Studie über Integrationsbereitschaft in Tirol
Kontakt fördert positive Haltung

Was halten die Menschen in Tirol von Integration und Zuwanderung? Landesrätin Gabriele Fischer und Sozialforscher Christoph präsentierten Studienergebnisse.
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  • Foto: Kircher-Pree
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Zwei Jahre nach dem ersten Integrationsmonitor beauftragte das Land Tirol erneut das SORA Institut, eine repräsentative tele-fonische Umfrage in Tirol durchzuführen (701 Personen ab 16 Jahren). Die Ergebnisse präsentierten Integrations-Landesrätin DI Gabriele Fischer und Sozialforscher Christoph Hofinger.

„Tirol ist bunter geworden. Es leben 181 Nationen hier. Die Auswirkungen der Zuwanderung werden von den Befragten über alle Bevölkerungsschichten und Gemeinden hinweg überwiegend positiv bewertet – vor allem hinsichtlich des Arbeitsmarktes und des Wirtschaftswachstums. Was Vielfalt und Offenheit anbelangt, ortet mehr als die Hälfte der Befragten eine vorteilhafte Veränderung in Tirol und führt dies auf die Zuwanderung zurück“, so Landesrätin Fischer. Meinungsforscher Hofinger erläuterte detaillierter, dass 42 Prozent die Auswirkungen von Zuwanderung auf Tirol als Ganzes als eher gut beurteilen, was einer Steigerung von 28 Prozentpunkten im Vergleich zu den Umfrageergebnissen aus dem Jahr 2017 entspricht.

In Kontakt.

Für 75 Prozent der Befragten funktioniere Zuwanderung „ziemlich“ bis „sehr gut“. Persönliche Kontakte mit Zugewanderten sind zur Normalität im Alltag geworden, wodurch Vorurteile abgebaut wurden. Immerhin haben 30 Prozent in der Arbeit fast täglichen Kontakt mit dieser Personengruppe. Durchwegs positiv wird auch das Zusammenleben mit Zugewanderten und Flüchtlingen vor allem auf Gemeindeebene beurteilt. Auffallend sei laut Hofinger eine abgeklärte Haltung der TirolerInnen. Sowohl extreme Ablehnung als auch extreme Zustimmung zur Thematik seien im Vergleich rückläufig.

Tirol ist nicht gespalten.

Die Furcht vor religiösem Terror und Fanatismus in Zusammenhang mit Flüchtlingen habe um elf Prozent auf 35 Prozent abgenommen. Welchen Einfluss die Religiosität auf die persönliche Einstellung zur Thematik habe, wurde nicht abgefragt. Interessantes Detail ist, dass vor allem junge Frauen bis 29 Jahre durch die Zuwanderung eher positive Auswirkungen auf das Zusammenleben sehen, bei den weiblichen Befragten über 60 Jahre zeigt sich ein umgekehrtes Bild. Hofinger führt dies auch auf die „Kontakthypothese“ zurück.

Grenzen dicht. Grundsätzlich zeigt die Studie auf, dass die TirolerInnen zwar extrem empathisch den Geflüchteten geholfen haben, sich bei einer weiteren Flüchtlingswelle nun aber zu 52 Prozent für „dichte Grenzen“ aussprechen. Auch der Aussage, dass es die Pflicht sei, Flüchtlinge aufzunehmen, stimmen weniger zu als vor zwei Jahren.
Die Auswirkungen der Zuwanderung auf Bräuche und Gewohnheiten beurteilen 40 Prozent der Befragten negativ.

Integrationsleitbild.

Landesrätin Fischer sieht die bisherigen Integrationsmaßnahmen und die Inhalte des Integrationsleitbildes, das im vergangenen Jahr präsentiert wurde, bestätigt, wonach für die gesamte Bevölkerung die gleichen Rechte und Pflichten zu gelten haben (93 Prozent Zustimmung). Die dezentrale Flüchtlingsunterbringung und die funktionierenden Deutschkurse haben dazu ihren Beitrag geleistet. Immerhin 78 Prozent der Befragten fordern, dass Zugewanderte einen schnelleren Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen sollen. Für Fischer ein Auftrag, sich dafür auf Bundesebene stark zu machen.
Für 63 Prozent der Befragten werde sich die Investition in Flüchtlinge rentieren. Dass der Arbeitskräftemangel im Tourismus durch die entsprechende Ausbildung von Flüchtlingen ausgeglichen werden soll, wird von 57 Prozent der Befragten befürwortet.
Politisches Engagement von Menschen nicht-österreichischer Herkunft wird kritisch gesehen.

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TIROLER Sonntag Redaktion aus Tirol | TIROLER Sonntag

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