Weltkirche
„Ich gehe als Freund“

Erntedank feierte Novatus Mrighwa noch in der Erzdiözese, im Bild der Festtag in St. Martin bei Lofer.
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Auf ein Wiedersehen – vielleicht sogar in Tansania. Mit diesem Wunsch und einigen Worten in Kisuaheli „Asanteni sana“ (Vielen Dank) verabschiedete sich Novatus Silvery Mrighwa nach mehreren Jahren bei den Pfarrgemeinden in Saalfelden und im Unteren Saalachtal. Was er von den Menschen gelernt hat und umgekehrt, darüber spricht er mit dem Rupertusblatt.

Ein elfstündiger Flug inklusive einem Stopp steht Novatus S. Mrighwa bald bevor. Die erste Zeit in Tansania verbringt er dann in der Großstadt Dar es Salaam. „Das Gefühl heimzukommen, ist ein gutes. Ich freue mich auf Begegnungen mit meiner Familie und mit den priesterlichen Mitbrüdern.“ Nach mehr als sieben Jahren kommt er in ein Land, das wie der ganze Planet von einem kleinen Virus in Schach gehalten wird. „Im Frühjahr mit den Bildern aus Italien im Kopf, hatte ich Angst. Einen großen Anstieg der Infektionszahlen hätte unser Gesundheitssystem nicht verkraftet. Doch die Katastrophe blieb zum Glück aus. Mittlerweile sind selbst die Schulen wieder offen“, erzählt der Priester, der aber zu bedenken gibt: „In Tansania wird viel weniger getestet.“

Der Bischof in der Heimat hat ganz konkrete Pläne mit dem Heimkehrer. „Ich werde Pfarrer in einer Gemeinde. Dazu übernehme ich einen Lehrauftrag für Moraltheologie“, berichtet Mrighwa, der hofft, irgendwann ganz in die Pfarre gehen zu können. „Ich bin schließlich nicht mehr der Jüngste.“

Wir haben voneinander gelernt

Die vergangenen Wochen des Priesters waren ausgefüllt mit Abschiedsbesuchen. Seit 2014 wirkte er in der Erzdiözese. „An den Sonn- und Feiertagen war ich in Weißbach, St. Martin oder Lofer und unter der Woche in Saalfelden.“ Den Älteren habe er die hl. Kommunion heimgebracht. Eine der Seniorinnen habe ihn beim letzten Treffen ganz wehmütig gefragt: „Wie wird das werden ohne Sie?“ Er ist den Leuten ans Herz gewachsen. Wobei das schon etwas Zeit brauchte, wie Mrighwa erzählt. Anfangs sei da Neugier und Distanziertheit gewesen. Es galt zudem sprachliche Barrieren zu überwinden, speziell wenn seine Gesprächspartner in den Dialekt verfielen. „Ich habe stets nachgefragt und die Leute haben mir alles erklärt.“ Mittlerweile komme ihm das „Griaß euch“ wie selbstverständlich über die Lippen. Fingerspitzengefühl habe seine seelsorgliche Tätigkeit erfordert. „Ich erlebte zum Beispiel wie wichtig Trauergespräche mit den Angehörigen sind, das kannte ich aus Tansania nicht.“ Insgesamt blicke er sehr dankbar auf seine Salzburger Jahre. „Die Menschen fehlen mir jetzt schon.“ Ohne Übertreibung könne er sagen: „Ich bin als Fremder gekommen und gehe jetzt als Freund.“ Er reise zudem mit wertvollen Erfahrungen nach Tansania zurück. „Ich habe nicht nur Pünktlichkeit gelernt“, schmunzelt der Seelsorger. Umgekehrt haben die Menschen auch von ihm etwas abgeschaut. Vor allem die ruhige und freundliche Art und das Zugehen auf jeden und jede mit einem Lächeln sei sehr geschätzt worden. „Das hat mir jedenfalls Pfarrer Goran Dabic, der Leiter im Pfarrverband Unteres Saalachtal bestätigt.“

Sein Wirken in Europa ist für Mrighwa Ausdruck „einer universalen Kirche und eines Glaubens, der uns alle verbindet“. Dabei gehöre für ihn das Missionarische untrennbar zur katholischen Kirche. „Wir dürfen nicht nur auf uns schauen. Wir müssen rausgehen, helfen wo es geht, partnerschaftlich teilen und voneinander lernen.“

Aus den Pare-Bergen in den Pinzgau

Geboren ist Novatus Mrighwa in Kisangara Juu in den Pare-Bergen, nicht weit weg vom Kilimandscharo. Sein Dorf gehört zur Diözese Same. „Meine Mutter war sehr gläubig, sie ist eine weite Strecke zur hl. Messe gegangen. Ich war Ministrant.“ Er wäre doch ein guter Priesterkandidat meinten seine Lehrer. Mrighwa besuchte die weiterführenden Schulen der Knabenseminare in Morogoro und Moshi, studierte und empfing 1988 seine Priesterweihe. Anschließend hatte er verschiedene Aufgaben wie Sekretär des Bischofs, Dompfarrer sowie nach einem Studium in Rom Generalvikar und Professor für Moraltheologie. Nach einem Sabbatjahr in Regensburg kam er 2014 in die Erzdiözese. Sechs Jahre später geht er mit einem Segenswunsch für „seine“ Salzburger Pfarren: „Ich wünsche, dass sie als Gemeinschaft und als christliche Gemeinde zusammenhalten, dass sie Herausforderungen positiv nehmen und für Entwicklungen nützen.“

Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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