Eine junge Tradition
1.000 Lichter erhellen die Nacht – und die Seele...

Wo so viele Kerzen brennen entsteht eine einzigartige Atmosphäre.
  • Wo so viele Kerzen brennen entsteht eine einzigartige Atmosphäre.
  • Foto: Chris-Graus
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Mit der "Nacht der 1.000 Lichter" stimmen sich viele Pfarren und andere spirituelle Orte in der Erzdiözese Wien am 31. Oktober auf das Fest Allerheiligen ein.

Allerheiligen ist nicht nur ein Fest für bekannte Heilige, sondern auch für „Alltags-Heilige“, die im Verborgenen Gutes tun und so die Welt heller machen: Daran wird am 31. Oktober, dem Vorabend von Allerheiligen, wieder in ganz Österreich mit der "Nacht der 1.000 Lichter" erinnert.

In Kirchen, Kapellen oder besonderen spirituellen Orten werden Kerzen entzündet, die ein ganz besonderes Licht verbreiten und den jeweiligen Platz damit in eine ganz besondere Atmosphäre tauchen. Die „Nacht der 1.000 Lichter“ ist damit dafür da, einen Raum zu schaffen, in dem ein Nachdenken, Still-Werden, Beten, neue Kraft schöpfen und Mit-dem-Heiligen-in- Berührung-Kommen möglich ist.

Kerzenschein statt Gruselmasken

Auch in der Erzdiözese Wien beteiligen sich wieder viele Pfarren und andere Orte an dieser Aktion. So etwa im „Raum der Stille“ am Wiener Hauptbahnhof. „Am Vorabend von Allerheiligen, dem 31. Oktober, ziehen viele Menschen verkleidet durch die Straßen und feiern lautstark Halloween. Wir wollen im Raum der Stille am Hauptbahnhof diesen Abend besinnlich begehen“, sagt Renate Moser: „Mit zahlreichen Kerzen werden wir den Andachtsraum stimmungsvoll gestalten. Meditative Musik wird zum Verweilen anregen und auch jeder und jede ist eingeladen, eine Kerze in einem besonderen Anliegen, etwa zur Erinnerung an einen lieben Verstorbenen, anzuzünden.“

Auch in der Pfarrkirche Gersthof gibt es wieder eine „Nacht der 1.000 Lichter“. „Tatsächlich werden es wohl sogar mehr als 1.000 Lichter sein“, sagt Hemma Gamillscheg von der Pfarre Gersthof: „Und wir verwenden sogar alu-und mineralölfreie Kerzen dafür. Wir freuen uns sehr auf alle, die die besondere Atmosphäre erleben und unsere neun Kreativstationen ausprobieren wollen.“

Vorbild Taize
Das erfolgreiche pastorale Projekt wurde im Jahr 2005 erstmals tirolweit durchgeführt. Die „Nacht der 1.000 Lichter“ ist von der Lichtfeier der Ökumenischen Gemeinschaft von Taize in Frankreich inspiriert. Alfons Meindl, damals Dekanatsassistent und Jugendleiter im Dekanat Lienz, griff diese Idee für die Stadt Lienz auf und begann, an verschiedenen Terminen im Jahr im dortigen Franziskanerkloster eine „Nacht der 1.000 Lichter“ durchzuführen. Aufgrund des großen Erfolges beschlossen weitere Dekanatsjugendstellen und die gesamte Katholische Jugend der Diözese Innsbruck, im Oktober 2005 erstmals eine „Nacht der 1.000 Lichter“ in ganz Tirol zu machen. Mittlerweile hat sich die Lichternacht auch in anderen Teilen Österreichs etabliert. Im vergangenen Jahr haben 129 kirchliche Orte das Format aufgenommen, in Wien etwa die Michaelerkirche oder in Linz der Mariendom.

Autor:

Andrea Harringer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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