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Was Extremistich ist
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Ein Linzer Gymnasium in den 1990er-Jahren. Die Klasse bespricht im Sozial-kunde-Unterricht Beispiele für Extremismus. „Extremistisch ist zum Beispiel“, beginnt eine Schülerin und denkt nach, „wenn jemand jeden Sonntag in die Kirche geht“. Die Lehrerin relativiert, ordnet ein – doch der Eindruck bleibt zurück: Was für mich als Schülerin selbstverständlich ist (die Sonntagsmesse mitzufeiern), wird von meiner Klassenkollegin als Extremismus wahrgenommen und benannt. Es ist ein bleibender Eindruck, der immer wieder die Frage aufwirft: Wo ist die Grenze zwischen Überzeugung, Konsequenz, Extremismus? Und wie kommt es, dass ein Teil meines Glaubenslebens nicht nur als extrem, sondern gar extremistisch empfunden wird, obwohl es niemanden anderen angreift? Diese Fragen werden wach, wenn muslimische Frauen, die ein Kopftuch tragen, immer wieder in Extremismusnähe gebracht werden, wie jüngst in einem Instragram-Post von Kultusministerin Claudia Plakolm (hier ging es um Jugendliche). Die Innenund die Außenperspektive sind oft grundverschieden. Beides ist aber wichtig, wenn religiöse bzw. kulturelle Zeichen gesetzlich reguliert werden.
Monika Slouk
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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