Mein Weg nach Rom 10/10
Bei Petrus und Paulus in Rom

Die letzten Meter durch die Via della Conciliazione zum Petersdom. 
 | Foto: Treml
  • Die letzten Meter durch die Via della Conciliazione zum Petersdom.
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Die Ewige Stadt – das Ziel der Pilgerreise

Seit zwei Monaten sind wir nun auf dem Pilgerweg unterwegs. Wir müssen uns erst wieder an den Trubel und die Gepflogenheiten einer Großstadt wie Rom gewöhnen. Die riesige Kuppel Michelangelos vor Augen pilgern wir auf der Via della Conciliazione von der Engelsburg dem Petersdom zu. Entbehrungen, Zweifel, Erlebnisse und Begegnungen, das alles entlädt sich im Moment des Ankommens in einer Eruption an Emotionen. Wir haben es geschafft! Das will selbstredend auch mit einem Foto dokumentiert sein. Nachdem wir die Sicherheitsschleuse unter den Kolonnaden durchschritten haben, holen wir mit dem Pilgerpass am Eingang zum Petersdom die Pilgerurkunde „Testimonium Peregrinationis Peractae ad limina Petri“ ab.

DAS GRAB DES PETRUS
Vom Ausmaß dieses Gotteshauses überwältigt begeben wir uns zum eigentlichen Pilgerziel, in das Zentrum der Kirche mit den aus Bronze gedrehten Säulen samt Baldachin, einem Meisterwerk Berninis. Dort endet vor der von 95 vergoldeten Öllampen umrahmten Confessio am Grab des heiligen Petrus vorerst unsere Pilgerreise. Und hier erfüllen wir auch jene Bitte, die uns viele mit auf den Weg gaben: „Wenn ihr in Rom seid, schließt mich ins Gebet ein.“ Bleibt noch, den Deutschen Friedhof am Gelände der Vatikanischen Gärten zu besuchen. Am Campo Santo Teutonico, dieser palmen- und zypressengesäumte „Gottesacker“, fanden früher wie heute deutschsprachige Pilger:innen ihre letzte Ruhestätte, bekannte wie der Tiroler Maler Joseph Anton Koch oder unbekannte: „Hier ruht nach langer Pilgerfahrt Maria Schuber aus Gratz in Steiermark. 1790–1881, Ave Maria“, so steht es auf einer Grabplatte.

DIE SIEBEN PILGERKIRCHEN
Seit dem Mittelalter ist es Brauch, dass die Pilger:innen als Abschluss der Pilgerfahrt in Rom an einem einzigen Tag die sieben Pilgerkirchen zu Fuß besuchen. Zu diesen zählen die vier Patriarchalkirchen San Pietro, Santa Maria Maggiore, San Giovanni in Laterano (St. Johannes im Lateran) und San Paolo fuori le Mura (St. Paul vor den Mauern) sowie die Kirchen San Lorenzo, Santa Croce in Gerusalemme und San Sebastiano.

Am Schluss führt uns dieser Weg von San Sebastiano auf der alten Pilgerstraße „Via delle Sette Chiese“ zur Paulusbasilika. Dort endet unsere Pilgerreise vor dem Grab des Apostelfürsten und mit dem Besuch der sieben Pilgerkirchen können wir zudem den seit der Regelung aus dem 15. Jahrhundert gültigen vollkommenen Ablass erlangen.

DER HEILIGE VATER
Bevor unsere Fußpilgerreise endgültig dem Ende zugeht, wollen wir wenigstens noch dem Bischof von Rom unsere Reverenz erweisen. Den Heiligen Vater zu sehen, war mit ein Grund für den Aufbruch nach Rom. Und so strömen wir am Mittwoch, 21. August 2024, mit tausend anderen Gläubigen zur Audienz. Papst Franziskus betritt gestützt auf einen Stock unter großem Applaus die Audienzhalle. Die Worte seiner Ansprache kommen ihm schon etwas schwer von den Lippen, bei der namentlichen Begrüßung diverser Pilgergruppen braust Jubel auf. Er empfängt noch einige Ehrengäste und lässt sich am Ende im Rollstuhl aus dem Saal führen. Es ist das letzte Mal, dass meine Frau und ich diesen Nachfolger des heiligen Petrus und Verehrer des heiligen Franziskus persönlich erleben dürfen.

HISTORISCHE EREIGNISSE
Im Heiligen Jahr 2025 ist eine Pilgergruppe der Jakobsgemeinschaft Tirol zu Fuß mit Dekan Franz Troyer von Rieti nach Rom unterwegs. Auch sie wollen Anfang Mai an der öffentlichen Audienz mit Papst Franziskus teilnehmen. Doch der Papst aus Argentinien stirbt am Ostermontag.

So erleben die Tiroler historische Ereignisse: Der Einzug der Kardinäle zur feierlichen Messe im Petersdom vor dem Konklave, der Besuch des Grabes von Franziskus in der Basilika Maria Maggiore, der weiße Rauch am Dach der Sixtinischen Kapelle und das „Habemus Papam“ mit Papst Leo XIV. werden ihnen wohl ein Leben lang in Erinnerung bleiben.

Autor:

martinus Redaktion aus Burgenland | martinus

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