Religionslehrerin Christina Krutzler unterrichtet in Oberloisdorf
„Schauspielerin möchte ich keine sein“

Einen bunten Unterricht möchte Religionslehrerin Christina Krutzler ihren SchülerInnen bieten.
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  • Foto: Privat
  • hochgeladen von Gerald Gossmann

Stücke aus der Bibel weiterzugeben ist für Christina Krutzler etwas ganz Besonderes – vor allem mit einem kleinen Theater. Doch nicht nur dafür brennt die erfahrene Pädagogin.

Christopher Erben

Ein Montagvormittag in der Volksschule Oberloisdorf. Mit nur wenigen Handgriffen baut Christina Krutzler ein kleines Erzähltheater in einer Klasse auf. Auch einige Kinder helfen ihr dabei. Heute steht eine Geschichte über den Barmherzigen Samariter am Programm, erzählt sie begeistert, als sie den Vorhang auf die Seite schiebt. Theater zu spielen sei ihre Leidenschaft. Gerne schlüpfe sie in verschiedene Rollen – so auch heute. In wenigen Minuten geht es los, flüstert sie. Nicht nur im Erzähltheater nimmt sie eine wichtige Rolle ein – auch als Religionslehrerin; und das in gleich vier Schulen, in denen sie seit über 25 Jahren unterrichtet.

Viele kleine Hände. Jede Unterrichtsstunde beginnt mit einem Kreuzzeichen. Danach singen die Kinder ein Lied oder sprechen ein Gebet. „Gott ist über mir – Gott ist unter mir“, beten sie gemeinsam mit ihrer Religionslehrerin. Dabei strecken sie ihre kleinen Hände abwechselnd in die Höhe und nach unten.Sehr unterschiedlich reagieren die Schüler-Innen auf die Themen im Unterricht; bringen ihre Gedanken ein und erzählen, was sie im Leben bewegt. Durch diese Vielfalt werde eine Stunde für Christina Krutzler zu einem spannenden Diskurs.

Abwechslungsreich. Obwohl sie an vielen Schulen unterrichtet, gleicht keine Einheit der anderen. Werden die Buben und Mädchen unruhig, muss die Lehrerin spontan handeln und sich auf die neue Situation einstellen – durch Lieder von Kurt Mikula bringt sie wieder Ruhe in den Klassenraum. „Dank meiner Erfahrung kann ich heute sehr flexibel reagieren“, erzählt die gebürtige Oberloisdorferin, die auch die Fächer Englisch und Geschichte an einer Hauptschule im 12. Bezirk in Wien unterrichtete, bevor sie 1993 wieder ins Burgenland zog und ihrer Bestimmung als Religionslehrerin folgte. Es war für die 59-Jährige eine Rückkehr in die alte Heimat, wo die zweifache Mutter seit jeher auch in der Pfarre verwurzelt ist. Seit 2006 ist Christina Krutzler auch Botschafterin bei PILGRIM, einem überkonfessionellen Projekt, das die Bedeutung des Religionsunterrichts heben soll. Das Thema „Baumstamm – Stammbaum“ war eines, das in der Schule in Oberloisdorf fächerübergreifend aufgegriffen wurde und so erfolgreich war, dass es auf überregionale Resonanz stieß. Religionslehrerin Christina Krutzler gab dabei den Kindern einen Fragebogen mit, mit dem sie ihre Eltern oder Großeltern interviewen sollten. Die Fragen lauteten: Was sind meine Wurzeln, wo bin ich zuhause, wie hat es früher ausgesehen? Dadurch wurde der Religionsunterricht auch in die Familie getragen, erzählt Christina Krutzler stolz.Stücke mit Symbolkraft. Nein, Schauspielerin möchte sie keine sein und schon gar nicht als eine solche bezeichnet werden. Vielmehr sieht sie sich aber als eine Erzählerin, welche die Kinder für rund zwanzig Minuten in den Bann zieht und in eine andere Welt, in eine andere Zeit entführt. „Auf- und zuklappen lässt sich das Erzähltheater in nur wenigen Minuten“, erklärt die Religionslehrerin, als sie es wieder auseinandernimmt und in einer Ecke in der Klasse verstaut. „Hast du schon eine neue Geschichte für uns?“, wollen die neugierigen Kinder in der Klasse von ihr wissen.
Gerne übersetzt Christina Krutzler bekannte Geschichten aus dem Alten und Neuen Testament in die Sprache der Kinder, baut darin Symbole wie ein Herz ein. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin versuchen die SchülerInnen dann, diese auch in ihrem eigenen Leben lebendig werden zu lassen. „Damit sich die Kinder auch Wochen später gut an das Stück erinnern können.“

Autor:

Gerald Gossmann aus Burgenland | martinus

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