ÜBER_BLICK
„Untätigkeit können wir uns nicht leisten“
- Gemeinsam mit FEPP (Fondo Ecuatoriano Populorum Progressio) plant Jugend Eine Welt in Ecuador Regenwald aufzuforsten. Das Projekt ist durch Budgetkürzungen gefährdet.
- Foto: Jugend Eine Welt
- hochgeladen von martinus Redaktion
Kirchliche Hilfsorganisationen und NGO-Dachverbände warnen vor einem Rückzug Österreichs aus der internationalen Klimafinanzierung und appellieren an die Bundesregierung, bereits budgetierte Mittel rasch freizugeben.
Zurückgehaltene Gelder gefährdeten Ernährungssicherheit, Klimaschutzprojekte und Menschenleben, hieß es von Caritas Österreich, der AG Globale Verantwortung, der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz (KOO) sowie dem Hilfswerk Jugend Eine Welt. „Untätigkeit können wir uns nicht leisten“, erklärte Caritas-Vizepräsident Alexander Bodmann und kritisierte den „Mangel an politischem Willen“.
KLIMAPROJEKTE BLOCKIERT
Für 2025 seien keine neuen Ausschreibungen für internationale Klimaprojekte veröffentlicht worden, obwohl Mittel vorgesehen gewesen seien. Auch die jährliche Unterstützung des Welternährungsprogramms (ca. 20 Mio. Euro) und der Pflichtbeitrag von 1,5 Mio. Euro stünden infrage. Bodmann forderte einen sofortigen Kurswechsel: Klimafinanzierung blockieren sei verantwortungslos gegenüber heute Betroffenen und zukünftigen Generationen. Besonders vulnerable Länder litten unter Dürren, Überschwemmungen und Bodenverlust, was Hunger, Konflikte und Vertreibung verschärfe. AG Globale Verantwortung und KOO berichten von gestrichenen Zuschüssen für bilaterale Klimaprojekte im Globalen Süden (bis 15 Mio. Euro) und fehlenden Ausschreibungen aus dem Klima- und Energiefonds. Geschäftsführer Lukas Wank mahnte, Rückbau im Umwelt- und Klimaschutz sei teuer und rücksichtslos. Kritik übte Wank konkret an Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, der sich „als Minister der österreichischen Bauern und Bäuerinnen“ inszeniere, aber dabei übersehe, „dass sie gleichermaßen auf stabile klimatische Bedingungen und intakte Anbauflächen angewiesen sind“.
VERURSACHERPRINZIP
KOO-Experte Martin Krenn erinnerte an das Verursacherprinzip: Österreichs hohe Pro-Kopf-Emissionen begründeten eine Verantwortung, ärmere Länder zu unterstützen. Viele Länder des Globalen Südens müssten über zehn Prozent ihrer Einnahmen für Schuldendienste aufwenden; Zuschüsse entlasteten sie und sicherten Zukunftschancen.
Betroffen sind auch Wiederaufforstungsprojekte in Ecuador. Jugend Eine Welt warnt, dass geplante Aufforstungen von rund 1.000 Hektar Regenwald ausfallen könnten, mit Verlusten für CO₂-Speicherung und indigene Lebensgrundlagen. Geschäftsführer Reinhard Heiserer forderte die Ausschüttung der Mittel für 2025 und die Budgetierung für kommende Jahre. Die Streichung schade Österreichs Glaubwürdigkeit und verstoße gegen Pariser Abkommen und Regierungsprogramme. Auch der Verein „Volontariat bewegt“ sieht sich durch einen überraschenden Förderstopp der Austrian Development Agency (ADA) in seiner Arbeit massiv unter Druck gesetzt. Hilfen wurden im Zuge der Budgetkürzungen gestrichen. Die Freiwilligeneinsätze 2026 im Ausland sollen dennoch stattfinden.
KATHPRESS/AME
Autor:martinus Redaktion aus Burgenland | martinus |
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