Hätten Sie es gewusst?
Kreuze im Stephansplatz-Pflaster

In das Pflaster am Stephansplatz sind neben dem Umriss der 1781 abgebrannten Magdalenakapelle bzw. der darunter liegenden Virgilkapelle zahlreiche dunkle Kreuze zu sehen, die an den einstigen "St.-Stephans-Freithof" erinnern, der sich hier befand.
  • In das Pflaster am Stephansplatz sind neben dem Umriss der 1781 abgebrannten Magdalenakapelle bzw. der darunter liegenden Virgilkapelle zahlreiche dunkle Kreuze zu sehen, die an den einstigen "St.-Stephans-Freithof" erinnern, der sich hier befand.
  • Foto: Wolfgang Linhart
  • hochgeladen von Wolfgang Linhart

Wer in den vergangenen Jahren über den 1917 neu gestalteten Stephansplatz gegangen ist, hat sie wohl kaum bemerkt. In die neue Pflasterung sind neben dem Umriss der 1781 abgebrannten Magdalenakapelle bzw. der darunter liegenden Virgilkapelle zahlreiche dunkle Kreuze zu sehen.

Insgesamt wurden 2017 bei der Neugestaltung des Platzes auf einer Fläche von 10.700 Quadratmetern von der Stadt Wien rund 36.400 jeweils 14 Zentimeter dicke Granitplatten verlegt, die großteils aus dem Waldviertel stammen. Davor wurden auch Gas- und Wasserrohre sowie 4.500 Meter Stromkabel unter dem seit mehr als 30 Jahren nicht veränderten Platz ausgetauscht. Hinzu kamen auch eine moderne Straßenbeleuchtung und Sitzgelegenheiten. Dem Siegerkonzept des Architekten Clemens Kirsch entsprechend fügt sich der Boden nun unmerklich in die umliegenden Straßen ein, weil etwa Granitplatten eingesetzt wurden, die auch in der Kärntner Straße zu sehen sind. Im Gegensatz dazu formen am Domplatz aber dunklere Steine, die aus Schweden und Italien angeliefert wurden, ein oft stilisiertes kreuzförmiges Muster.

Die Erklärung dafür ist einfach: Rund um die Domkirche befand sich viele Jahrhunderte lang ein großer Friedhof, der erst 1732 aufgelassen wurde. Als Zugänge zum alten „St.-Stephans-Freithof“ existierten im 15. Jh. z.B. noch das Messnertor (1466), das Leopolds- oder Schulertor, das Stephans- oder Hüttentor und das Zinnertor. Daran soll erinnert werden, aber den Wienbesuchern nicht sofort ins Aug springen. Für Dompfarrer Toni Faber zeigen die Kreuze am Platz, dass „auf dem spirituellen Knotenpunkt der Stadt sicher der Segen Gottes liegt. Und der stolperfreier Zugang zur ersten Pfarrkirche Österreichs soll Hoffnung, Kraft und Lebensfreude schenken“. - Ob das den Besuchern der zahlreichen oft sehr weltlichen Veranstaltungen, die hier stattfinden, immer bewusst ist, dass sie "auf geweihtem Boden" stehen?

Autor:

Wolfgang Linhart aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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