Kommentar: Die Kirche & ich
Dass der Mensch nicht allein bleibt

Wenn wir in Versuchung geraten, andere abzuwerten, ist es gut, an die Heilige Edith Stein zu denken, die hilft uns zu verstehen, dass Menschen zu lieben der höchste Gottesdienst ist.
  • Wenn wir in Versuchung geraten, andere abzuwerten, ist es gut, an die Heilige Edith Stein zu denken, die hilft uns zu verstehen, dass Menschen zu lieben der höchste Gottesdienst ist.
  • Foto: pixabay
  • hochgeladen von Rosemarie Guttmann

Ich wüsste zu gern, wie sich Gott ins Zeug gelegt hat an jenem Sommer­abend vor 99 Jahren: Die junge Philosophin Edith Stein, agnostische Tochter aus jüdischem Haus, findet bei Freunden ein Buch mit der Lebensgeschichte der Heiligen Teresa von Avila. Im Morgengrauen hat sie es ausgelesen und weiß: „Das ist die Wahrheit“. Ein halbes Jahr später wird sie durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen. Taufpatin ist – vom Bischof extra erlaubt – eine evangelische Freundin.

Zu den Fragen, denen sie sich philosophisch widmet, gehört auch jene nach einer speziellen Berufung von Frau und Mann. Für die berufstätige und unverheiratete Edith Stein liegt der „Eigenwert“ der Frau in der Mütterlichkeit und in der Eigenschaft als Gefährtin. Diese Prägungen der Frau gelten aber nicht nur Kindern und dem Ehemann, sondern viel tiefer dem Menschen, „der unser am meisten bedarf, gleichgültig ob er verwandt ist oder nicht, ob wir ihn ,mögen‘ oder nicht, ob er der Hilfe ,moralisch würdig‘ ist oder nicht...“

Mich beeindruckt tief, wie Edith Stein das verwirklicht hat, als sie von den Nazis mit anderen katholischen Juden als Vergeltung gegen einen Hirtenbrief der holländischen Bischöfe ins Vernichtungslager gebracht wurde. Überlebende haben berichtet, wie sehr sie sich um andere gekümmert, ihnen Mut gemacht hat. „Dass der Mensch nicht allein bleibt...“

Wenn wir in Versuchung geraten, andere abzuwerten, ist es gut, an die Heilige Edith Stein zu denken, die übrigens zu Yom Kippur, dem Versöhnungsfest, auf die Welt gekommen ist. Sie hilft uns zu verstehen, dass Menschen zu verachten die fürchterlichste Gotteslästerung ist, die es gibt. Und Menschen zu lieben der höchste Gottesdienst.

Autor:

Michael Prüller aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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