Sonntag der Völker
Wertschätzung für Migranten

Weihbischof Franz Scharl: "Die jüngere Geschichte zeigt, welche dramatischen Konsequenzen sich ergeben, wenn die eigene Nation für wichtiger gehalten wird als das, was Jesus Christus sagt“.
  • Weihbischof Franz Scharl: "Die jüngere Geschichte zeigt, welche dramatischen Konsequenzen sich ergeben, wenn die eigene Nation für wichtiger gehalten wird als das, was Jesus Christus sagt“.
  • Foto: Stephan Schönlaub
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Am 27. September beging unsere Kirche den „Sonntag der Völker“. Eine halbe Million Katholiken in Österreich haben Migrationshintergrund.

Zu mehr Wertschätzung im Umgang mit Flüchtlingen und Migranten hat Weihbischof Franz Scharl aufgerufen. Österreich würde ohne die vielen in der Pflege oder als Erntehelfer tätigen Menschen im Land wohl anders aussehen. Die vietnamesischen Bootsflüchtlinge oder die Bosnienflüchtlingen der 1990er-Jahre seien heute „sehr gut integriert“, betonte der Referatsbischof der Bischofskonferenz für die fremdsprachige Seelsorge am 27. September beim Festgottesdienst zum „Sonntag der Völker“ im Stephansdom.

Mit dem „Sonntag der Völker“ wurde zugleich der 106. kirchliche „Welttag des Migranten und Flüchtlings“ begangen. Dieser stand unter dem Motto „Wie Jesus Christus zur Flucht gezwungen. Aufnahme, Schutz, Förderung und Integration der Binnenvertriebenen“.

Papst Franziskus hat die Botschaft zum Welttag – aus der Weihbischof Scharl mehrfach zitierte – bewusst dem Drama der Binnenvertriebenen gewidmet, „einem oft unsichtbaren Drama, das durch die Corona-Pandemie nochmals verschärft wird“.

Statt um schöne Worten gehe es bei der Integration um Taten, unterstrich Scharl. Flüchtlingen müsse man „auf Augenhöhe begegnen“ und die von Papst Franziskus in diesem Zusammenhang immer wieder geforderten Grundprinzipien „aufnehmen, schützen, fördern, integrieren“ ernst nehmen. Es sei wichtig, sich für die Lebensbedingungen von Migranten und Flüchtlingen zu interessieren, ihnen zuzuhören und sich auch mit der Geschichte ihrer Herkunftsländer vertraut zu machen. Migranten hätten ein Recht auf „Partizipation“, zugleich müsse man auch bedenken, dass ihre Ausbildung, die jetzt Österreich zugutekomme, von ihren Heimatländern finanziert worden sei.

In Richtung der vielen bei dem gemeinsam gestalteten Gottesdienst anwesenden Sprachgruppen appellierte Weihbischof Scharl, nicht nur auf die eigene Gruppe konzentriert zu bleiben, sondern sich auch „um das Wohl der anderen“ zu bemühen. Die jüngere Geschichte zeige, welche dramatischen Konsequenzen sich ergeben, „wenn die eigene Nation für wichtiger gehalten wird als das, was Jesus Christus sagt“. In der katholischen Kirche in Österreich gibt es außer bei den Sprachen auch bei den Riten eine große Vielfalt, erinnerte der Weihbischof.

In der Erzdiözese Wien gibt es neben dem lateinischen Ritus zehn weitere Riten, vom syro-malabarischen bis zum ukrainischen griechisch-katholischen. Eine halbe Million Katholiken in Österreich haben Migrationshintergrund, wobei zwei Drittel davon in Wien und Umgebung leben.

Autor:

Stefan Kronthaler aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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