Stift Heiligenkreuz
Die Hand gegenüber Pater Alkuin bleibt ausgestreckt

Hochschule Heiligenkreuz. Das Stift Heiligenkreuz sucht mit Pater Alkuin das Gespräch.
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  • Foto: Stift Heiligenkreuz/Elisabeth Fürst
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Um den Ordensmann und Kirchenhistoriker P. Alkuin Schachenmayr und seine Tätigkeit als Vizerektor (bis 2019) der Hochschule Heiligenkreuz sowie als Stiftsarchivar ist ein Konflikt entbrannt.

Laut einem Offenen Brief der Arbeitsgemeinschaft der Kirchenhistoriker und Kirchenhistorikerinnen Österreichs wurde Schachenmayr wegen seines Einsatzes zur Einführung einer professionellen Plagiatsprüfung bei Abschlussarbeiten der Hochschule seitens des Stiftes Heiligenkreuz, wichtiger Ämter an der Hochschule und im Stift enthoben.

Die „einschneidenden Disziplinierungen“ führten dazu, dass er „explizit aus dem Kloster gedrängt“ wurde. Seit September 2020 lebt Schachenmayr in der Erzabtei St. Peter in Salzburg. Ein Konfliktpunkt dürfte laut dem Brief auch der Umgang des Stiftes mit dem schriftlichen Nachlass des 2020 verstorbenen Paters Norbert Stigler darstellen. Demnach habe Schachenmayr als Stiftsarchivar „offen gegen die kirchlichen Normen widersprechende ‚selektive‘ Archivierung des umfangreichen, für die künftige Auswertung potenziell ergiebigen Nachlasses eines Mitbruders opponiert“.

Auf Kathpress-Anfrage erklärte das Stift Heiligenkreuz dazu, dass es schon seit längerem „menschliche Konflikte, Belastungen des Gemeinschaftslebens und Untergrabung des Vertrauens durch Pater Alkuin gegenüber dem Abt und einer Reihe von Mitgliedern der Gemeinschaft“ gegeben habe.

Diese seien zwar nicht Grund der „Entpflichtungen“ gewesen, „wohl aber haben sie die Entscheidung beschleunigt“, Schachenmayr von Aufgaben zu entbinden „und ihm einen Aufenthaltsort außerhalb des Hauses zu empfehlen bzw. einen Übertritt nahezulegen“, erklärte Stiftssprecher P. Johannes Paul Chavanne.

Im Blick auf den Einsatz von Schachenmayr für eine Plagiatsprüfung betonte Chavanne, dass es konkret um Differenzen bezüglich eines von Schachenmayr erhobenen Plagiats-Vorwurfs gegenüber der Dissertation von Bischof Stephen Robson von Dunkeld/Schottland ging.

Man habe unterschiedliche Auffassungen vertreten, „vor allem, nachdem eine unabhängige Kommission die wissenschaftlichen Standards der Dissertation überprüft hatte, Pater Alkuin aber seine Vorwürfe gegen die Arbeit von Bischof Robson aufrecht erhielt.“

Weiters stellte Chavanne in der Stellungnahme klar, dass Schachenmayr „weiterhin Institutsvorstand am Institut für Kirchengeschichte und Kirchenrecht der Hochschule Heiligenkreuz“ sei.

Seitens der Stiftsleitung und seitens Abt Maximilian Heim bleibe jedenfalls „die Hand gegenüber Pater Alkuin immer ausgestreckt“. Der Abt habe mehrfach das Gespräch gesucht – dieses Gesprächsangebot bleibe aufrecht.

Autor:

Stefan Kronthaler aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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