Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Verkümmert
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Manche reden von einer kommunikativen Revolution, manche von einem grassierenden Analphabetismus: Sinn erfassendes Lesen und Schreiben sind zum „Luxusgut“ geworden, auch bei Maturanten und Studierten. Grammatik, Rechtschreiben und Sprache verkümmern. Bücher lagern in den verbliebenen Büchergeschäften, sie bieten mehr Esoterisches als Lesenswertes. Hausbibliotheken mussten den Bildschirmen weichen, Briefe werden kaum geschrieben und Handgeschriebenes ist von gestern. „Geil, super, mega, gierig, happy, digger, cool“ und mehr, werden uns aufgetischt. Auf „hallo, tschüss, ciao“ beschränkt sich das Grüßen. Die Sprache verarmt. Ich greife noch nach Füllfedern und Tinten und Briefpapier, denke über Wörter und Wortschöpfungen nach, lese Bücher und Zeitungen, lege Lesezeichen ein, schneide Artikel aus und hefte Briefe ab, besonders die schönen, sie erzählen von den Schreibenden und von mir. Das Papier ist mir wichtig. Mails sind für mich keine Briefe, ein SMS ist oft ein Ausweichmanöver, ein whatsapp mit den smileys, die ich nicht deuten kann, lösche ich gerne. Doch ich ahne und vertraue: Gott ist Wort, sein Wort bewegt die Welt. Und er redet immer noch mit uns.
P. Karl Schauer OSB
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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