Umwelterziehung
Der "grüne" Alltag mit Kindern - spielerisch gelernt

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Kinder lieben Knete. Man kann sie in allen möglichen Farben und Formen kaufen. Die Hüpfknete zum Beispiel, „springt wie ein Ball, sie dehnt sich wie ein Kaugummi, sie zerfließt wie Brei“, so steht es auf der Verpackung. Andere leuchten im Dunkeln, verändern ihre Farbe oder sind sogar magnetisch. Was Eltern oft nicht bedenken – die meisten Knetmassen enthalten Schadstoffe. Im Ökotest schneiden die beliebten Materialien oft sehr schlecht ab. 60 Prozent der überprüften Knetmassen für Kinder enthalten Mineralöl. In einem Viertel der Kneten wurde freies oder abspaltbares Formaldehyd, das u. a. Allergien auslösen kann, nachgewiesen. Definitv kein „grünes Spielzeug“ also. Ein Beispiel von vielen.
Kinder zum Mittun motivieren
Abgesehen davon, dass Eltern sich mit Sicherheit nicht wünschen, dass ihre Kinder mit ungesundem Spielzeug spielen, hat die Sache noch einen anderen Aspekt. Es geht doch auch darum, die Kinder zu einem ökologischen und nachhaltigen Lebensstil zu erziehen. Wenn die Knete nicht mehr leuchtet, wird sie entsorgt, wenn die Plastikente im Bad uninteressant wird, landet sie im Müll. Die Reihe ließe sich unendlich lange fortsetzen. Doch wie kann man Kindern Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit ohne erhobenen Zeigefinger vermitteln?
Das Katholische Bildungswerk der Diözese Gurk hat dem Thema eine ganze Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Einfach nachhaltig leben mit Kindern“ gewidmet. Denn Kinder wollen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Sie wollen „die Welt retten!“ „Mit Kindern staunen wir oft wieder ganz neu über die Schönheit der Erde, eine Welt voll großer und kleiner Wunder. Kinder bringen uns auch zum Nachdenken. Und plötzlich ist da der Wunsch, auch nachkommenden Generationen eine intakte Umwelt zu schenken“, weiß Bildungsreferentin Katharina Wagner. Es geht darum, das Interesse der Kinder spielerisch zu wecken.
Gemeinsam Zeit verbringen
Zurück zur Knete. Knetmasse kann man natürlich auch selber herstellen. Man braucht dazu einen verregneten Nachmittag, einige natürliche Zutaten und vor allem viel Zeit und Lust zum gemeinsamen Gestalten. Nebenbei kann man den Kindern erklären, warum es Sinn macht, die Knete selbst herzustellen. „Learning by Doing“ lautet also die Devise. Kinder, die lernen, indem sie etwas tun, haben sicher mehr Spaß und sind engagierter bei der Sache. Das Verhalten im Alltag können Kinder nur ändern, wenn sie die Zusammenhänge verstehen. Natürlich kann man nicht jeden Tag Knete und Bienenwachstücher selbst herstellen. Man kann auch mit vielen ganz kleinen Schritten den eigenen ökologischen Fußabdruck verringern. Doch eines gleich vorweg: Eltern müssen dabei Vorbild sein, im praktischen Tun, aber auch im Vermitteln von Werten, wie Achtung und Respekt, Verantwortungsbewusstsein, Wir-Gefühl, aber auch Mut und Lebensfreude. Gerade Kinder haben ein starkes Gerechtigkeitsempfinden. Wenn sie bewusst eingebunden werden, sind sie motiviert.
Ökologische Alternativen finden
Im Rahmen eines Online-Workshops hat Nachhaltigkeits-Expertin Barbara Schmerlaib konkrete Beispiele erarbeitet, wie man mit kleinen Änderungen im Alltag viel dazu beitragen kann, Ressourcen zu sparen. Im Folgenden einige Tipps und Tricks für den grünen Alltag mit Kindern. Möglichkeiten, ökologische Alternativen zu entdecken, gibt es genug.

Plastik vermeiden
Leider gibt es immer noch viel zu viele Dinge, die wir nur in Plastik verpackt kaufen können. Klopapier zum Beispiel. Wenn es schon sein muss, dann könnte man die Verpackung zum wieder verwertbaren Müllsack machen. Beim nächsten Einkauf mit Kindern nicht vegessen: Nur mit Stoffbeutel, Rucksack und Gemüsenetz losziehen! Denn:
Nirgendwo entsteht so viel Plastikmüll wie bei den regelmäßigen Einkäufen. Statt Alu- oder Plastikfolie können Bienenwachstücher für das Einpacken der Schuljause dienen. Doch auch die Jausenbox muss nicht aus Plastik sein. Wie wäre es mit Edelstahl? Das gleiche gilt auch für die Trinkflasche. Kinderkleidung, aber auch Spielzeug finden in Second hand-Shops, wie z. B. die Carla-Läden der Caritas, einen guten Platz und sicher glückliche Abnehmer. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch Flohmärkte, wo man tauschen und tandeln kann.

Knetmasse-Rezept:
400 g Mehl, 200 g Salz, 2 Esslöffel Zitronensäure oder 2 Teelöffel Weinsteinsäure, 500 ml kochendes Wasser, 3 Esslöffel Speiseöl, Lebensmittelfarbe.
Zubereitung: Mehl, Salz und Zitronensäure in einer Schüssel vermischen, anschließend das Öl hinzugeben. Nach und nach das kochende Wasser hinzufügen und mit einem Knethaken verrühren. Kochendes Wasser macht im Vergleich zu kaltem Wasser den Knetteig geschmeidiger. Anschließend durchkneten. Zum Einfärben nimmt man jeweils eine kleine Menge von der Gesamtmasse ab und arbeitet eine Mulde ein. In diese werden ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe eingeträufelt. Mit den Händen alles gut durchkneten, bis eine homogene Masse entstanden ist. Die Knete hält gekühlt und luftdicht verpackt mehrere Monate.
”Kinder bringen Erwachsene oft zum Nachdenken. Und plötzlich ist der Wunsch da, auch nachkommenden Generationen eine intakte Umwelt zu schenken. „

Katharina Wagner
Referentin für Elternbildung beim Katholischen Bildungswerk Kärnten

Autor:

Gerald Heschl aus Kärnten | Sonntag

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