In memoriam P. Petrus Hübner
Der Bischofsvikar über sein Priestervorbild

Pater Petrus Hübner, Mönch des Zisterzienserordens in Heiligenkreuz und viele Jahre Pfarrer und Dechant in Niederösterreich, hatte 2016 das Amt des Bischofsvikars des Vikariats unter dem Wienerwald übernommen. | Foto: Stephan Doleschal
  • Pater Petrus Hübner, Mönch des Zisterzienserordens in Heiligenkreuz und viele Jahre Pfarrer und Dechant in Niederösterreich, hatte 2016 das Amt des Bischofsvikars des Vikariats unter dem Wienerwald übernommen.
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P. Petrus Hübner, Bischofsvikar im Vikariat Süd der Erzdiözese Wien, ist am Freitag, 28. Oktober 2022, im 75. Lebensjahr überraschend, aber gut vorbereitet und umgeben von seinem Abt, Maximilian Heim und seinem Nachfolger im Neukloster, P. Michael Weiss, im Krankenhaus Wiener Neustadt verstorben.

P. Petrus, Mönch des Zisterzienserordens in Heiligenkreuz und viele Jahre Pfarrer und Dechant in Niederösterreich, hatte 2016 das Amt des Bischofsvikars des Vikariats unter dem Wienerwald übernommen und es mit großer Gottes- und Menschenliebe ausgefüllt.

In einem Antrittsinterview sagte er damals: „Es soll bei unserem Christsein spürbar werden, dass wir einander mit Wohlwollen begegnen, mit Respekt und Toleranz. Dann wird nämlich das eintreten, dass die Leute den Wunsch verspüren: ,Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört: Gott ist mit euch‘. (Sach 8, 23)“

Und wenige Tage vor seiner Krebsperation schrieb er in einem Mail an sein Büro: „Ich selbst danke oft den Herrn, dass Er mir dieses Bewusstsein Seiner Nähe schenkt. ,Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm, ER WIRD ES FÜGEN.‘ (Ps 37, 5)“

Im SONNTAG hat P. Petrus Hübner in einer Serie zum Thema "Priestervorbilder" folgendes geschrieben:

In meiner Kindheit und Jugend gab es eine Fülle von Priestergestalten, denen ich begegnete, ministrierte, mit denen ich zu tun hatte (Religions- und Profanlehrer), und die mich begleiteten und daher auch prägten: Seit meiner frühen Kindheit bin ich mit den Jesuiten in Lainz verbunden, die damals noch das "Exerzitienhaus" leiteten bzw. das Kloster betreuten und auch noch eine recht stattliche Anzahl von Patres waren.

In meiner Untergymnasialzeit war ich dann in Heiligenkreuz im Internat, wo mich die Zisterzienserpatres unterrichteten, aber auch zur Freizeitgestaltung und zu Gesprächen zur Verfügung standen. In der Oberstufe, die ich im G XIII besuchte, waren es wieder die Jesuiten, wo ich als Ministrant und Organist tätig war.

Von all diesen vielen Priestern möchte ich nur einen erwähnen, der mich besonders beeindruckte: P. Prior Walter Schücker aus dem Stift Heiligenkreuz. Schon als Zehnjähriger war ich von seinen vielen Fähigkeiten fasziniert: Er war nicht nur ein guter Botaniker – jenes Fach, in dem er uns unterrichtete – er hat uns über die Wunder der Schöpfung das "Wunder" Gottes nahe gebracht. Und dies galt auch für die Kunst. Was war er doch für ein Genie im Improvisieren:

Ich erinnere mich noch genau an einen Abend, wo er uns Buben sagte, wir dürften uns etwas ausdenken (z. B. "Sonnenaufgang" oder "Jagd"), und er hat darüber am Flügel phantasiert. Legendär auch seine Orgelimprovisationen bei Hochämtern! Sensationell seine Fähigkeiten, Menschen zu unterhalten: Unvergesslich seine Faschingseinlagen, seine Treffsicherheit, gestalterische Fähigkeit als Kantor, usw.

Aber sein größtes Charisma war wohl seine Seelenführung! Er war ein tieffrommer Priester – nie aufdringlich. Gütig in seiner seelsorglichen Begleitung, umsichtig, auch mahnend, wenn es nötig war, begabt mit einer großen Wertschätzung gegenüber dem/der, der/die ihm gerade gegenüberstand. Er war auch der, dem ich als erstes meine Berufung eröffnet habe, mit dem ich mein erstes Berufungsgespräch geführt habe und der mich bis zu seinem (plötzlichen) Tod spirituell begleitet hat.

Er war mir in allem ein großes Vorbild!

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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