Benefizabend "Pasta per tutti"
Gastfreundschaft im Innsbrucker Dom
- Foto: Reinhold Sigl
- hochgeladen von Walter Hölbling
Alle Menschen versammelt um einen Tisch: In diesem uralten Bild drückt die Bibel die Sehnsucht nach himmlischer Vollendung aus. Im Dom gab es dazu einen kleinen Vorgeschmack.
Die Klangkulisse hatte Seltenheitswert: Orgel, Posaune, das gesprochene Wort – Geschichten aus dem Leben des heiligen Franziskus, eine Einführung in seine Gedankenwelt und dazwischen immer wieder ein helles „Kling“. Gläser, die mit köstlichem Wein anstießen – auf das Leben und das Miteinander.
Anlässlich des 800. Todestages des Heiligen hatten Bischof Hermann Glettler und das Kulturinstitut Dante Alighieri in den Dom zu St. Jakob eingeladen. Eine Idee, die von Rom ausging. Die dort ansässige Gemeinschaft San Egidio – Ägidius war einer der ersten Gefährten des heiligen Franziskus – lädt obdachlose Menschen regelmäßig zum Essen in ihre Kirche ein. Um sie ging es in ähnlicher Weise auch im Dom zu St. Jakob. Denn die Spenden für das Mahl kommen der Caritas-Sozialberatung, dem Verein für Obdachlose und dem „Durchgangsort für Wohnungs- und Arbeitssuchende“ (Dowas) zugute.
Breite Unterstützung
Die Idee fand auch in Innsbruck breite Unterstützung. Unter denen, die sich in die lange Reihe geladener Gäste mischten, waren auch Bürgermeister Johannes Anzengruber, Alt-Landeshauptmann Wendelin Weingartner und das Künstler-Ehepaar Julia und Tobias Moretti. Letztere trugen im Dom spirituelle Texte vor. „Kirche
ist nicht aus Stein und Holz. Es geht darum, sie von innen heraus aufzubauen“, meinte Julia Moretti: „Pasta per tutti ist ein schöner Gedanke. Zu sehen, wie der Domplatz lebt. Es ist eine Idee, die weiter trägt“.
Ähnlich äußerte sich Tobias Moretti gegenüber dem Tiroler Sonntag: „Mit einem der innigsten Symbole, dem Essen, gelingt es über das Gemeinsame eine Gemeinschaft zu schaffen“. Und zum Mahl im Dom? „Ein sehr mutiger Gedanke“.
Autor:Gilbert Rosenkranz aus Tirol | TIROLER Sonntag |
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