch inspirierten Tanz aufgeführt.
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martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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