Der Schöpfung zuliebe
So mögen wir den Frühjahrsputz

Den Frühjahrsputz beginnt man am besten mit dem Fensterputzen. Microfasertücher helfen dabei. Sie sind auch ideal zum Entfernen von Staub geeignet und waschbar.
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  • Den Frühjahrsputz beginnt man am besten mit dem Fensterputzen. Microfasertücher helfen dabei. Sie sind auch ideal zum Entfernen von Staub geeignet und waschbar.
  • Foto: Die Umweltberatung/Seidl/Kupka
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Ein Zuhause, in dem wir uns wohlfühlen, hat in Zeiten des Homeoffice noch größere Bedeutung. Das weiß Harald Brugger, Experte für ökologische Reinigungsmittel von der „Umweltberatung“. Er erklärt, worauf es beim Putzen in den eigenen vier Wänden ankommt und warum er zuerst die Fenster reinigt. Zudem verrät er Tipps, wie wir mit einfachen Mitteln ein gutes Raumklima schaffen können.

Harald Brugger ist seit über zehn Jahren bei „Die Umweltberatung“ tätig und dort für den Bereich Chemievermeidung im Haushalt sowie für das Projekt Öko-Rein-Datenbank zuständig. Diese versammelt gesundheits- und umweltschonende Wasch- und Reinigungsmittel und ist für jeden abrufbar.

„Ich beschäftige mich daher auch viel mit Reinigung im Haushalt“, erzählt Harald Brugger im Gespräch mit dem SONNTAG. Wenn wir uns über den Frühjahrsputz mit ihm beraten, spricht er aus der Praxis: Zuhause teilt sich der studierte Chemieingenieur die Putzarbeiten mit seiner Frau.

„Ich beginne immer mit dem, was mich am meisten freut und das ist das Fensterputzen“, sagt er. Das ist auch gleich der erste Tipp der Experten: „Es macht sehr viel aus, wenn man den Frühjahrsputz mit den Fenstern beginnt. Fenster sind einfach die Augen der Wohnung oder des Hauses und wenn man diese geputzt hat, schaut es schon um einiges ordentlicher aus. Man sieht dann auch den Dreck besser.

Dann geht man Schritt für Schritt weiter vor.“ Wichtig sei grundsätzlich immer von oben nach unten und von hinten nach vorne zu putzen, weil viel Staub aufgewirbelt werde.

Für das Fensterputzen ist ein Reinigungsmittel notwendig – hier gibt es viele ökologische Produkte im Handel. Man kann sich dieses aber aus Essig, Wasser und einem Tropfen Geschirrspülmittel einfach selbst machen. „Dann kann man mit einem waschbaren Mikrofasertuch, einem Gummiabzieher oder auch mit Zeitungspapier – je nach Geschmack – putzen.“

Staub umweltschonend entfernen
Leider sind nicht alle Putzmittel, die sich als „natürlich“, „schonend“ oder „umweltfreundlich“ ausgeben, unbedenklich. Eine unabhängige Überprüfung garantieren Produkte mit einem Umweltsiegel wie z. B. dem österreichischen Umweltzeichen, dem EU Ecolabel oder dem Blauen Engel. „Diese Labels haben die höchste Anforderung an die Gesundheit und Umweltverträglichkeit. Hier werden nicht nur die Inhaltsstoffe, sondern auch die Verpackung geprüft.“

Staub in Haus oder Wohnung regelmäßig zu entfernen ist besonders wichtig, nicht nur für Hausstaub-Allergiker. „Im Hausstaub lagern sich auch Schadstoffe wie z. B. Flammschutzmittel, Weichmacher und sonstige Schadstoffe aus Möbeln und anderen Dingen ab. Raumluft und Raumklima verbessern sich stark, wenn man den Staub immer wieder entfernt“, empfiehlt der Umweltberater.

Wie ist vorzugehen?

