Auf der Suche nach Talenten
Wir nehmen junge Menschen an der Hand

Eva Rosewich zunächst Sozialarbeiterin, jetzt Geschäftsführerin bei Hands on Mentoring.
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  • Eva Rosewich zunächst Sozialarbeiterin, jetzt Geschäftsführerin bei Hands on Mentoring.
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Trotz Corona-Krise konnten heuer bereits knapp über vierzig Jugendliche eine Ausbildung oder Weiterbildung finden. Ein besonderes Mentoring-Projekt der Katholischen Aktion war ihnen dabei behilflich.

Interview von Christopher Erben mit Eva Rosewich, Geschäftsführerin bei "Hands on Mentoring".

Ein kleines Büro im Otto Mauer-Zentrum in Wien. An einem kleinem Besprechungstisch sitzt Eva Rosewich. Sie ist seit zweieinhalb Jahren bei Hands on Mentoring, zunächst als Sozialarbeiterin, seit Anfang 2020 als Geschäftsführerin.

  • Hands on Mentoring klingt etwas ungewöhnlich – weshalb dieser Name?

Wir wollen junge Menschen sozusagen an der Hand nehmen, Ihnen zu einer guten Arbeit oder Ausbildung verhelfen sowie Perspektiven im Berufsleben bieten. Auch sollen sie dabei ihre Persönlichkeit entfalten, mehr Selbstvertrauen gewinnen und ihre Selbstbefähigung stärken, damit sie ihr Leben selbstbestimmter in Hand nehmen zu können. In jedem jungen Menschen steckt ein Talent, das wir mit ihm suchen.

  • „Jesus ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf“ – so steht es im Markus-Evangelium (MK 1,31).

Das Fundament unserer Arbeit ist das christliche Menschenbild. In jedem jungen Menschen sehen wir eine wertvolle Persönlichkeit – unabhängig von dessen Herkunft, Weltanschauung und Religion. Denn Vielfalt sehen wir als eine Bereicherung gleichermaßen.

  • Mentoren sind die tragende Säule von jedem Mentoringprogramm. Worauf setzt im Speziellen Ihr Projekt?

Während bei anderen die ehrenamtlichen MentorInnen nicht älter als Mitte zwanzig sind, sehen wir unseren Vorteile in deren Lebens- und Berufserfahrung. Die jüngsten sind 21 – die ältesten sogar 65 Jahre. Einige sind auch bereits Eltern oder Großeltern. Auch die Vernetzung spielt bei unseren MentorInnen eine wichtige Rolle. Im MentorInnen Pool sind daher verschiedenste berufliche Hintergründe vertreten, u.a. einige GeschäftsführerInnen großer Firmen, Unternehmensberater, Coaches oder Human Ressources-Verantwortliche.

  • Corona geht an uns nicht spurlos vorüber – schon gar nicht an Jugendlichen. Wie sieht es momentan am Arbeitsmarkt aus?

Arbeitssuchende Jugendliche sind zwar hoch motiviert, doch trifft sie die Coronavirus-Krise besonders schwer. Vor allem im Bereich der Hotellerie und Gastronomie können sie heuer nur sehr schwer Fuß fassen, wohingegen andere, systemerhaltende Bereiche händeringend nach jungen Talenten suchen. Immerhin konnten über 30 Mentees von uns im September eine Lehre beginnen.

  • Schöne Momente tun unserer Seele gut - besonders in diesem Jahr. Erzählen Sie mir bitte von einem, dass sie geprägt hat.

Mein Highlight heuer war David. Er kam während des ersten Lockdown zu uns und nahm das Online Mentoring-Angebot von Barbara an. Heute arbeitet er als Kochlehrling in einem Restaurant in der Wiener Innenstadt.

  • Wie lange wollen Sie Ihre Hände über „Hands on“ halten?

Bis zu meiner Pension und darüber hinaus (lacht). Ja, ich habe alle Hände voll zu tun. Für mich ist dieser Beruf eine große Erfüllung und Bereicherung, weil ich Menschen unterschiedlichen Alters vernetze und den Mentees helfe. Das Projekt soll weiterhin klein und fein bleiben, damit die Qualität des Mentoring erhalten bleibt.

Mit Handschlag-Qualitäten
Hands on Mentoring ist ein christliches Projekt der katholischen Aktion für junge Arbeitssuchende. Die Erzdiözese Wien, insbesondere die Katholische Aktion ist Träger des Vereins Hands on Mentoring. Die meisten Mentees sind zwischen 18 und 22 Jahre alt, von denen 70 Prozent Migrationshintergrund haben.

Über 50 MentorInnen arbeiten freiwillig beim Projekt mit und stehen mit ihren Mentees auch in Corona-Zeiten regelmäßig in Kontakt – sei es übers Telefon, via WhatsApp, MS Teams oder Zoom.

Spenden-Konto:
Caritas der Erzdiözese Wien
AT 47 2011 1890 8900 0000
GIBAATWWXXX
KV 830.085 Hands on

Eva Rosewich zunächst Sozialarbeiterin, jetzt Geschäftsführerin bei Hands on Mentoring.
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Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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