ÜBER_BLICK
Bischof Krautwaschl und Rektor Brandmayr als Ritter eingekleidet
- V.li.: Werner Johler (Statthalter des Ritterordens in Österreich), Erzbischof Franz Lackner (Großprior des Ritterordens), Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl.
- Foto: Franz Josef Rupprecht
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Der päpstliche Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem zählt in Österreich 550 Mitglieder.
Bei der Sommerwallfahrt des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem sind am vergangenen Montag in der Wallfahrtsbasilika Maria Plain bei Salzburg der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl und der neue Rektor des Österreichischen Pil-ger-Hospizes in Jerusalem, Franz Xaver Brandmayr, in den päpstlichen Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen worden.
Die Investitur nahm der Salzburger Erzbischof und Großprior des Ordens in Österreich, Franz Lackner, vor. An der Wallfahrt nahmen 140 Ordensmitglieder aus ganz Österreich teil.
Der Orden setzt sich insbesondere für notleidende Christen im Heiligen Land ein. „Wir sind weltweit Schwestern und Brüder. Daher dürfen und müssen wir uns den Getauften im Heiligen Land besonders nahe wissen“, betonte Krautwaschl anlässlich seiner Aufnahme in den Grabesritterorden. Der päpstliche Laienorden versteht die Unterstützung der Christen im Heiligen Land als seine zentrale Aufgabe und finanziert dort u. a. Schulen, soziale Einrichtungen und Gesundheitsprojekte.
„Angesichts der aktuellen Situation müssen die Menschen dort ausharren und leben in der ständigen Gefahr, zwischen den Fronten zerrieben zu werden“, betonte auch Erzbischof Lackner. Die Aufnahme der beiden Kirchenvertreter fällt in eine Zeit anhaltender Unsicherheit im Heiligen Land. Pilgerreisen nach Jerusalem sind wegen der Sicherheitslage weiterhin nur eingeschränkt möglich.
Auch das Österreichische Pilger-Hospiz in Jerusalem, dessen Leitung Brandmayr mit 1. Juli übernommen hat, wird seit Jahren vom Orden unterstützt. Er zeigte sich „wirklich beeindruckt von Jerusalem“. Und weiter: „Die Menschen wissen, dass sie in einer Notsituation leben – ich bewundere dabei ihre Energie – von allen Gruppen in der Stadt.“ Franz Xaver Brandmayr (70) war zuletzt Dompropst von Wiener Neustadt. Brandmayr ist am Kirchengericht der Diözese Eisenstadt als Diözesanrichter (Gerichtsrat) tätig. Er wurde als Ehrenkanonikus in das Kapitel am Dom zu St. Martin aufgenommen. Bei der Sitzung des erweiterten Statthaltereirats (Beratungsungsgremium des Ritterordens) hatte sich Rektor Brandmayr zuvor vorgestellt. Der Orden unterstützt seit vielen Jahren das Hospiz als österreichische Institution im Heiligen Land und hofft in absehbarer Zeit unter Vorgabe aller Sicherheitskriterieren wieder an die Stätten Jesu pilgern zu können. Die Wallfahrt ins Heilige Land ist eine der Säulen in der Spiritualität der Ordensgemeinschaft. Eine kleine Gruppe aus dem Burgenland hat bereits für den heurigen Herbst eine Pilgerfahrt angesetzt.
ÜBER DIE GRABESRITTER
Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem geht auf eine mittelalterliche Tradition zurück, bei der adelige Pilger am Heiligen Grab in Jerusalem zum Ritter geschlagen wurden. Heute ist er eine internationale, überwiegend von Laien getragene katholische Gemeinschaft von Frauen und Männern, die sich für die Unterstützung der Christinnen und Christen im Heiligen Land einsetzt. Weltweit zählt der päpstliche Orden rund 30.000 Mitglieder in 44 Ländern, in Österreich gehören ihm 550 Personen an. Die Ordensmitglieder fördern zahlreiche Projekte, darunter Schulen, Spitäler und soziale Einrichtungen, und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der christlichen Präsenz im Heiligen Land.
- Franz Xaver Brandmayr referierte zuversichtlich zum Thema Jerusalem.
