Fasten mit der Familie
So klappt’s!

Verzicht?  „Fastenzeit ist wirklich eine Gnadenzeit – auch Kinder  dürfen ganz bewusst einen Schritt heraustreten aus den Gewohnheiten des Alltags“, sagt Angelica Spießberger. �
2Bilder
  • Verzicht? „Fastenzeit ist wirklich eine Gnadenzeit – auch Kinder dürfen ganz bewusst einen Schritt heraustreten aus den Gewohnheiten des Alltags“, sagt Angelica Spießberger. 
  • Foto: Foto: RB/Ari N/shutterstock.com
  • hochgeladen von Ingrid Burgstaller

Gemeinsam über mehrere Wochen Verzicht zu üben, achtsam zu leben und auch als Eltern das eigene Konsumverhalten zu durchleuchten? Das Referat für Ehe und Familie stimmt mit einem Online-Begleiter Familien auf diese Zeit ein.

von David C. Pernkopf

„Manchmal schleichen sich kleine Lieblosigkeiten einfach so ein im Alltag und fallen einem dann gar nicht mehr auf. Mit unseren Kindern gehen wir in der Fastenzeit genau dieses Thema an“, sagt Angelica Spießberger vom Referat für Ehe und Familie der Erzdiözese Salzburg. Sie hat dazu einen Begleiter erstellt, der Familien durch die Fastenzeit bringt. Darin gibt es neben theologischen Betrachtungen zu den vierzig Tagen auch Impulsfragen und konkrete Übungen.

Fasten schärft Sinne und Willen

„Wenn wir also in der Fastenzeit auf etwas verzichten, versuchen wir unsere Sinne vor allem für Gott und das Wichtige in unserem Leben zu schärfen“, erzählt die Pädagogin und berichtet darüber, wie der Verzicht auf Dinge und Nahrung hilft, sich auf zwischenmenschliche Beziehungen zu konzentrieren. Verzeihung und bewusster Umgang miteinander in der Familie.

Wenn Kinder fasten

Sollen also Kinder auch schon fasten? „Sie müssen nicht. Aber den einen oder anderen Verzicht zu lernen, stärkt sie auch für andere Situationen im Leben und die Vorfreude auf etwas, das man nicht immer selbstverständlich zur Verfügung hat, ist auch etwas Wunderbares“, sagt die dreifache Mutter. In ihrer Familie entscheidet jeder für sich und dann gemeinsam, worauf sie verzichten wollen. „Die Kinder sind da ganz kreativ: Keine Süßigkeit mit der Ausnahme am Sonntag oder weniger Fernsehen, keine Limos oder Ähnliches.“Entscheidend sei, dass die Fastenzeit nicht nur ein „Weniger-Von-Etwas“ ist, sondern auch ein Mehr von Leben und Lieben darstellt, auf das oft vergessen wird: mehr Zeit für Familie, mehr Zeit für Gebet oder gute Tat.

Konfliktfasten

ein Erfahrungsbericht von Magdalena Unterrainer

Wir haben uns gefragt: Welcher Verzicht bringt uns als Familie wirklich was? Wie merken wir am besten, dass es reicher machen kann, wenn man auf etwas verzichtet? Gemeinsam mit den Kindern hielten wir also Familienrat und überlegten uns, das Streiten zu fasten. Zugegeben, das ist durchaus auch eine Challenge. Vor allem wenn man zwei Jungs hat, die beide sehr starke Persönlichkeiten sind, wo keiner klein beigibt. Was an und für sich großartig ist und wofür ich sehr dankbar bin! Was zählen wir als Verzicht?

Es war schnell klar, dass wir nicht nur harmonische Tage besonders hervorheben wollen, sondern auch Tage, an denen zwar gestritten wird, aber eine gute Versöhnung erfolgt. Ich meine damit nicht das erzwungene, automatisierte „Tschuldigung“. Sondern eines, bei dem man etwas „spürt.“ Mir war und ist wichtig, kein schlechtes Gewissen zu erzeugen, wenn es einmal nicht klappen sollte.

Ich möchte vielmehr, dass wir jeden kleinen Erfolg auf dem Weg nach Ostern bewusst wahrnehmen und daran wachsen können. Beim Abendessen besprachen wir den Tag und entschieden gemeinsam, ob er so gelaufen ist, dass er für unser Vorhaben zählt, oder nicht. Und darüber, wie schön denn so ein Tag ohne Streit sein kann und wie gut es tut, sich zu versöhnen. Unsere Jungs warfen für jeden Tag ohne Streit für jeden Tag mit gelungener Versöhnung eine bunte Murmel in ein schönes Glas. Als zusätzlichen Ansporn versprachen wir dann, für jede Murmel eine Kugel Eis im Sommer. Wir haben gar nicht geschafft, so viel Eis „zusätzlich“ zu essen.

Magdalena Unterrainer ist zweifache Mutter und Mitarbeiterin im Schulamt sowie Bloggerin auf meinefamilie.at

Verzicht?  „Fastenzeit ist wirklich eine Gnadenzeit – auch Kinder  dürfen ganz bewusst einen Schritt heraustreten aus den Gewohnheiten des Alltags“, sagt Angelica Spießberger. �
Magdalena Unterrainer ist zweifache Mutter und Mitarbeiterin im Schulamt.
Autor:

Ingrid Burgstaller aus Salzburg & Tiroler Teil | RUPERTUSBLATT

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