Ein gutes Gespräch steht oft am Anfang
Versöhnung: Wie geht das?

Helfen, wenn Versöhnung ansteht (v.l.): Sr. Irma Maria Kuenzer, 
P. Christian Marte, Gerlinde Busse, Bischof Hermann Glettler, Katia Fabbri, Gebhard Ringler im „Brunnen“ (dez).
  • Helfen, wenn Versöhnung ansteht (v.l.): Sr. Irma Maria Kuenzer,
    P. Christian Marte, Gerlinde Busse, Bischof Hermann Glettler, Katia Fabbri, Gebhard Ringler im „Brunnen“ (dez).
  • Foto: Reinhold Sigl
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Mehr Frieden, mehr Freude: Wer wünscht sich das nicht? Mit einer Reihe von Angeboten hilft die Kirche, dass Menschen wieder mehr Geschmack am Leben finden.

„Es war so schön. Darf ich noch einmal beichten gehen?“, fragt das Mädchen nach der Erstbeichte. Sr. Irma Maria Kuenzer war viele Jahre in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Ihre Erfahrungen bei der Hinführung zur Erstkommunion erzählt sie im Tiroler Sonntag-Interview: „Einmal kam ein Bub, der sagte: ‚Meine Eltern fragen mich immer nur nach einer Schularbeit, wie es mir geht‘“.

Mehr Kommunikation.

Ganz egal, ob in der Sakramentenpastoral oder bei Beratungsgesprächen: den kirchlichen Einrichtungen gehe es um ein „Mehr an Kommunikation“, so Bischof MMag. Hermann Glettler. Er wisse um die belastete Geschichte der Beichte. Hier sei Aufbauarbeit notwendig, „damit das Befreiende des Sakraments wieder neu zum Vorschein kommt“. Es gehe um ein schöneres Leben und Entlastung. Dazu könnten auch eine Reihe von spirituellen Hilfen beitragen. Wie diese in der täglichen Praxis zur Anwendung kommen, davon berichteten Experten kirchlicher Einrichtungen.
Mehr als 20 Besuche täglich verzeichnet der „Brunnen“. Das Angebot zu Stille, Gespräch und Beratung werde von vielen Kunden und Geschäftsleuten des größten Einkaufszentrums Westösterreichs genutzt. Täglich nehmen sich zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen Zeit für ein gutes Gespräch. „Gut? Das sind Gespräche ohne zu urteilen“, betont Leiter und Logotherapeut Mag. Gebhard Ringler.

Wiederentdeckung der Beichte?

Der Rektor der Innsbrucker Jesuitenkirche, P. Dr. Christian Marte, berichtet von einem wachsenden Interesse an der Beichte. Durch die Nähe zum Management Center Innsbruck (MCI) kämen Menschen aller Altersstufen in die Innenstadtkirche – darunter nicht wenige Studierende. Die Grundbotschaft im Sakrament der Versöhnung sei: „Ich darf wieder neu anfangen!“ Von welcher Tragweite diese Botschaft sei, erfahre er auch in seiner Tätigkeit als Gefangenenseelsorger.
Großteils von Frauen frequentiert werde die „Gesprächsoase“, erzählt Leiterin Irma Maria Kuenzer, eine Steyler Missionsschwester. Zur Beratungseinrichtung in der Maximilianstraße (ehem. Redemptoristenkolleg/Kliniknähe) gehören 13 ehrenamtliche MitarbeiterInnen. Auch sie sind wie die Kolleg-Innen im „Brunnen“ durch entsprechende Ausbildungen qualifiziert. Gesprächsthemen sind häufig Sinn- und Glaubensfragen etwa nach schweren Schicksalsschlägen.
Den starken Wunsch nach Versöhnung erlebt auch Dr. Katia Fabbri, diplomierte Familienberaterin bei der Caritas. Bei der Frage, was zu Konflikten führe, gehe es oft um die Erfahrung, dass sich die Menschen wahrgenommen und geschätzt fühlen und die Einübung einer wertschätzenden Kommunikation.
„Oft kommen Menschen gebeugt. Wenn sie mit einem Lächeln im Gesicht gehen, wissen wir, das Gespräch ist gelungen“, meint Gerlinde Busse vom „Brunnen“.


"Mit Versöhnung verbinde ich...": Stimmen von der Pressekonferenz 

"… einen ehrlichen Blick auf mich selbst und einen konkreten ersten Schritt, der zu
einer Veränderung führt." P. Christian Marte, Rektor der Jesuitenkirche Innsbruck

"... Ehrlichkeit; Bereitschaft, sich selbst zu vergeben; Nachsicht; Sakrament der Versöhnung; Entlastung;
inneren Frieden." Sr. Irma Maria Kuenzer, Leiterin der Gesprächsoase

"... die Bereitschaft, sich selbst und einander zu vergeben: ist der Mensch nicht versöhnt, ist er auch nicht ausgeglichen – es fehlen Friede, Freude und Zuversicht." Gebhard Ringler, Leiter vom „Brunnen“, Logotherapeut

"... wenn Menschen in der Selbstreflexion ihren eigenen Bedürfnissen respektvoll und wertschätzend begegnen und diese so dann auch mitteilen." Katia Fabbri, Dipl. Familienberaterin, Caritas

Autor: Gilbert Rosenkranz

Autor:

TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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