Militärseelsorge
„Ritual ist eine Wohltat“

Militärpfarrer Richard Weyriger hat in der Schwarzenbergkaserne Gedenkfeiern bei Todesfällen eingeführt. Soldatinnen, Soldaten und Angestellte nehmen das Angebot gerne an. „Da kommen Menschen, die ich sonst in der Kirche nicht sehe“, sagt er und freut sich, dass Ausgetretene ebenso dabei sind wie Frauen und Männer anderer Religionen.
  • Militärpfarrer Richard Weyriger hat in der Schwarzenbergkaserne Gedenkfeiern bei Todesfällen eingeführt. Soldatinnen, Soldaten und Angestellte nehmen das Angebot gerne an. „Da kommen Menschen, die ich sonst in der Kirche nicht sehe“, sagt er und freut sich, dass Ausgetretene ebenso dabei sind wie Frauen und Männer anderer Religionen.
  • Foto: RB/mih
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Stirbt jemand in der Schwarzenbergkaserne in Walserfeld bei Salzburg, dann lädt Militärpfarrer Richard Weyringer nach dem Begräbnis zu einer Gedenkfeier für Kompanie, Kameraden, Kollegen. Mit dem Rupertusblatt hat er über die Bedeutung von Osterlicht, Zeit und Zukunft gesprochen.

von Michaela Hessenberger

Begräbnisse im allerkleinsten Familienkreis und jede Menge Menschen, die nicht in der Kirche und am Grab Abschied nehmen können: Wie sehr diese coronabedingten Regeln bei Todesfällen schmerzen, weiß Richard Weyringer genau. Deshalb lädt er seit der Pandemie zu Gedenkfeiern in die Militärkirche ein. So haben berufliche Wegbegleiter die Chance, „Auf Wiedersehen“ zu sagen. „Das mache ich ganz bewusst für all jene, die beim Begräbnis eben nicht dabei sein konnten.“

Die Rückmeldungen, die der Priester bekommt, gehen tief. „Es tut den Frauen und Männern dort so gut, wenn sie beim Ritual in der Wortgottesfeier selbst etwas tun zu können“, erklärt er.
Was das sein kann? „Eine Kerze am Licht der Osterkerze entzünden, salutieren, ein paar Worte sagen.“ Mit dabei ist stets die Militärmusik, die leisere Klänge spielt und oft mit Klarinetten oder anderen Holzblasinstrumenten für die richtige Stimmung sorgt.

Antworten, wo es eigentlich keine gibt

Weyringer feiert diese Gedenken mit dem Blick nach vorne. Er sagt: „Das Großartige an unserem Glauben ist, dass wir durch die Auferstehung Jesu die Zukunft im Blick haben und uns nicht in der Vergangenheit gefangen fühlen müssen.“ Diese Sicht tue auch ihm gut; würde er nicht an ein Leben nach dem Tod glauben können, würde es ihm schwerer fallen, jemanden beim Sterben zu begleiten.

Bei den bisher gehaltenen Feiern hat Weyringer gemerkt, dass die Soldatinnen und Soldaten sowie die Kasernen-Angestellten mit Fragen in die Kirche kommen – „und Antworten bekommen, wo es eigentlich keine gibt“. Andere sprechen zu hören, nicht nur den Priester, stärke außerdem.

Weyringer schätzt den Ablauf, wenn jemand stirbt. „Sofort rücken ein ranghoher Offizier, der Militärpfarrer, ein Psychologe und ein Sanitäter aus, um bei der Familie zu sein.“ Dass nun wieder mehr Leute bei Begräbnissen dabei sein können, freut ihn freilich sehr. Immerhin: „Rituale stärken und helfen bei der Trauer.“

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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