Am Klosterareal von Thurnfeld wächst herrliches Bio-Gemüse
G´schmackige Solidarität

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Auf dem Klosterareal am Thurnfeld in Hall wird heuer erstmals Bio-Gemüse angebaut. Der Verein Emmaus hat die Landwirtschaft übernommen und beliefert bereits 80 Haushalte in der Umgebung mit Lebensmitteln. Ein Beispiel für eine soziale und naturnahe Nutzung von kirchlichem Besitz. 

Donnerstagnachmittag – dieser Termin ist in 80 Haushalten im Großraum Innsbruck ganz dick im Kalender eingetragen. Denn an diesem Tag wird das Bio-Gemüse ausgegeben, das auf dem Klosterareal am Thurnfeld in Hall angebaut wird. Den grünen Daumen dafür hat das Team des Vereins Emmaus, der den landwirtschaftlichen Grund gepachtet und dort ein zukunftsweisendes Projekt gestartet hat, das soziales Engagement und nachhaltige Landwirtschaft verbindet.Die „Solidarische Landwirtschaft Thurnfeld" lebt davon, dass Bauern und Konsument/innen die Landwirtschaft gemeinschaftlich tragen und finanzieren.
Mit 80 Haushalten aus der Umgebung hat der Verein derzeit Verträge abgeschlossen. Sie zahlen einen festgesetzten Jahresbeitrag und erhalten dafür jede Woche einen Anteil der Ernte. So wird die Landwirtschaft finanziell abgesichert. „Solidarisch bedeutet hier vor allem, dass die Ernte von den Konsument/innen so übernommen wird, wie sie eben wächst", erklärt der Geschäftsführer des Vereins Emmaus, Benedikt Zecha. „Viele sagen uns, dass sie dankbar sind, Teil dieses Projektes sein zu dürfen". Das Interesse sei jedenfalls groß, viele Menschen wollen Teil dieses zukunftsweisenden Projektes sein. Nächstes Jahr soll noch mehr Ackerfläche bewirtschaftet werden und weitere Ernteabnehmer dazukommen. Rund eineinhalb von insgesamt neun Hektar Fläche werden derzeit bewirtschaftet, erzählt Zecha. In fünf bis zehn Jahren soll die gesamte Fläche genutzt werden. Innerhalb der nächsten drei Jahre will der Verein die Zertifizierung für biologischen Landbau erreichen.

Großes Interesse.

Bisher wuchs auf dem Areal Futtergras für die Landwirtschaft, heuer wachsen dort erstmals Pflücksalate, Karfiol, Mangold, Fenchel, Kräuter und vieles mehr. Das Bio-Gemüse wird geerntet, am Hof gewaschen und in Gemüsekisten zu den Ausgabestellen direkt auf dem Areal sowie am Dorfplatz in Innsbruck-Mühlau gebracht. Für nächstes Jahr wurde bereits eine Liste für Interessent/innen angelegt. Langfristig plant der Verein Emmaus, auf dem Klosterareal seine neue Zentrale zu errichten. Derzeit steht dort bereits Wohnraum für Klient/innen zur Verfügung und ein Bügelservice wird angeboten. Auch die Gemüse-Ausgabe erfolgt im Haus in der Kaiser-Max-Straße 7a in Hall. In einem Nebengebäude wurde vor kurzem eine Wohnung für Menschen eingerichtet, die für eine bestimmte Zeit gegen Kost und Logis auf einem Biobauernhof mithelfen wollen.

Sozial und nachhaltig.

Das Kloster vom Orden der Heimsuchung Mariens am Thurnfeld in Hall wurde vor einigen Jahren von der Liegenschaftsstiftung der Diözese Innsbruck übernommen. Der Verein Emmaus hat die landwirtschaftlichen Flächen und zwei Gebäude gepachtet. Finanzkammerdirektor Rainer Kirchmair freut sich über die Zusammenarbeit: „Es war unser Anliegen, dass dieses Areal sozial und ökologisch nachhaltig genutzt wird." Mit dem Verein Emmaus, der Arbeit und Wohnung für Menschen mit Suchterfahrung bietet, sei dafür ein idealer Partner gefunden worden.

Über den Verein Emmaus

Der Verein Emmaus unterstützt Frauen und Männer, die nach einer Suchterkrankung wieder in das Berufsleben zurückkehren wollen. Über den Verein erhalten sie eine Wohnmöglichkeit und können bei einem der vielen Arbeitsprojekte mitarbeiten. Die Palette der Tätigkeiten reicht von Gartenarbeiten, Übersiedlungen, Sanierungen bis hin zum Bügelservice, einer Holzwerkstatt und seit heuer auch der Solidarischen Landwirtschaft am Thurnfeld in Hall.Wer seine Küche mit dem biologisch angebauten Gemüse bereichern will, kann sich als Ernteabnehmer an der Solidarischen Landwirtschaft Thurnfeld beteiligen. Voranmeldungen für das kommende Jahr sind möglich unter der Tel. 0650/2617671 oder E-Mail solawi@emmaus-innsbruck.at

www.emmaus-innsbruck.at

Autor:

Walter Hölbling aus Tirol | TIROLER Sonntag

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