Soeben hat die „Stiftung Warentest“ Staubwischtücher und –wedel getestet. „Sehr gut schneiden dabei Microfasertücher ab, die auch wir von der Umweltberatung empfehlen“, freut sich Harald Brugger. Sie nehmen den Staub sehr gut auf, sind waschbar und daher wiederverwendbar. Von Einwegstaubtüchern und –wedel rät der Experte ab, da sie zusätzlichen Müll verursachen. „Microfasertücher eigenen sich für alle glatten Oberflächen, sollten aber bei sehr empfindlichen Flächen aus Holz oder Plexiglas vorsichtig angewendet werden. Was ich auch sehr gern verwende für das Abstauben ist der Staubsauger mit dem Möbelbürsten-Aufsatz, gerade auch für Stellen, an die man nicht so gut rankommt.“

Kalk vorbeugen und entfernen
In Küche und Bad sind Kalkflecken ein häufiges Thema. „Diese können gut vermieden werden, indem man mit einem trockenen Tuch gleich nachwischt, Kalk lagert sich so gar nicht erst ab. Auch auf der Toilette sollte man oft die Bürste benützen, damit sich kein Kalk oder Urinstein bilden kann. Wichtig ist auch darauf zu achten, dass Klospülung und Wasserhähne dicht sind“, rät Harald Brugger.

Um Kalk zu entfernen, empfiehlt er einen ökologischen Reiniger auf Zitronen-, Essig- oder Milchbasis. Ein einfaches Rezept zum Selbermachen gibt es in der Spalte rechts dazu.

Wie beurteilt er die relativ neuen „probiotischen Reinigungsmittel“? „Diese haben eine ideale Wirkung dort, wo es zu starker Geruchsbelästigung kommt, im sanitären und Toilettenbereich wirken sie richtig gut und beseitigen Gerüche ideal. Ich würde sie nicht für den Küchenbereich verwenden.“

Für ein gutes Klima im Homeoffice
Viele von uns arbeiten derzeit im Homeoffice. Mit einfachen Mitteln lässt sich das Raumklima am heimatlichen Arbeitsplatz wesentlich verbessern: „Wichtig ist, das regelmäßige Lüften nicht zu vergessen. Man braucht immer wieder Frischluft, weil die Konzentration mit der CO2-Belastung im Raum abnimmt“, empfiehlt der Experte. Mindestens drei bis viermal täglich sollten wir daher die Fenster weit öffnen und durchlüften.

Desinfizierende oder biozidwirkende Reinigungsmittel sind im Homeoffice nicht nötig. „Man braucht das zuhause nicht, diese Mittel belasten die Gesundheit und die Umwelt zusätzlich. Ich empfehle den Computer regelmäßig abzustauben: Mit der Möbelbürste auf dem Staubsauger auf kleiner Stufe funktioniert das ganz gut“, sagt Harald Brugger. Auch bei den Büromaterialien wie Kugelschreibern, Aktenordnern etc. ist es ratsam, auf das österreichische Umweltzeichen zu achten, um Schadstoffe zu vermeiden. Weiters sollten Staubfänger wie Papier- und Bücherstapel rund um den Schreibtisch regelmäßig entfernt werden.

Ein weiterer Faktor zur Verbesserung des Wohnklimas sind Zimmerpflanzen. „Sie wirken sehr gut auf das Raumklima, befeuchten die Luft und können wie neueste Untersuchungen zeigen, sogar Schadstoffe filtern. Sie geben ein gutes Raumgefühl und bringen etwas Natur ins Homeoffice.“ Je gesünder und größer die Pflanze, desto mehr kann sie bewirken.

Besonders empfohlen werden für die Begrünung im Innenbereich verschiedene Palmenarten, Gummibäume oder der besonders pflegeleichte Bogenhanf. Ein Zimmerpflanzen-Poster kann auf der Internetseite der Umweltberatung heruntergeladen werden. Dann steht der Auffrischung des Heims nichts mehr im Wege. Nach einem kleinen Stoßgebet kann es losgehen...

Autor:

Agathe Lauber-Gansterer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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