Meinung
Salz der Erde: Aktive Politik!

Philipp Jauernik

Philipp Jauernik (33) studierte Geschichte und arbeitete als Berater für Beziehungen zu Südosteuropa im Europäischen Parlament. Er ist Bundesvorsitzender der Paneuropajugend Österreich, Chefredakteur des Magazins „Couleur“ und Bezirksrat in Wien-Innere Stadt.

Die Aufregung über den im Juni im Europäischen Parlament mit knapper Mehrheit angenommenen Matic-Bericht war groß: Unter anderem wurde darin Abtreibung als Menschenrecht bezeichnet und ihre Einschränkung mit geschlechtsspezifischer Gewalt gleichsetzt. Europaweit fand sich eine Allianz aus dem bürgerlichen, christlichen und konservativen Bereich, der mit Protestaktionen und Petitionen öffentlichen Druck gegen den Bericht erzeugte.

Teils wurde beschwichtigt: Der Bericht war nicht gesetzgebend, also nicht bindend, argumentierten die Einen. Das sei nicht entscheidend, schließlich könnten sich Gerichtshöfe und nationale Parlamente nun in Argumentationen auch auf diesen Text stützen, entgegneten die Anderen. Neutral betrachtet haben beide Seiten Recht.

Als erfreulich bezeichneten viele Beobachter den Umstand, dass überhaupt eine so große Koalition des Widerstands gefunden wurde. Hier liegt ein entscheidender Punkt: In der Politik geht es speziell darum, wie unser Leben gestaltet werden soll. Welche Rolle spezifische Werte dabei spielen sollen, ist seit langer Zeit umstritten. Für die Kirche ist hier oft ein gewaltiger Balanceakt zu vollführen, gilt es doch gleichzeitig, einerseits nicht parteiisch zu agieren und für alle Menschen da zu sein, andrerseits aber doch auch Grundwerte nicht zu vergessen und gemäß der Botschaft Jesu in der Bergpredigt „Salz der Erde“ zu sein.

Inwieweit sich dieser Auftrag primär auf die Verbreitung des Glaubens oder auch auf andere Bereiche bezieht, ist eine uralte Debatte.

Klar ist aber, dass es zur politischen Gestaltung der Welt nicht genügt, nur alle paar Jahre die Stimme zu erheben. Die Gebote der Nächstenliebe umfassen für Christen eine aktive Teilnahme am öffentlichen Leben. Die Bewahrung der Schöpfung und das menschliche Zusammenleben sind Ziele, zu deren Erreichung es das positive Engagement aller Menschen braucht. Dies wiederum erfordert ein aktives Auseinandersetzen mit Themen, Inhalten und Hintergründen. Das ist anstrengend – aber es lohnt sich, für uns alle. paneuropa.at

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Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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