Unter uns - P. Karl Schauer OSB
Die Nonnen
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So prominent waren die drei Augustiner-Chorfrauen von Goldenstein in Salzburg noch nie. Sie grüßen mit verschmitztem Lächeln von Bildschirmen und aus Zeitungen. Gegen den Willen der Oberen sind sie an ihren Lebensort, in ihr altes Kloster heimgekehrt. Ohne Strom und Wasser, ein Haus aus den Fugen. Ich kenne weder die Schwestern noch das Kloster. Ob die Nonnen die letzten Jahre ihres Lebens ohne Verhärtung leben und ob ihnen Menschen ohne Eigennutz zur Seite stehen? Ihr Lebenswerk, die Schule, wurde in andere kirchliche Hände gegeben. Schade, dass kaum Jüngere in Frauenklöster nachkommen, dort hätten sie gediegene Aufgaben für Kirche und Gesellschaft, Vollzeitarbeit ohne Zwang zur krampfhaften Selbstverwirklichung.
Alte Menschen, in Heime verfrachtet, werden in diesen selten daheim sein, mögen sie wohnlich sein oder sogar unter kirchlicher Trägerschaft stehen. Es braucht Achtung für die Alten und für die Jungen. Die Alten gehören mitten in unser Leben, ihre Weisheit und ihre Lebensentwürfe sind unverzichtbar. Und die Jungen dürfen gefordert werden mit einem Leben, das dem gängigen Lifestyle nicht entspricht. Vielleicht stehen sie gerade dann mitten im Leben.
P. Karl Schauer OSB
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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