Nachbau des Grabes Jesu
Klosteranlage Imbach beherbergt Grabkapelle

Derzeit wird die Pfarrkirche von Imbach innen umfangreich renoviert. Die ehemalige Klosterkirche mit Umfriedung und die Reste des ehemaligen Dominikanerinnenklosters – es wurde im Jahr 1782 aufgelöst – stehen unter Denkmalschutz. Die Hallenkirche wurde 1285 geweiht und gilt als die früheste erhaltene zweischiffige Hallenkirche Österreichs.

Die Passionsanlage machte Imbach einst zu einem bedeutenden Wallfahrtsort, heißt es von der renommierten Kunsthistorikerin Walpurga Oppeker, die sich eingehend damit beschäftigt hat. Oppeker weiter: „Die Leiden-Christi-Stätte in Imbach in Form eines geschlossenen Hofes mit einer Heiliggrabkapelle in der Mitte ist in ihrer Art einmalig. Es konnte, was ihre Gestaltung und die Zusammensetzung betrifft, nichts Vergleichbares gefunden werden.“ In der Regel werde in der bildenden Kunst und Volkskultur der Barockzeit die Passion den Menschen eigentlich in Form von Bilderzyklen, Kalvarienbergen oder Darstellungen des Schmerzhaften Rosenkranzes nahe gebracht, um sie zur Nachfolge Christi in Form des frommen Mitleidens anzuregen.

„Die Anlage beinhaltet viel Interessantes“, erklärt Pfarrer Paul Sordyl. Östlich des Chores der Pfarrkirche steht in einer eigenen Umfassungsmauer die Grab-Christi-Kapelle aus dem 18. Jahrhundert. Die Umfassungsmauer beinhaltet Segmentboge­nischen und Balustraden wohl eines ehemaligen Kreuz­weges. In der Kapelle sind eine Darstellung vom Leichnam Christi und Engelsfiguren aus dem 18. Jahrhundert zu finden. Pfarrer Sordyl (Bild oben) erzählt, dass das Grab größenmäßig jenem von Jerusalem entspreche. Der Imbacher Nachbau wird vor allem bei der Karwochen-Liturgie integriert. Die kleine Grabeskapelle habe einen besonderen Charme, wenn darin viele Kerzen brennen, so der Priester. Normalerweise sei die Kapelle zwar nicht zugänglich, für Interessierte oder nach Sonntagsgottesdiens­ten öffne man sie aber gerne, so Sordyl.

„Kapellen – Marterl – Kreuze“ ist eine Kirche bunt-Reihe, in der Geschichten von Kleindenkmälern vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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