Meinung
Notfall-Dünger

Gabriele Neuwirth ist Vorsitzende des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs.
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  • Gabriele Neuwirth ist Vorsitzende des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs.
  • Foto: kathbild.at / Franz Josef Rupprecht
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Ha! Hab ich dich erwischt!“ Triumphierend hält mir meine Freundin den Blumendünger vor die Nase. Predigst du nicht immer: Das Wichtigste ist die lebendige Blumenerde! Und in Wirklichkeit düngst du aus der Flasche!“

Stimmt. Ich gebe mir große Mühe, die Blumenerde so zu mischen, dass meine Topfpflanzen ohne zusätzlichen Dünger üppig blühen. Aber in den drei großen Oleanderkübeln sind fast nur noch Wurzeln, das Umtopfen war mir auch heuer zu mühsam. Sie kommen nicht ohne flüssigen Dünger aus.

Wie bei den Menschen: Wer in einer rundum positiven Umgebung wurzelt, braucht kaum spezielle Zuwendungen. Uns Christinnen und Christen schenkt der Glaube ein kraftvolles Element für unsere Wurzel-Erde: Die Gewissheit, in Gottes Hand geschrieben zu sein. Schon das allein vermag uns zum Blühen zu bringen.

Die Erde, in der wir wurzeln, müssen wir lebendig erhalten. Durch mutiges Engagement für das Gute, und vor allem durch ein bewusstes Leben als Christin und Christ. Manche brauchen dazu das Gebet, und sei es dreimal am Tag das Ave Maria, manche lassen sich immer neu durch Worte aus dem Evangelium stärken.

Mein Tipp: Den „Sonntag“ zu lesen, der jede Woche spirituellen und praktischen Beistand liefert.

Und was hilft jenen Menschen, deren Wurzeln keine lebendige Erde finden und langsam verkümmern? Als Notfallprogramm muss für den fehlenden Nährboden Ersatz geschaffen werden: Offene Arme, die signalisieren: „Du bist bei uns willkommen. In unserer Runde, in unserer Gruppe, in unserem Freundeskreis, in unserer Pfarre.“
Das sollte uns nicht schwerfallen, es liegt in der christlichen DNA: „Komm an unseren Tisch!“ Gemeinsames Brotbrechen und Teilen war schon für die ersten Christen das Herz ihres Glaubens. Gemeinschaft schafft es leichter als ein Einzelner, verkümmerten Wurzeln Kraft für das Aufblühen zu geben.

Nachsatz: Ich freue mich, als ehemalige SONNTAG-Redakteurin meinen vertrauten Leserinnen und Lesern in dieser Glosse zu begegnen und begrüße alle neu Hinzugekommenen.

Gabriele Neuwirth (73) ist Vorsitzende des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs.

Der Kommentar drückt die persönliche Meinung der Autorin aus!

Gabriele Neuwirth ist Vorsitzende des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs.
Gabriele Neuwirth ist Vorsitzende des Verbandes katholischer Publizistinnen und Publizisten Österreichs.
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Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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