- Foto: Franz Josef Rupprecht
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Zu den Mitgliedern zählen sowohl Geistliche als auch Laien aus unterschiedlichen Berufs- und Altersgruppen. Unter den geistlichen Mitgliedern finden sich neben Erzbischof Franz Lackner unter anderem Kardinal Christoph Schönborn, Bischof Alois Schwarz, Militärbischof Werner Freistetter, Altbischof Paul Iby und die Altäbtissin von Marienkron (Mönchhof), Sr. Mirjam Dinkelbach OCist, sowie zahlreiche Äbte. Die große Mehrheit der Ordensangehörigen sind jedoch engagierte Laien. Um die zahlreichen Hilfsprojekte im Nahen Osten umsetzen zu können, bringen die Ordensmitglieder beträchtliche Summen durch ihre Mitgliedsbeiträge („Jahresopfer“) auf. Weiters werden Produkte wie Olivenöl und Datteln aus dem Hl. Land in Österreich verkauft sowie Spenden erbeten. Um den Spendern eine Absetzbarkeit zu ermöglichen, wurde vom Ritterorden der Verein „Österreichische Vereinigung für das Hl. Land“ gegründet. 2025 brachten die Grabesritter in Österreich etwas mehr als 769.000 Euro für Hilfsprojekte im Heiligen Land auf.
Zu seinem Dienstantritt im Österreichischen Pilger-Hospiz in Jerusalem hat sich der neue Rektor Franz Xaver Brandmayr optimistisch geäußert: „Wir haben Hoffnung und Zuversicht, dass es im Herbst wieder aufwärts geht hier im Haus mit den Besuchern und dazu lade ich Sie herzlich ein, Jerusalem zu besuchen“, sagte Brandmayr in einem über die Social-Media-Kanäle des Pilgerhauses verbreiteten Videos. „Kommen Sie, reden Sie über das Haus und tragen Sie dazu bei, dass es im Bewusstsein der Österreicher und vieler Länder ein Zentrum in Jerusalem ist, von dem aus wir Gutes wirken wollen für den Frieden in dieser Stadt und in dieser Welt“, so der neue Leiter des Pilger-Hospizes.
Das älteste nationale Pilgerhaus im Heiligen Land mit rund 120 Betten, Kapelle und dem hauseigenen „Café Triest“ liegt in der Jerusalemer Altstadt direkt an der Via Dolorosa. Finanziell befindet sich das Hospiz seit einigen Jahren wegen ausbleibender Pilgergruppen – zunächst wegen der Coro-na-Pandemie, seither aber auch aufgrund der immer wieder aufflammenden Gewalt im Nahen Osten – in angespannter Lage. Der Weiterbetrieb wurde durch Rücklagen und Spenden gedeckt.
Er stehe als Rektor zusammen mit seinen Mitarbeitern in den nächsten Jahren vor „gewaltigen Aufgaben“, sagte Brandmayr. Unter anderem brauche das Haus „einiges an Renovierungen“. Insgesamt 15 Millionen Euro müsse er dafür auftreiben. Dafür gebe es schon einige Unterstützer. Am wichtigsten aber sei die Rückkehr der Pilger in das Gästehaus. „Wir sind Pilger der Hoffnung, Pilger der Zuversicht – und so lade ich Sie ein, hierherzukommen, in diesem österreichischen Zentrum zu sein und die heilige Stadt Jerusalem zu erleben“, sagte der Rektor.
1863 als Pilger-Hospiz eröffnet, ist das Gebäude des Pilger-Hospizes nach einer bewegten Geschichte, während der es mehrfach beschlagnahmt und u.a. als Waisenhaus, Internierungslager, Offiziersschule und Spital genutzt wurde, seit 1985 wieder im Besitz der katholischen Kirche. 1988 wurde es nach einer Renovierung als Pilgerhaus wiedereröffnet und 2019 um einen Zubau erweitert. Das Gästehaus geht in seinem Wirken aber deutlich über die Funktion als reine Pilgerherberge hinaus. Es ist in Jerusalem auch als Kulturträger, Bildungseinrichtung und Ort des Dialogs unter Kulturen und Religionen positioniert. Das Pilger-Hospiz ist dem jeweiligen Erzbischof von Wien als Protektor unterstellt.
KAP/RED
Ritterorden: www.oessh.at
Hospiz: www.austrianhospice.com
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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