Gedanken zum Evangelium: 23. Sonntag im Jahreskreis
Er hat alles gut gemacht!

Bei der Taufe berührt der Zelebrant die Ohren und den Mund des Täuflings und spricht: „Éffata! – Der Herr öffne dir Ohren und Mund. Er lasse dich heranwachsen, und wie er mit dem Ruf ‚Éffata‘ dem Taubstummen die Ohren und den Mund geöffnet hat, öffne er auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes.“
  • Bei der Taufe berührt der Zelebrant die Ohren und den Mund des Täuflings und spricht: „Éffata! – Der Herr öffne dir Ohren und Mund. Er lasse dich heranwachsen, und wie er mit dem Ruf ‚Éffata‘ dem Taubstummen die Ohren und den Mund geöffnet hat, öffne er auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes.“
  • Foto: iStock / franz12
  • hochgeladen von Wolfgang Linhart

Das heutige Evangelium erzählt von einer Heilung, von einem „Wunder“, das Jesus an einem  Gehörlosen wirkt. Dabei geht es nicht bloß um diesen einen Menschen, der hier Heilung erfährt. Die Aufforderung „Öffne dich!“, die dem im damaligen Sprachgebrauch als „Tauben“ bezeichneten Gehör und Sprache schenkt, gilt auch uns. Als Getaufte haben wir sie gehört – auch wenn wir uns wahrscheinlich nicht mehr daran erinnern.

Die meisten von uns wurden wahrscheinlich als kleine Kinder getauft und können sich an die eigene Taufe daher nicht oder nur wenig erinnern. Im römisch-katholischen Taufritus bildet der Éffata-Ritus nach der Salbung mit Chrisam, dem Bekleiden mit dem Taufkleid und der Übergabe der Taufkerze den letzten der sogenannten ausdeutenden Riten. Dabei berührt der Zelebrant die Ohren und den Mund des Täuflings und spricht: „Éffata! – Der Herr öffne dir Ohren und Mund. Er lasse dich heranwachsen, und wie er mit dem Ruf ‚Éffata‘ dem Taubstummen die Ohren und den Mund geöffnet hat, öffne er auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes.“ Das fasst zusammen und erklärt, worum es geht: Als getaufte Christen sind wir gerufen, Gottes Wort zu hören und den Glauben an Jesus Christus zu bekennen. In dieser Reihenfolge! Denn nur wer empfangen hat, kann auch geben. Nur wer Gottes Wort vernommen hat, kann es auch weitersagen.

Der Gehörlose im Evangelium wird von anderen Menschen zu Jesus gebracht. „Da brachten sie ihm einen, der stumm war und stammelte, und baten ihn, er möge ihm die Hand auflegen.“ Ähnlich wurden auch wir von anderen Menschen zu Jesus geführt. Ob es nun unsere Eltern, Familien und Paten waren, die uns zur Taufe getragen haben, oder ob wir als Erwachsene zum Glauben gefunden haben, wir haben von anderen Menschen gelernt, die uns auf dem Weg begegnet sind. Doch Jesus nimmt diesen Mann beiseite, er führt ihn von der Menge weg, ehe er ihn heilt. Die Begegnung mit ihm ist also etwas ganz Intimes. Was hier geschieht, lässt sich schwer beschreiben und noch weniger erklären. Am Ende kann der Gehörlose hören und sprechen. Er ist von seinen Fesseln befreit.

Interessant ist auch die Reaktion der Anwesenden. Obwohl Jesus ihnen verbietet, jemandem davon zu erzählen, verbreiten sie die Geschichte – natürlich! – überall. Wie überaus vorhersehbar. Ist das bloß menschliche Sensationsgier? Nein, sie können eben einfach nicht davon schweigen, was sie gesehen haben. Denn sie sind erstaunt „über alle Maßen“ und sagen: „Er hat alles gut gemacht.“

Das wünsche ich mir auch für mein Leben, für unser aller Leben, dass wir letztlich sagen können: Er hat alles gut gemacht. Er hat mich, die ich taub war, hören gemacht; er hat mich, die ich stumm war, reden gemacht. Ich durfte sein Wort hören und meinen Glauben an ihn bekennen. Hoffentlich war es zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes, wie es mir in der Taufe zugesagt worden ist.

Autor:

Franziska Madl aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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