Frauenkirchen: Heizen mit Kerzen
Himmlisches Heizen

Klimafreundlich. P. Thomas Lackner mit Sr. Rani in der Kerzenkapelle.
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  • Foto: Reinhard Judt
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In der Kerzenkapelle der Basilika Frauenkirchen hat Franziskanerpater Thomas Lackner eine originelle Idee verwirklicht: Er verwendet die Kerzenwärme zum Heizen – und schützt damit die Kirchenmauern vor Nässe. 

Gerald Gossmann

Wer die Wallfahrts-Basilika in Frauenkirchen besucht, kommt an der Kerzenkapelle im Eingangsbereich nicht vorbei. Hier entzünden zehntausende Pilger pro Jahr Lichter, um für Anliegen zu bitten oder geliebter Menschen zu gedenken. Neuerdings kommt ein weiterer Grund hinzu, warum man in Frauenkirchen ein Kerzlein anzünden sollte: Jedes brennende Licht hilft dabei, die Basilika zu erhalten. Denn: Mit der Wärme der Kerzen wird geheizt – und dadurch das barocke Mauerwerk der Wallfahrtskirche vor Feuchte und Nässe geschützt.

„Warum nützen wir diese Energie nicht?“ In der Hauptsaison, im Sommer, brennen hunderte Kerzen, „da hat es schon einmal 40 Grad in der Kapelle“, erzählt P. Thomas Lackner im Gespräch mit dem „martinus“. Bislang wurde die Wärme von Ventilatoren ins Freie geblasen – und damit sozusagen vertrieben. „Ich habe mir aber immer gedacht: Warum nützen wir diese Energie nicht?“, betont Lackner, ein kreativer Pfarrer, der ständig neue Ideen ausbrütet. Gemeinsam mit dem Installateur und Heizungstechniker Johann Haas versuchte der Franziskanerpater ein Konzept zu entwickeln. Vor zwei Wochen wurde eine Luftwärmepumpe installiert: Nun wird der Luft in der Kerzenkapelle die Wärme entzogen, von einem Kompressor verdichtet – und die dadurch gewonnene Energie in Form von heißem Wasser in die vorhandene Bauteilheizung weitergeleitet.

Gute Investition. Der erste Effekt beeindruckte den Priester: „Von Montag bis Freitag konnten wir die Basilika damit von 16 auf 23 Grad Celsius erwärmen“, erzählt Lackner. Das sei besonders wichtig, da die Basilika das gesamte Jahr geheizt werden müsse, „damit keine Feuchtigkeit entsteht“. 5.000 Euro hat die Wärmepumpe samt Installation gekostet. Eine Förderung des Landes hat 3.500 Euro davon abgedeckt. „Das wird sich irrsinnig schnell rechnen“, ist der Franziskanerpater im Gespräch mit dem „martinus“ überzeugt.

Nächste Idee. Der findige Ordensmann arbeitet schon am nächsten Projekt, das die Basilika „energieautark“ machen könnte. Auf der Südseite der Kirche befindet sich ein uneinsehbares Dach, das Lackner gerne mit einer Photovoltaikanlage ausstatten würde. Mit der daraus gewonnenen Energie „könnte man die Luftwärmepumpe, den Heizstab im Pufferspeicher und die Beleuchtung der Kirche betreiben“, erklärt der Pater. Es fanden dazu bereits erste Gespräche mit dem Bundesdenkmalamt statt. „Wir müssen vom Klimadiskurs zum Klimahandeln kommen“, ist Lackner überzeugt. Aber den Gesprächen müssten „jetzt auch Taten folgen“. Damit die Basilika (ganz nach dem Appell von Papst Franziskus) zu einem Vorbild in Sachen Umweltbewusstsein werden könne – „und unser Ordensvater, der heilige Franz von Assisi, vielleicht sogar zum Patron der Luftwärmepumpe“, schmunzelt der Franziskanerpater.

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Redaktion martinus aus Burgenland | martinus

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