Knitting for Peace
Strickende Mütter fern der geliebten Heimat

Generalprobe für „Knitting for Peace“ („Stricken für den Frieden“). Initiatorin Angelika Gassner mit den Ukrainerinnen Vladyslava, Inna, Kateryna, Marina und Olha (v. l.).�
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  • Generalprobe für „Knitting for Peace“ („Stricken für den Frieden“). Initiatorin Angelika Gassner mit den Ukrainerinnen Vladyslava, Inna, Kateryna, Marina und Olha (v. l.).
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Ab dem 13. Mai wird in der Erzdiözese Salzburg in kleineren und größeren Gruppen für den Frieden in der Ukraine gestrickt. Die Schockstarre angesichts des grausamen Krieges soll bei den Geflüchteten zumindest zeitweise von sorgenfreien, gemeinsamen Momenten abgelöst werden.

von Thomas Manhart

Der kurze, aber bekannt steile Weg zu den Kapuzinern hat sich gelohnt. Auf der Terrasse des Klosters bereitet Angelika Gassner von der Erzdiözese Salzburg mit vor dem Krieg geflüchteten Müttern aus der Ukrai­ne – quasi als Generalprobe – die Auftaktveranstaltung der Aktion „Knitting for Peace“ („Stricken für den Frieden“) vor. Die Frauen helfen sich gegenseitig mit der Wolle und geben sich Tipps zu den richtigen Handarbeitstechniken. Es
wird gescherzt und gelacht – und eine Zeit lang scheinen die Gräuel in der Heimat fast vergessen.Schön anzusehende Momente der Geselligkeit und des Gestaltens anstelle der oft zu beobachtenden Ohnmacht und Lähmung, die viele Geflüchtete verspüren.

Natürlich bewirken Stricken und Häkeln keinen Frieden in der Ukraine, doch das Bild der strickenden Frauen soll ganz bewusst Symbolcharakter haben. „Wenn eine Frau den Wollfaden in die Hand nimmt, fängt sie an, ihr eigenes Lebensschicksal in die Hand zu nehmen und das Leben bunt und gut zu gestalten. Damit eine verletzte Seele sich wieder beruhigen und heilen kann, bedarf es solcher Initiativen“, ist sich Angelika Gassner, Referentin für Resilienz und seelische Gesundheit in der Erzdiözese, sicher. So ist es durchaus beabsichtigt, wenn mit der Aktion urzeitliche Bilder von Frauen rund um das wärmende Feuer, von heilender, fürsorglicher Mütterlichkeit heraufbeschworen werden – und durch die Handarbeit Kontakte zwischen Einheimischen und Geflüchteten geknüpft werden.

Gemeinsam für den Frieden stricken

Alle sind herzlich eingeladen. Start für „Knitting for Peace“ ist am 13. Mai von 14 bis 16.30 Uhr im Kapuzinerkloster. Die bisherigen Sachspenden, darunter Wolle für hundert große Decken von Interspar und der Firma Gründl, werden am 8. Mai gesegnet. Weitere Spenden sind jederzeit willkommen. Infos unter: www.eds.at/knitting-for-peace

Generalprobe für „Knitting for Peace“ („Stricken für den Frieden“). Initiatorin Angelika Gassner mit den Ukrainerinnen Vladyslava, Inna, Kateryna, Marina und Olha (v. l.).�
Die Farben der Ukraine dürfen im bunten Wollmix nicht fehlen.
Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

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