Mit regionalen Produkten
Bauern helfen und Umwelt schützen

Die Kisten werden ehrenamtlich bestückt und stehen jeden Freitag zur Abholung bereit.
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  • Die Kisten werden ehrenamtlich bestückt und stehen jeden Freitag zur Abholung bereit.
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Bäuerinnen und Bauern rund um St. Veit schlossen sich zusammen, um die Einwohner mit ihren örtlich hergestellten Lebensmitteln zu versorgen. Diese bieten nicht nur ein Geschmackserlebnis, sondern sind auch gut für Umwelt und Bauer.
von Carina Müller

Vom 1. September bis 4. Oktober feiern Christinnen und Christen die Schöpfungszeit und machen somit auf die Dringlichkeit, die Schöpfung Gottes zu bewahren, aufmerksam. Jeder Mensch kann seinen Teil zum Schutz der Umwelt beitragen. Die Ernährungsweise spielt hierbei eine große Rolle. Regionale und saisonale Lebensmittel sind nachhaltiger, oft geschmacksintensiver, gesünder und stärken die heimische Wirtschaft. Um das Erwerben von Produkten aus der Region einfacher zu machen und gleichzeitig Bäuerinnen und Bauern zu helfen, ihre Lebensgrundlage zu stärken, wurde der Verein „MEI BIOBAUER“ gegründet. Landwirtinnen und Landwirte aus St. Veit und Umgebung haben sich zusammengeschlossen und füllen wöchentlich Kisten mit ihren hochwertigen Bio-Produkten, welche Kundinnen und Kunden in Klagenfurt oder St. Donat abholen können.

Von der Idee zur Umsetzung
Die Idee für „MEI BIOBAUER“ kam aus der Überlegung, die Wirtschaft der regionalen Bauern zu stärken. Winfried Süßenbacher, Obmann des Vereins, erzählt: „Anfangs habe ich Bauern angesprochen und sie gefragt, was sie von einer Wirtschaftsgemeinschaft zwischen Bauer und Konsument halten. Ich bekam viele positive Rückmeldungen und veranstaltete ein Treffen mit den Bauern, bei welchem wir uns überlegten, wie wir das am besten umsetzen könnten. Schließlich sind wir da gelandet, wo wir jetzt sind – eine Mischform zwischen Basisversorgung der Haushalte mit den Kisten und dem Biobauernstüberl in St. Donat, bei dem sich Konsumenten weitere Produkte kaufen können. Ich glaube, dass dieses System die Antwort für die Bauern ist.“

Die Bio Plus Kiste zum Mitnehmen
Das System ist auf Abonnements aufgebaut, welche für die Dauer eines Jahres abgeschlossen werden. Nach diesem Jahr kann man alle drei Monate kündigen. Der Vorteil für Abonnentinnen und Abonnenten ist, dass sie mit dem Abo wöchentlich eine Lebensmittelkiste mit qualitativ hochwertigen und regionalen Bio-Produkten sowie den Zugang zur Biobauernstube exklusiv für Mitglieder erhalten: „Wir haben drei Kistengrößen: die Singlekiste um 21 € pro Woche, die Partnerkiste um 30 € pro Woche und die Familienkiste um 48 € pro Woche. Da jeder Mensch andere Essgewohnheiten hat, haben wir vier verschiedene Varianten: die vegetarische Kiste, die Jausenkiste, die Fisch- oder Fleischkiste und die Überraschungskiste. Wir achten bei unseren Kisten immer darauf, dass man mindestens ein schönes Gericht daraus zaubern kann. Die Überraschungskiste ist die beliebteste. Diese besteht beispielsweise aus einer Hühnerbrust, Suppengemüse, Griesnockerln, einem Suppenhuhn und Dinkelreis – dazu legen wir auch noch ein Rezept. Bei der Partnerkiste erweitert sich der Inhalt“, so Süßenbacher. Die Kisten sind jeden Freitag zur Abholung bereitgestellt – in St. Donat ab 10 und in Klagenfurt ab 11 Uhr. Wenn der Inhalt für die ganze Woche nicht ausreichen sollte, kann man in der Biobauernstube mit Fleisch, Fisch, Nudeln, Reis, Milch, Gemüse, Wein und noch vielem mehr nachrüsten.

Vorteile für Bauer und Umwelt
Auch die Bauern und die Umwelt profitieren von diesem System. Bäuerinnen und Bauern erhalten einen fairen Preis für ihre Produkte sowie berechenbare Einnahmen und ein gesichertes Grundeinkommen: „Die Zwischenhändler und Handelsketten sind ausgeschaltet, sie spielen hier nicht mit. Die Bauern verkaufen ihre Produkte durch die Kisten mit weniger Aufwand und bekommen einen super Preis dafür. Wir ziehen nur wenige Prozent vom Ab-Hof-Preis für die Administration, die Miete, die Stromkosten etc. ab.“Weiters tragen Bauer und Konsument gemeinsam zu gesunden Böden, sauberer Luft, reinem Wasser, glücklichen Tieren, vielfältigen und vitalen Pflanzen und einer harmonischen Landschaft bei. Lange Transportwege mit riesigen Containerschiffen, Flugzeugen oder Lkws, die über unzählige Landesgrenzen führen, fallen beispielsweise weg. Dadurch werden CO2-Emissionen stark reduziert und somit Umwelt und Klima geschützt.
Auch der Wegwerfgesellschaft wird der Kampf angesagt: „Wir werfen wenig, bis fast gar nichts weg. Wenn in der Biobauernstube etwas abgelaufen ist, kommt es in ein eigens dafür vorgesehenes Fach. Dort kann es von Kundinnen und Kunden für eine freiwillige Spende mitgenommen werden.“

Schritte in die Zukunft
Die ersten Schritte zur Ausweitung dieser Initiative wurden bereits gemacht: „Wir haben den Verein erst vor Kurzem in der Landwirtschaftskammer vorgestellt, und es war echtes Interesse vorhanden. Im Lavanttal probiert man schon länger, so ein Projekt auf die Beine zu stellen, und es gäbe interessierte Bauern. Meine Vision wäre es, ein Modell mit gewissen Grundfaktoren auszuarbeiten, die beim Aufbau des Projektes in einer anderen Region berücksichtigt werden sollten – z. B. ein Kühlhaus für die Kisten, ein Raum, wo man die Kisten bestücken kann sowie Helfer, die diese befüllen und das Projekt zusammenhalten.“

Information
MEI BIOBAUER „ist eine regionale Wirtschaftsgemeinschaft aus zertifizierten Biobauern und ‚lebens‘bewussten Haushalten“. Der Verein stellt seinen Abonnentinnen und Abonnenten wöchentlich Lebensmittelkisten, bepackt mit regionalen und hochwertigen Bio-Produkten, zur Abholung bereit. Mehr unter: www. meibiobauer.at; Kontakt: Winfried Süßenbacher – 0664/3420003 oder 0660/1168551; office@meibiobauer.at

Autor:

Carina Müller aus Kärnten | Sonntag

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